Das Tierheim Cottbus kann derzeit kaum noch Fundkatzen aufnehmen. Mehrere Fundkitten haben Parvovirose und Giardien eingeschleppt, alle Quarantänplätze sind belegt. Das teilt der Tierschutzverein Cottbus mit, der Ordnungsamt und Veterinäramt bereits informiert hat.
Warum das Tierheim Cottbus an die Grenze kommt
Mehrere Fundkitten haben Infektionskrankheiten in das Haus am Großen Spreewehr gebracht, darunter Parvovirose und Giardien. Die Parvovirose ist bei Katzen als Katzenseuche bekannt, hoch ansteckend und verläuft bei Jungtieren oft tödlich. Giardien sind Darmparasiten, die anhaltenden Durchfall auslösen. Pflege, Betreuung und Behandlung kosten deshalb deutlich mehr Aufwand als sonst.
Die vorhandenen Quarantänplätze sind vollständig belegt. Um die Fundkatzen weiter versorgen zu können, richtete der Verein eine zusätzliche Quarantänemöglichkeit ein. Auch die ist inzwischen ausgeschöpft. Einige Tiere haben die Erkrankung trotz intensiver Versorgung nicht überlebt, andere werden weiter behandelt. Die derzeit behandelten Tiere seien stabil, teilt der Verein mit.
Drei bis vier Wochen pro erkranktem Tier
Behandlung und anschließende Quarantäne nehmen mehrere Wochen in Anspruch, in der Regel drei bis vier. Solange diese Tiere versorgt werden müssen, stehen die Plätze nicht für weitere Fundtiere zur Verfügung.
Auch personell ist die Lage angespannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten unter hoher Belastung, um die bereits aufgenommenen Tiere bestmöglich zu versorgen, heißt es in der Mitteilung. Über die Situation hat das Tierheim das Ordnungsamt Cottbus und das Veterinäramt informiert. In einem gemeinsamen Austausch wurden die Lage und das weitere Vorgehen besprochen.
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Auch für Abgabetiere entstehen Wartelisten
Die Einschränkungen treffen nicht nur Fundtiere. Wer sich aus persönlichen Gründen von seinem Tier trennen muss, kann derzeit nicht mit einer sofortigen Aufnahme rechnen. Für Abgabetiere, die Halterinnen und Halter freiwillig ins Tierheim bringen, können Wartelisten entstehen.
Hunde, Kleintiere und Vögel gehen weiter
Die Engpässe betreffen vor allem Fundkatzen. Für Fundhunde sowie gefundene Kleintiere und Ziervögel bestehen nach Angaben des Vereins grundsätzlich weiterhin Aufnahmemöglichkeiten. Vor einer Fahrt zum Tierheim bittet der Verein aber um einen Anruf. So lässt sich im Einzelfall klären, ob das Tier aufgenommen werden kann und was dafür nötig ist.
Diese Notfälle sollen weiter gemeldet werden
Akute Notfälle sollen unverändert gemeldet werden. Dazu zählt der Verein:
In diesen Fällen soll zuerst das Tierheim angerufen werden. Kann es wegen der aktuellen Lage nicht selbst tätig werden, lässt sich die Tierrettung der Feuerwehr hinzuziehen. Auch bei tot aufgefundenen Tieren bittet der Verein um vorherige Rücksprache. Ist eine Abholung durch das Tierheim nicht möglich, kommen je nach Lage das Ordnungsamt oder die Feuerwehr infrage.

So erreichen Sie das Tierheim Cottbus
Das Tierheim liegt Am Großen Spreewehr 1A in 03044 Cottbus, Träger ist der Tierschutzverein Cottbus e. V. Die Telefonnummer lautet 0355 7296412. Die Vermittlung ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 8 bis 14 Uhr erreichbar, ein Besuch ist nach telefonischer Absprache möglich.
Wie lange die Einschränkungen gelten, ist offen. Der Verein bleibt mit dem Ordnungsamt und dem Veterinäramt im Austausch. Sobald sich die Lage bei den Quarantäne- und Behandlungskapazitäten entspannt, soll die reguläre Aufnahme von Fund- und Abgabetieren schrittweise wieder möglich werden.
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Red. / Presseinformation
Bild: Tierheim Cottbus







