Brandenburg Dienstag, 29 Januar 2019 von Redaktion

362 Brandenburger warten auf eine Organspende

362 Brandenburger warten auf eine Organspende

Derzeit hoffen 362 Brandenburger und 460 Berliner auf eine Organspende. Erstmals seit mehreren Jahren umfasst die Warteliste in Deutschland wieder deutlich weniger als 10.000 Personen (9.405). Vor einem Jahr warteten in Deutschland 10.100 Personen auf eine Organspende, darunter 399 Brandenburger und 511 Berliner. "Weiterhin ist die Zahl derjenigen, die auf eine Organspende warten, erschreckend hoch", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Brandenburg und Berlin. "Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt. Denn seit dem vergangenen Jahr ist die Organspende nicht nur politisch, sondern auch gesamtgesellschaftlich zu einem noch wichtigeren Thema geworden."

Niere am häufigsten benötigt

In Brandenburg sind zurzeit 306 Schwerkranke auf eine neue Niere angewiesen. 25 Betroffene benötigen ein Spenderherz, 17 eine Leber, 14 eine Lunge und neun eine Bauchspeicheldrüse. In Berlin hoffen 397 Patienten auf eine Spenderniere, 16 auf eine Leber, 25 auf eine Bauchspeicheldrüse, 25 auf ein Herz und 16 Menschen auf eine Lunge. Unter den Wartenden gibt es auch Patienten, die mehrere Organe benötigen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation veröffentlichte vor Kurzem die Zahl der Organspender für das vergangene Jahr. Demnach haben 2018 insgesamt 37 Brandenburger nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Im Jahr zuvor waren es 18. In Berlin stieg die Zahl der Organspender 2018 im Vergleich zu 2017 von 35 auf 48 an. 

Organspendebereitschaft ist in Deutschland hoch

Trotzdem kommt es nur in ein bis zwei Prozent der möglichen Fälle tatsächlich zu einer Organspende. Wie kann das sein?

Während meiner chirurgischen Tätigkeit war ich lange Teil eines Transplantationsteams und habe Gespräche mit Angehörigen geführt, um die Option einer Organentnahme zu besprechen. Ebenso war ich zur Organentnahme in vielen Kliniken und habe mit den Ärzten vor Ort über ihre Probleme sprechen können.

Aus eigener Erfahrung kann ich daher sagen: der Minister hat mit seinem Ansatz völlig recht. Was wir direkt anpacken müssen, ist, die Entnahmekliniken in Deutschland zu stärken. Also die Kliniken, in denen potenzielle Organspender identifiziert und in denen die Organe entnommen werden, bevor sie an einen Patienten auf der Warteliste weitergleitet werden.

Diesen wichtigen Schritt ist die Regierung jetzt mit dem neuen Gesetz gegangen. Dabei setzt sie unter anderem auf zwei wichtige Aspekte: Zum einen auf die Stärkung der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern und zum anderen auf die Finanzierung.

Hintergrund:

Die Stiftung Eurotransplant ist als Service-Organisation verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern und arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie ist die nach dem Transplantationsgesetz beauftragte Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende in Deutschland.

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