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Brandenburg Dienstag, 01 Juni 2021 von Redaktion / Presseinfo

Brandenburger Groß- und Außenhandel: Verdi ruft Beschäftigte zum Warnstreik auf

Brandenburger Groß- und Außenhandel: Verdi ruft Beschäftigte zum Warnstreik auf

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftige im Brandenburger Groß- und Außenhandel für heute zu einem Warnstreik aufgerufen. Demzufolge sollen die rund 64.000 Arbeitnehmer des Phoenix Pharmahandels, der Alliance Healthcare Deutschland, der Sanacorp in Potsdam sowie der vier Bofrost-Standorte Ahrensfelde, Velten, Mahlow und Cottbus für einen Tag ihre Arbeit niederlegen. Ver.di fordert für den Groß- und Außenhandel eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge. 

Die Gewerkschaft Verdi teilte dazu mit: 

Warnstreiks beginnen im Pharmagroßhandel und bei Bofrost Nachdem die Arbeitgeber trotz der außergewöhnlichen Leistung ihrer Mitarbeiter*innen in der Pandemie und trotz guter Umsätze ein indiskutables Angebot vorgelegt haben, hat die ver.di-Tarifkommission beschlossen ein deutliches Zeichen zu setzen: Am heutigen Dienstag werden die Beschäftigten beim Phoenix Pharmahandel, bei der Alliance Healthcare Deutschland (beide in Berlin), bei Sanacorp in Potsdam sowie an den vier Bofrost-Standorten Ahrensfelde, Velten, Mahlow und Cottbus nicht arbeiten, sondern in den Warnstreik gehen.

Der Pharmahandel ist ein gutes Geschäft, nur nicht für die Beschäftigten. Während die Umsätze im letzten Jahr bis zu 5 Prozent stiegen, sollen die Beschäftigten leer ausgehen. Die meisten gehen in Vollzeit mit etwa 2.435 Euro brutto monatlich nach Hause und können davon kaum ein auskömmliches Leben finanzieren. Gerade in der Pandemie zeigen sie etwa bei den Impfstofflieferungen außergewöhnliches Engagement.

Forderung der Gewerkschaft

Das scheint die Arbeitgeber nicht zu interessieren: In der ersten Verhandlungsrunde für die rund 64.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in Berlin und Brandenburg haben sie für 2021 keine tabellenwirksame Erhöhung des ohnehin geringen Entgeltes, sondern lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro und dann auch nur für wirtschaftlich stabile Unternehmen angeboten – de facto also eine Nullrunde. Im Januar 2022 sollen alle Beschäftigten 150 Euro Einmalzahlung (Corona-Prämie) erhalten. Erst ab Juli 2022 soll laut Arbeitgeberangebot eine magere prozentuale Erhöhung von 1,5 Prozent vereinbart werden. Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate bis spätestens 1. Januar 2023 aufschieben.

„Noch nie war die Lohnungerechtigkeit in der Branche so deutlich wie in der jetzigen Zeit. Der Pharmagroßhandel hat in der Pandemie kräftige Umsatzzuwächse verbucht. Auch in diesem Jahr muss es deutliche tabellenwirksame Erhöhungen geben. Je früher desto besser, denn die Preise ziehen seit Jahresbeginn wieder kräftig an“, sagt Franziska Foullong, die ver.di-Verhandlungsführerin für Berlin und Brandenburg. „Die Beschäftigten im Pharmagroßhandel kommissionieren die Impfstoffe für die Lieferung an die Arztpraxen. Systemrelevanter geht es kaum noch! Das Angebot der Arbeitgeber zeigt, dass unsere Botschaft noch nicht bei ihnen angekommen ist. Da hilft nur Druck aus den Betrieben.“

Ver.di fordert für den Groß- und Außenhandel eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 %, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge.

„Bei Bofrost geht es den Beschäftigten darum, endlich nach Flächentarif bezahlt zu werden. Bofrost hingegen hält an seinem „verdrehten“ Modell fest, wonach die umsatzabhängige Provisionszahlung den Löwenanteil des monatlichen Gehalts ausmacht. Das Unternehmen wälzt damit das volle Risiko auf seine Beschäftigten ab! Offensichtlich ist am Verhandlungstisch alleine keine Lösung zu erreichen. Deshalb treten die Beschäftigten in den Streik“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin und Landesfachbereichsleiterin Conny Weißbach.

Red. / Presseinfo 

Bild: pixabay 

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