Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag zwei Hakenkreuze auf Regenbogenbanner vor dem Regenbogenkombinat in der Thierbacher Straße in Cottbus gesprüht und den Schriftzug „Wir hassen euch“ an eine Hauswand geschrieben. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet. Die Betroffenen sprechen von einer Serie von Angriffen und fordern wirksamen Schutz.
Polizeistreife entdeckt die Schmierereien am Samstagmorgen
Nach Angaben der Polizeidirektion Süd stellte eine Streife am Samstagmorgen verfassungsfeindliche Schmierereien an einer Einrichtung in der Thierbacher Straße fest. Dabei handelte es sich um zwei Hakenkreuze, die an einem Regenbogenbanner angebracht waren, sowie um den Schriftzug „Wir hassen euch“ an einer Hauswand.
Die Beamten leiteten ein Strafverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein und sicherten Beweise. Der Nutzer der Immobilie wurde informiert und will die Schmierereien beseitigen lassen. Zur Höhe des Schadens machte die Polizei keine Angaben.

Regenbogenkombinat: „Für uns sind das keine Zufälle“
Betroffen ist das Regenbogenkombinat in der Thierbacher Straße 21, ein Kulturzentrum in Trägerschaft des CSD Cottbus e. V. Das Haus hat sich am Samstag selbst mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Danach wurden die beiden Hakenkreuze auf Regenbogenbannern und die Aufschrift an der Fassade des Kulturzentrums „Bunte Welt“ entdeckt.
Geschäftsführer Christian Müller verweist darauf, dass das Haus wiederholt Ziel von Beschädigungen geworden sei: Banner würden beschmiert und abgerissen, zudem sei eine Papiertonne angezündet worden. „Für uns sind das keine Zufälle. Die Botschaft ist für mich klar“, erklärte Müller. Die Täter wollten Angst schüren und die queere Gemeinschaft einschüchtern. Man werde sich nicht vertreiben lassen und weiterhin jeden Vorfall anzeigen. Von Bund, Land und Kommunen fordert Müller wirksamere Schutzmaßnahmen und mehr Unterstützung für Vielfalt.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Initiative Sichere Orte verweist auf den Angriff auf die Zelle79
Auch die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, ein Zusammenschluss soziokultureller Orte, äußerte sich zu dem Vorfall. Das Regenbogenkombinat sei ein wichtiger Anker für die queere Gemeinschaft in Cottbus und der Niederlausitz und bereits mehrfach angegriffen worden.
Lukas Pellio, Sprecher der Initiative, erklärte: „Wir stehen an der Seite aller queeren Menschen in der Region. Wir erfahren schon seit langem, dass extrem rechte Wahlergebnisse zu mehr rechten Straftaten führen. Gerade jetzt erwarten wir, dass unsere Orte wirksam geschützt werden und langfristig abgesichert werden. Wer jetzt bei Vielfalt und Demokratie spart, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“
Die Initiative ordnet den Vorfall in eine seit Monaten anhaltende Reihe von Angriffen ein. Zuletzt war im Juli das Wohnprojekt Zelle79, an dem eine große Regenbogenflagge angebracht war, mit Brandsätzen angegriffen worden. In diesem Fall ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes. Für angegriffene Orte hat die Initiative nach eigenen Angaben einen Soforthilfefonds eingerichtet und ruft zu Spenden auf.
Lesen Sie auch: Zelle79: Rund 100 Menschen setzen Zeichen nach Brandanschlag in Cottbus
Weitere Polizeimeldungen aus der Stadt Cottbus
Einbruch in Großmarkt in Cottbus-Merzdorf – drei Männer gefasst
Ziegenbock läuft in Cottbus-Branitz weg – Tierpark fängt ihn ein
Weitere aktuelle Blaulichtmeldungen
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitz gibt es in unserem täglichen Überblick. Hier zur Übersicht
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Red. / Presseinformation
Fotos: Regenbogenkombinat Cottbus



