Cottbus Samstag, 29 August 2020 von Georg Zielonkowski

FCE: Welch tiefer Fall der früheren Regionalliga-Spitzenmannschaft

Eigentlich wäre heute ein deutliches Signal nötig gewesen. Allerdings kassierte der FC Energie Cottbus seine dritte Niederlage im dritten Saisonspiel. Der FCE hat zu Hause mit 1:2 gegen Viktoria Berlin verloren und bleibt damit weiter ohne Punktgewinn in der neuen Regionalligasaison.

Die Einschätzung von FCE-Trainer Sebastian Abt nach dem Spiel gibt es in unserem Videotalk mit ihm im Titelvideo. 

Das Spiel

Vor der Partie hatte Trainer Sebastian Abt einige Umstellungen seiner Formation vorgenommen, als Patrick Storb, Matthias Rahn und Jan Koch eine Dreierabwehrkette bildeten, und davor mit Felix Geisler und Dominik Pelivan zwei Spieler auf der Sechserposition stellte. Im Angriff bot Abt mit Felix Brügmann und Nils Stettin eine Doppelspitze auf. Am Ende muss man leider feststellen, dass all diese Änderungen ohne jeden Erfolg blieben, denn die Cottbuser boten ihren 798 Zuschauern beinahe über die gesamte Spielzeit eine unterdurchschnittliche Leistung an.

Schon nach 12 Minuten gelang den Berlinern der erste Treffer, als mit Lucas Bradley Falcao einer der kleinesten Gästespieler im Strafraum das Kopfballduell gegen den baumlangen Cottbuser Matthias Rahn gewann und den Ball unhaltbar ins ober Toreck beförderte. Der gleiche Spieler hätte nach einem unaufhaltsamen Dribbling in der 32.Minute fast das zweite Gästetor erzielt, doch wurde er im letzten Moment von Jan Koch gestört.

Und Energie? Fand bis zur Pause einfach nicht statt. Keine zwingende Kombination, keine positive Zweikampfführung und bis zur 45.Minute kein einziger Schuss aufs Gehäuse der Viktoria.

Etwas leidenschaftlicher begann die zweite Halbzeit, als Felix Brügmann in der 50.Minute aus der Ferne wenigstens den Versuch unternahm, doch fegte das Spielgerät weit über das Gästetor hinweg. Kurz danach traf der Angreifer dann doch ins Tor, als er nach einem langen Ball zum 1:1 einschoss. Nicht unverdient, weil der FCE nun doch etwas energischer agierte.

Doch weckte der Ausgleichstreffer die Berliner, die nun wieder zu ihren sicheren Kombinationen zurückfanden und den FC Energie mehr und mehr unter Druck setzten. So blieben die spielsicheren Gäste weiter tonangebend und kamen zu weiteren Chancen. Erst war Erdogan nah dran am 2:0 (54.), hier reagierte Energie-Keeper Stawecki großartig, kurz danach fiel ein von Yilmaz aus zentraler Position von der Strafraumgrenze getretener Freistoß auf die Latte des Energie-Gehäuses. Eine weitere Chance rettete Jan Koch auf der Linie. Nach einer Stunde Spielzeit war es dann soweit. Einen zunächst abgewehrten Ball nahm Yilmaz von Linksaußen in den Strafraum einlaufend unbedrängt die Chance war, Cottbus erneut ins Verderben der dritten Saisonniederlage zu stürzen.

Rat- und hilflos agierten die Hausherren weiterhin, kein Vergleich zu den agilen Gästen, die mit ihren flotten Spielzügen den Cottbusern kaum eine Chance zum geordneten Spielaufbau ließen. Zumal bei den Spielern des FCE nun auch das Vertrauen in die eigene Qualität zu fehlen schien, wohl auch wegen einige körperlicher Defizite, denn die Zweikampführung reicht kaum noch zu Passagen über mehrere Stationen. So blieb es am Ende beim 1:2 und manch Schmähruf von den Tribünen speziell in Richtung Trainer Sebastian Abt.

Die Trainerfrage

Man darf in den nächsten Stunden oder Tagen auf die Reaktion der Vereinsführung gespannt sein. Viel Zeit bleibt nicht, denn innerhalb einer Woche stehen zwei weitere Kraftproben an. Am Mittwoch in Auerbach und am kommenden Sonntag gastiert Halberstadt im Stadion der Freundschaft.

Red./ Georg Zielonkowski

Bild: Steve Seiffert

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