Im Zusammenhang mit der Sabotage-Serie an der Stromversorgung sind in Sachsen neun weitere selbstgebaute Sprengvorrichtungen gefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden sie bei der Absuche im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerks Graustein bei Schleife (Landkreis Görlitz) entdeckt und durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärft. Damit steigt die Gesamtzahl der in Sachsen gefundenen Sprengvorrichtungen auf 21. Der Fund reiht sich in eine länderübergreifende Serie von Angriffen auf Umspannwerke und Stromtrassen ein, die auch Südbrandenburg betrifft – darunter der Anschlag auf das Umspannwerk Turnow-Preilack (Landkreis Spree-Neiße) nahe dem Kraftwerk Jänschwalde. Schleife liegt nur wenige Kilometer von der brandenburgischen Landesgrenze entfernt.
Ermittlungen der Extremismus-Zentralstelle
Die Ermittlungen in Sachsen führen die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen. Federführend ist dort die Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) bei der Generalstaatsanwaltschaft.
Ausgangspunkt der Ermittlungen in der Region war ein Vorfall in Südbrandenburg: Am 1. September war der Polizei zunächst eine mutmaßliche Beschädigung an einer Oberleitung des Umspannwerks Turnow-Preilack gemeldet worden. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte mehrere unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen. Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Zu einem größeren Stromausfall kam es nicht, die Versorgung war zu keiner Zeit gefährdet.
Inzwischen hat sich der Fall zu einer Serie mit Standorten in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ausgeweitet. Es tauchte ein Bekennerschreiben auf, die Polizei durchsuchte ein Wohnhaus im nordrhein-westfälischen Gevelsberg und fahndet öffentlich mit Fotos nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen ->> Hier weiterlesen
In Brandenburg wird unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.
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Red.




