Seit 2015 hat Cottbus 17 neue Bebauungspläne für Wohnhäuser beschlossen. Fertig gebaut ist in zehn der Gebiete, in drei hat der Bau noch nicht einmal begonnen. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Fraktion CDU/Freie Wähler hervor, die am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung stand.
Rund 180 Wohneinheiten aus zehn Cottbuser Bebauungsplänen
Ein Bebauungsplan legt fest, was auf einer Fläche gebaut werden darf. Laut Stadt schafft er damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Baugebiet. Die Fraktion CDU/Freie Wähler hatte Ende Juli nach dem Stand der seit 2015 rechtskräftigen Bebauungspläne gefragt. Aus der Bürgerschaft kämen Hinweise, dass sich in einzelnen Gebieten trotz Baurecht lange wenig tue, hieß es in der Anfrage von Fraktionschef Jörg Schnapke. Die schriftliche Antwort hat Bürgermeisterin Doreen Mohaupt unterzeichnet, die derzeit den Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt leitet.
Vollständig umgesetzt sind laut der beigefügten Aufstellung in Schmellwitz das Wohngebiet Garteneck mit 16 Wohneinheiten und das Seniorenhaus „Regenbogen“ an der Querstraße mit 22 Plätzen. Dazu kommen ein Wohnhaus an der Heinrich-Albrecht-Straße in Sandow, das Gebiet Am Saspower Fließ (17) und das Therapie- und Reitsportzentrum Sielow (10).
In Groß Gaglow sind das Wohngebiet Waldblick (25) und Wassermanns Garten (2) fertig, in Gallinchen die Waldparksiedlung (70) und Am Birkengrund (12). Außerdem gehört die Grüne Wiese in Kiekebusch (6) dazu. Insgesamt sind so nach Angaben der Stadt rund 180 Wohneinheiten entstanden.
In der Sitzung trug Mohaupt eine Kurzfassung vor. Dabei verwies sie zudem auf das Wohnbauflächenpotenzialkataster der Stadt, denn gebaut werden könne auch außerhalb von Bebauungsplänen, etwa in Baulücken. Nachfragen stellte die Fraktion nicht.
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In vier Cottbuser Wohngebieten laufen Bau oder Vorbereitung
Am weitesten fortgeschritten ist laut Aufstellung das Wohngebiet an der Dissener Straße in Sielow. Dort hat die Planus Hausbaumanagement GmbH die zweite Reihe mit vier Eigenheimen gebaut, die Häuser an der Straße fehlen noch. Geplant sind 16 Wohneinheiten, der Stand liegt bei 50 Prozent.
Im Urbanen Gebiet Hardenbergstraße in Madlow sind 120 Wohneinheiten vorgesehen, die Stadt schätzt den Stand auf 10 bis 15 Prozent. Eigentümerin und Vorhabenträgerin ist die Stöber Planen und Bauen GmbH. Wege, Leitungen und ein Spielplatz für das gesamte Gebiet sind fertig. In den Häusern 2 und 3 entstanden 2024 aus Gewerberäumen 20 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit, Haus 4 kam 2025 als Ersatzneubau mit sechs Wohnungen hinzu. Alle sind vermietet. Die Häuser 5 und 6 mit je zehn Wohnungen sollen Ende 2026 fertig werden. Für die Häuser 7, 10 und 11 ist der Bauantrag 2026 und der Baubeginn 2027 geplant.
An der Grenzstraße in Gallinchen stehen laut Stadt die ersten Gebäude, weitere Baugenehmigungen sind erteilt. Dort plant ein privater Eigentümer 30 Wohneinheiten, weitere Bauanträge sind in Vorbereitung.
Auf der Dissenchener Binnendüne sind 170 Wohneinheiten geplant. Hier hatte die ISAHR Hausbau GmbH im Februar 2024 auf dem Gelände des früheren Kalksandsteinwerks den Grundstein gelegt (wir berichteten). Erste Erschließungsarbeiten sind umgesetzt, die Planung der Gebäude hat begonnen. Allerdings wird das städtebauliche Gesamtkonzept angepasst, der Hauptausschuss soll es im Oktober bestätigen. Danach soll der Vorhabenträger den ersten Bauantrag für den ersten Bauabschnitt stellen.
eG Wohnen baut am Sandower Spreebogen nicht vor 2029
Noch nicht begonnen wurde am Sandower Spreebogen mit 200 geplanten Wohneinheiten und im Wohngebiet Richard-Wagner-Straße in Schmellwitz mit 19. Beide Flächen gehören der eG Wohnen 1902. Laut Aufstellung ist dort keine Umsetzung vor 2029 vorgesehen, weil die Baukosten für einen Neubau zu hoch seien. Der Schwerpunkt liege aktuell auf der Sanierung des Bestands.
Das dritte Gebiet ohne Baubeginn ist die Grünstraße in Saspow mit zwölf Wohneinheiten. Das Grundstück gehört der Stadt, die es ausgeschrieben hat. Mit dem ausgewählten Bewerber laufen Kaufverhandlungen, die noch 2026 abgeschlossen werden sollen. Danach ist rund ein Jahr für die Erschließungsplanung angesetzt, die Bauarbeiten sollen voraussichtlich 2028 beginnen. In den drei Gebieten sind laut Aufstellung zusammen 231 Wohneinheiten geplant.
Eine Pflicht, einen Bebauungsplan umzusetzen, besteht laut Stadt in der Regel nicht. Das Baurecht bleibt bestehen, solange der Plan nicht aufgehoben oder geändert wird. Bauen müssten Vorhabenträger nur bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen. Dabei verpflichten sie sich in einem Durchführungsvertrag, das Projekt innerhalb einer vereinbarten Frist umzusetzen.
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