Landkreis Inzidenz
Brandenburg Sonntag, 25 November 2007 von Helmut Fleischhauer

Dellmann: „Winterdienst ist gut vorbereitet“

900 Beschäftigte des Landesbetriebs Straßenwesen stehen mit 400 Fahrzeugen bereit für den Einsatz, um Autobahnen und die Bundes- und Landesstraßen von Eis und Schnee freizuhalten.
Infrastrukturminister Reinhold Dellmann: „Wir sind fit für den Winterdienst. Die Straßenmeistereien sind bestens vorbereitet. Die rund 900 im Winterdienst eingesetzten Beschäftigten werden zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch Heiligabend oder Silvester auf den Straßen sein und ihre Arbeit machen. Dafür verdienen sie Anerkennung und Respekt. Autofahrer müssen aber dennoch mit Glätte rechnen. Winterreifen sollte jetzt jeder aufgezogen haben.“
In Brandenburg sind rund 10.000 Kilometer Straßen, Zufahrten und Radwege im Winterdienst zu betreuen. Davon 800 Kilometer Autobahn, 2.700 Kilometer Bundesstraßen, 5.600 Kilometer Landesstraßen. Insgesamt sind bis zu 920 Mitarbeiter mit 390 Fahrzeugen im Einsatz. Stützpunkte sind die 44 Autobahn- und Straßenmeistereien im ganzen Land.
Entsprechend den Witterungsverhältnissen müssen die Straßen von Schnee geräumt oder von Glätte befreit werden. Auf den Autobahnen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach Wetterlage und Prognose rund um die Uhr im Einsatz. Neueste Streutechnik und moderne Fahrzeuge reduzieren den Verbrauch von Salz. Der Salzverbrauch konnte auf ein Zehntel der Menge früherer Jahre gesenkt werden. Grundsatz ist: „Nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich.“
120 Kilometer Schneezäune gegen Verwehungen an Bundes- und Landesstraßen, 23 km Schneezäune an Bundesautobahnen und fast 420 Streugutbehälter an Steigungsstrecken helfen, die Straßen frei zu halten.
„Alle Verkehrsteilnehmer sollten sich aber dennoch unbedingt auch selbst auf den Winter einstellen und entsprechend der Witterung vorsichtig fahren. Winterreifen sollten ebenso selbstverständlich sein, wie das Einschalten des Lichtes auch am Tage“, betont Dellmann. Ein Bußgeld bis zu 40 Euro ist möglich, wenn ein Fahrzeug eine nicht den Wetterverhältnissen angepasste Ausrüstung hat.
Hintergrundinfos zur Technik:
Wetterbeobachtung:
Im Land Brandenburg existiert das für die Bundesfernstraßen bundesweit eingeführte Straßenzustands- und Wetterinformationssystem (SWIS). Aus dem an der Autobahn aufgebauten Messnetz von derzeitig 28 Anlagen kommen wesentliche Straßenzustands- und Wetterinformationen.
Die Messstellen erfassen die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit, die relative Luftfeuchtigkeit, den Niederschlag, die Bodentemperatur an der Fahrbahnoberfläche und in 30 cm Tiefe und errechnen selbst eine Messstellenprognose die im 15 Minutenabstand mit allen Daten an den Großrechner des Deutschen Wetterdienstes (DWD) übertragen werden.
Im Bereich der Autobahnen hat jede Meisterei die Möglichkeiten die eigenen SWIS- Messstellen und die der angrenzenden Autobahnmeistereien einzusehen, um die Wetterentwicklungen für eigene Entscheidungen zu nutzen.
Der DWD liefert im Gegenzug mehrmals täglich die Wetterprognosen für die wetterunterschiedlichen Regionen des Landes, sowie aktuelle Satelliten- und Radarbilder, die unverzichtbar für den Winterdienst sind und durch alle Autobahn- und Straßenmeistereien online eingesehen werden können.
Feuchtsalz „FS 30“
Grundsatz beim Salz streuen ist: „So wenig wie möglich - nur so viel wie nötig“.
Auf dem Streufahrzeug befindet sich im großen Behälter das trockene Streusalz. Seitlich befinden sich die Behälter mit einer Salz-Wasser-Sole. Beide Komponenten werden mit der voreingestellten Streumenge dem Streuteller wegeabhängig zugeführt. Auf dem Streuteller erfolgt die Mischung des Salzes mit der Sole im Verhältnis 70% Trockensalz und 30% Sole.
Das so entstandene Feuchtsalz wird fein verteilt auf die Fahrbahn ausgebracht und haftet sofort fest an, so das ein Verwehen durch den Fahrtwind des Verkehrs vermieden wird. Dadurch verbleibt das Feuchtsalz auf der Fahrbahn und beseitigt dort unmittelbar die Glätte.
Durch den konsequenten Einsatz der Feuchtsalztechnologie „FS 30“ sank der Streusalzverbrauch von ehemals mehr als 60 g/m² auf jetzt 5-15 g/m² je Streueinsatz. Die Streumenge des Streusalzes wird entsprechend der erforderlichen Tauleistung und der Fahrbahntemperatur genau dosiert.
Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung

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