Cottbus Montag, 14 September 2020 von Redaktion / Presseinfo

Mammutprojekt Universitätsklinikum Cottbus: Start für Konzeptentwicklung

Mammutprojekt Universitätsklinikum Cottbus: Start für Konzeptentwicklung

Das Land Brandenburg hat heute den Startschuss für die Konzepterarbeitung eines Universitätsklinikums mit Standort in Cottbus gegeben. Unterstützung gibt es dabei von einer nationalen Expertenkommission, die sich aus Vertetern der Wissenschaft und der Medizin zusammensetzt. Die Kommission steht unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité Universitätsmedizin Berlin sowie  früherer Vorsitzender des Wissenschaftsrats, und soll bis Mitte 2021 erste Empfehlungen vorlegen. Der Aufbau einer medizinischen Fakultät an der BTU Cottbus-Senftenberg in Zusammenarbeit mit dem CTK als Universitätsklinikum zählt im Zuge des Strukturwandels als Mammutprojekt. Im Gespräch sind neben der hochqualifizierten Medizinerausbildung ebenso zwischen 1.500 und 2.000 neue Jobs, die dadurch direkt entstehen sollen. Wissenschaftsministerin Manja Schüle sagte heute: "Dieses Projekt wird aber auch Strahlkraft weit über die Lausitz und Brandenburg hinaus entfalten. Unsere neue Uni-Medizin wird ein Labor für ganz Deutschland sein. Das ist kein Größenwahn, sondern Erfolgsbedingung für das Projekt".

Auch CTK-Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann sprach in unserem Videopodcast vor rund einem Jahr von einer einzigartigen Chance für das Klinikum und die ganze Region. Das ganze Video gibt es auf unserem Youtubekanal (hier entlang).

Das Wissenschaftsministerium Brandenburg teilte dazu mit: 

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle lässt sich bei der Konzeptentwicklung für die neue staatliche Universitätsmedizin in Cottbus von einer prominent besetzten Expertengruppe beraten. Das Gremium wird von Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité Universitätsmedizin Berlin und früherer Vorsitzender des Wissenschaftsrats, geleitet. Die erste Sitzung des Gremiums, das bis Mitte 2021 erste Empfehlungen vorlegen soll, fand heute in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle:

„Der Aufbau einer staatlichen Universitätsmedizin in Cottbus ist das wohl wichtigste Strukturwandelprojekt für die Lausitz. Er ist eines der größten und anspruchsvollsten Projekte der gesamten brandenburgischen Landesregierung in dieser Legislaturperiode. Dieses Projekt wird aber auch Strahlkraft weit über die Lausitz und Brandenburg hinaus entfalten. Unsere neue Uni-Medizin wird ein Labor für ganz Deutschland sein. Das ist kein Größenwahn, sondern Erfolgsbedingung für das Projekt. Denn wir brauchen für die Finanzierung durch den Bund die Zustimmung aller Landes-Wissenschaftsminister. Und die wird es nur geben, wenn alle von dem Konzept überzeugt sind und die plausible Hoffnung haben, in Cottbus etwas für die Uni-Kliniken in ihren eigenen Ländern zu lernen.“

„Für die Leitung der Kommission hätten wir niemand besseren als Professor Einhäupl finden können. Er steht für wissenschaftliche Exzellenz, hat profunde Erfahrungen bei der Leitung eine der größten Uni-Kliniken, hat jahrelang als Vorsitzender die Arbeit des Wissenschaftsrates wesentlich geprägt und weiß, worauf es bei Bund-Länder-Vereinbarungen ankommt. Wir haben uns ganz bewusst entschieden, niemanden in die Kommission zu berufen, der oder die in Brandenburg aktiv ist, um in diesem frühen Stadium jeden Anschein von Interessenskollisionen zu vermeiden. Ich danke allen Kommissionsmitgliedern für die Bereitschaft, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Besonders aber dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts Professor Lothar Wieler. Dass er trotz seiner aktuellen Belastungen mitarbeiten wird, macht mich auch ein bisschen stolz.“

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl:

„In der Lausitz eine international sichtbare Hochschulmedizin zu entwickeln, ist eine große Herausforderung. Es kann nur gelingen, wenn die Politik Brandenburgs entschlossen hinter dieser Idee steht. Davon haben mich meine Gesprächspartner überzeugt. Ich freue mich darauf, diese Aufgabe gemeinsam mit ausgewiesenen Experten begleiten zu dürfen.“

Das Land Brandenburg plant den Aufbau einer Universitätsmedizin in Cottbus im Rahmen einer ‘Modellregion Gesundheit Lausitz‘. Mit der Verankerung des ‘Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus‘ im Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen wurden Anfang Juli 2020 die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung des Bundes geschaffen. Nach Artikel 91b des Grundgesetzes können Bund und Länder „in Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre zusammenwirken“. Vereinbarungen, die im Schwerpunkt Hochschulen betreffen, bedürfen der Zustimmung aller Länder. Zuvor wird der Wissenschaftsrat das Konzept begutachten.

Mitglieder der Expertenkommission (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Prof. Dr. Karl Max Einhäupl – ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité Universitätsmedizin Berlin, ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrats
  • Thomas Barta – ehemaliger Abteilungsleiter im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
  • Prof. Dr. Pascal Berberat – Professor für Medizindidaktik an der TU München, Leiter des TUM Education Center und zweiter Studiendekan der Fakultät Medizin der TU München
  • Prof. Dr. Reinhard Busse – Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin, Co-Direktor des European Observatory on Health Systems and Policies, Fakultätsmitglied der Universitätsmedizin Charité Berlin mit Forschungsschwerpunkt Gesundheitssystemforschung im europäischen Vergleich
  • Prof. Dr. Simone Fulda – gewählte Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität Kiel, bislang Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur der Goethe-Universität Frankfurt, bis 2018 Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats
  • Ulrich Hörlein – Ministerialdirigent a.D. des Bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, ehemaliger Vorsitzender des KMK-Hochschulausschusses und Leiter der Abteilung Universitäten und Universitätsmedizin im Bayrischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, zuletzt mit dem Aufbau der Universitätsmedizin Augsburg befasst
  • Stephanie Kaiser – Geschäftsführerin und Gründerin von Heartbeat Labs GmbH, frühere Erfahrungen mit der Gründung von zwei Unternehmen mit Bezug zum Gesundheitsmarkt, Mitglied des Digitalrats der Bundesregierung
  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey – Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der Charité, ehemalige Prodekanin für Studium und Lehre der Charité
  • Helmut Schiffer – Pflegedirektor und Mitglied des Klinikvorstands des Universitätsklinikums Freiburg
  • Prof. Dr. Lothar Wieler – Präsident des Robert Koch-Instituts, Mitglied im Europäischen Beirat für Gesundheitsforschung des WHO Regionalbüros für Europa, Mitglied der International Association of National Public Health Institutes

Red. / Presseinfo 

Das könnte Sie auch interessieren