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Cottbus Mittwoch, 13 Januar 2010 von Helmut Fleischhauer

Vattenfall mit leichtem Zuwachs bei Beschäftigung - Mehr Firmen erhalten Aufträge - Rückgang bei Förderung und Stromerzeugung

Vattenfall mit leichtem Zuwachs bei Beschäftigung - Mehr Firmen erhalten Aufträge - Rückgang bei Förderung und Stromerzeugung

Entgegen der allgemein schwierigen Wirtschaftsentwicklung und eines durch die Finanzkrise bedingten Rückgangs der Stromnachfrage hat sich die Beschäftigung bei Vattenfall Europe Mining & Generation im vergangenen Jahr leicht erhöht. So waren bei Vattenfall Europe Mining AG, Vattenfall Europe Generation AG und den für Bergbau und Stromerzeugung tätigen Bereichen der Vattenfall Europe Business Services GmbH zum Ende vergangenen Jahres 8.540 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Jahresende 2008 waren es 8.387 Mitarbeiter. Der Großteil der Beschäftigten (7.551) arbeitet an Standorten der brandenburgischen oder sächsischen Lausitz. Zugleich stieg die Zahl der Auszubildenden ebenfalls leicht auf 765 (2008: 757). Allein im Herbst 2009 begannen 201 junge Frauen und Männer eine Ausbildung in der Geschäftseinheit.

„ Die stabile Beschäftigungslage und der hohe Ausbildungsgrad sind positive Signale in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Bergbau und Stromerzeugung sorgen nicht nur maßgeblich für Wertschöpfung im Umfeld unserer Standorte, diese Bereiche bieten jungen Menschen auch spannende Zukunftschancen“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining & Generation, Reinhardt Hassa. Weitere Vattenfall-Unternehmen, deren Mitarbeiter für die Bereiche Bergbau und Stromerzeugung tätig sind, geben zusätzlich rund 1.300 Personen Arbeit in der Lausitz. Dazu zählen unter anderem die Vattenfall Europe PowerConsult GmbH, die Gesellschaft für Montan- und Bautechnik mbH mit sowie die VSG GmbH.

Auftragsvolumen steigerte sich
Zudem erhielten mehr Firmen als im Jahr 2008 Aufträge von Vattenfall, auch das Auftragsvolumen nahm leicht zu. So hat Vattenfall Europe Mining & Generation 2009 insgesamt rund 1,76 Milliarden Euro (2008: 1,63 Milliarden Euro) an 5.101 (2008: 4.999) externe Lieferanten und Dienstleistungsunternehmen gezahlt. Einen beträchtlichen Teil der Aufträge verbuchten Firmen vor Ort: So gingen 538,7 Millionen Euro an 1.034 Unternehmen aus Brandenburg. In Sachsen konnten 1.154 Firmen ein Auftragsvolumen von 221,2 Millionen Euro verbuchen. Davon verzeichneten allein 253 Unternehmen aus dem Landkreis Spree-Neiße Aufträge im Wert von 112,8 Millionen Euro. Dabei ging es um Großaufträge für den Straßen- und Tiefbau ebenso wie um kleinere Summen für Handwerksbetriebe oder die Gastronomie- und Hotelbranche. Damit leistet Vattenfall einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung dieses Landkreises.

Zunahme bei Produktion von Briketts, Kohlestaub und Wirbelschichtkohle
Der Veredlungsbetrieb am Standort Schwarze Pumpe läuft auf vollen Touren: So konnten im vergangenen Jahr rund 1,6 Millionen Tonnen Braunkohlenbriketts, Braunkohlenstaub und Wirbelschichtkohle produziert werden. 2008 waren es noch 1,5 Millionen Tonnen, Die kräftigste Zunahme entfällt dabei auf die Brikettproduktion mit 772.000 Tonnen (2008: 468.000). Die Braunkohleförderung ging indes im Jahr 2009 leicht zurück. In den vier aktiven Lausitzer Tagebauen wurden insgesamt 55,7 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert (2008: 57,9 Millionen Tonnen).

Vattenfall betreibt in der Lausitz vier aktive Tagebaue, davon drei in Brandenburg: Cottbus-Nord, Jänschwalde und Welzow-Süd. In Sachsen betreibt das Unternehmen den Tagebau Nochten. Der Tagebau Reichwalde in Sachsen wird in diesem Jahr wieder in Betrieb genommen. Der Tagebau Cottbus-Nord soll bis 2015 planmäßig auslaufen.

Die von Cottbus aus gesteuerten Vattenfall-Kraftwerke haben im Jahr 2009 insgesamt rund 55 Terawattstunden Strom erzeugt (2008: 58 TWh). Legt man den durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines deutschen Haushaltes von rund 3.500 Kilowattstunden zugrunde, deckt dies rechnerisch den Bedarf von mehr als 15 Millionen Haushalten. Der Absatz von Wärme für die industrielle Nutzung sowie von Fernwärme lag bei 3,3 Terawattstunden (2008: 3,2 TWh).

Investitionen zielen auf klimafreundliche Verstromung der Braunkohle
Der Schwerpunkt der Investitionen in der Lausitz zielt auf die klimafreundliche Verstromung von Braunkohle. So laufen die Vorbereitungen für die Netzschaltung des Blocks R am Kraftwerksstandort Boxberg auf Hochtouren. Mit einem Wirkungsgrad von 43,7 Prozent handelt es sich um einen der modernsten Braunkohlekraftwerksblöcke der Welt. In dieses Bauvorhaben und den Wiederaufschluss des Tagebaus Reichwalde investiert Vattenfall rund 1,3 Milliarden Euro. Am Tagebau Reichwalde hat bereits der Bau einer Dichtwand begonnen, die Inbetriebnahme der Reichwalder Förderbrücke wird in diesem Jahr erfolgen.

Weitere rund 1,5 Milliarden Euro sollen in ein Demonstrationskraftwerk zur CO 2 -Abscheidung in Jänschwalde fließen, dessen Inbetriebnahme für 2015 vorgesehen ist. Die Vorbereitungen zur Erkundung potenzieller CO 2 -Speicherstätten in Ostbrandenburg sind 2009 angelaufen, für das Erkundungsgebiet Birkholz-Beeskow erteilte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) im Oktober 2009 Vattenfall die Aufsuchungserlaubnis, weitere Schritte im Genehmigungsverfahren stehen an.

Besucherinteresse an Vattenfall-Standorten ungebrochen hoch
Überdies verzeichnen der Kraftwerkspark von Vattenfall sowie Tagebaue und Renaturierungsprojekte wie die Spreeaue bei Cottbus ein großes Besucherinteresse. So kamen im Jahr 2009 knapp 110.000 Gäste zu Besichtigungen, Führungen und Tagen der offenen Tür an Vattenfall-Standorten, 2008 waren es rund 100.000. Die Pilotanlage am Standort Schwarze Pumpe zog allein Fachbesucher aus 54 Nationen an.
Quelle: Vattenfall Europe Mining & Generation
Foto 1: Tagebau Jänschwalde (Archivbild)
Foto 2: Testanlage in Schwarze Pumpe (Archivbild)

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