Cottbus Mittwoch, 29 April 2020 von Redaktion / Presseinfo

Lausitzer Reisebüros protestieren in Cottbus für Soforthilfen in Corona-Krise

Geschlossene Staatsgrenzen, Hotels und Freizeiteinrichtungen sowie bis Mitte Juni verlängerte Reisewarnungen des auswärtigen Amtes. Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen besonders auch die Reisebranche extrem hart. Unter dem Motto "Rettet die Reisebranche" haben sich heute auch Vertreter von Reisebüros aus der Niederlausitz den deutschlandweiten Protestaktionen  für schnelle Soforthilfen angeschlossen. Gemeinsam trafen sich die Touristiker unter anderem aus Cottbus, Spremberg, Peitz, Forst, Guben, Lübbenau und Sachsen mit leeren Koffern und Plakaten auf dem Cottbuser Altmarkt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. "Die Lage ist für uns absolut katastrophal. Schon im Februar haben wir die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen und das bedeutet, dass wir keinerlei Provisionen erhalten. Und von diesen Provisionen leben wir. Zusätzliche haben wir das Problem, dass wir auch bereits im Voraus erhaltenen Provisionen für abgesagte Reisen wieder zurückzahlen müssen. Dabei arbeiten wir weiter, denn wir sind auch in dieser Zeit der Ansprechpartner für die Kunden. Wir vertrösten, müssen die Absagen herausgeben, Stornierungen und mögliche Umbuchungen tätigen", sagte uns Katrin Gröning von der Reiselounge Cottbus stellvertretend. Die am Protest teilnehmenden Büros hatten sich in den letzten Tagen spontan zusammengefunden und die Versammlung angemeldet"...und das obwohl wir eigentlich Konkurrenten sind.Aber wir halten in diesen Zeiten ganz eng zusammen", so die Touristikerin.

Mehr Infos zu den Sorgen, den Forderungen und der aktueller Lage gibt es im Videointerview mit Katrin Gröning im Titelvideo.

Die Initiatoren teilten zu der Aktion mit:

Wir zeigen Gesicht, da die Touristik nicht nur aus den großen Konzernen, wie z. B. TUI, Lufthansa und Condor besteht. Fast völlig unbeachtet von Politik und Medien bleiben die zehntausenden klein- und mittelständischen Unternehmen, insbesondere auch wir - die Reisebüros - mit rund 11.000 Betrieben, die 80.000 bis 100.000 Arbeitsplätze sichern. Viele von uns stehen vor dem Aus!

Die Corona-Pandemie hat die Touristik in Deutschland und weltweit in einem Ausmaß getroffen, wie das bei keiner anderen Branche der Fall ist. Wir waren die erste Branche, die von der Krise betroffen war und wir werden die Letzen sein, die dort wieder herauskommen.
Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen, viele Länder haben ein Einreiseverbot verhängt. Die Reisebranche steht still! Tausende Unternehmen verzeichnen keinerlei Einkünfte. Dabei hängen allein in Deutschland nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) rund 2,9 Millionen Arbeitsplätze an der Touristik.

Wir fordern eine finanzielle Soforthilfe für die Vielzahl der touristischen Unternehmen, wie auch für uns Reisebüros, neben den bereits durch die Bundesregierung bereitgestellten Hilfen für Solo- und Kleinunternehmer. Diese Hilfe sollte zeitnah ausgezahlt werden und nicht rückzahlbar sein. Die Finanzhilfe könnte beispielsweise in Form eines Notfallfonds bereitgestellt werden, der speziell für die Tourismuswirtschaft einschließlich der Reisebüros eingerichtet wird.

Red.

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