Cottbus. Der Brandenburgische Kunstpreis ist an diesem Sonntag im Dieselkraftwerk in Cottbus verliehen worden. Sechs Künstlerinnen und Künstler teilen sich Preisgelder von insgesamt 55.000 Euro. Ministerpräsident Dietmar Woidke, Kulturstaatssekretär Tobias Dünow und BLMK-Direktorin Ulrike Kremeier übergaben die Auszeichnungen bei einer öffentlichen Festveranstaltung vor und im Haus.
Die ausgezeichneten Arbeiten sind noch bis zum 20. September 2026 im Dieselkraftwerk zu sehen. Gezeigt werden nicht einzelne Werke, sondern Werkgruppen aller Preisträgerinnen und Preisträger.
Drei Einzelpreise zu je 10.000 Euro
Die drei Einzelpreise für herausragende Positionen der zeitgenössischen Kunst gingen an Maren Strack, Peter Rohn und Gabriele Konsor.
Maren Strack, 1967 in Hamburg geboren, verbindet Bildhauerei, Performance, Tanz, Film und Klang. Sie arbeitet mit Gummi, Luft, Metall, Textilien und Alltagsgegenständen; ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt liegt im Landkreis Oberhavel.
Peter Rohn, 1934 in Dresden geboren und seit 1960 in Potsdam lebend, wird für sein Schaffen in Malerei, Zeichnung und Text geehrt. Seine farbintensiven Bilder verknüpfen persönliche Erfahrungen mit einem humorvollen Blick auf Zeitgeschichte.
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Gabriele Konsor erhält den Preis für ihre künstlerische Arbeit im ländlichen Raum. Sie lebt im Havelland und arbeitet in Zeichnungen, Installationen, Aktionen und Fotografien, die häufig Ausgangspunkt für Projekte mit Beteiligung anderer sind.
Ehrenpreis für das Lebenswerk von Christa Jeitner
Den mit 15.000 Euro dotierten Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk erhielt die 1935 in Berlin geborene Künstlerin Christa Jeitner. Sie entwickelt seit den 1960er Jahren die Nahtzeichnung als eigenständige Ausdrucksform und verbindet Grafik, Malerei und textile Materialien. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Akademie der Künste Berlin, des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Getty Research Institute in Los Angeles. Jeitner lebt und arbeitet in Ahrensfelde im Barnim.
„Christa Jeitner steht für Integrität, Mitgefühl und unermüdliches Wirken“, sagte Woidke bei der Verleihung. Immer wieder nähere sie sich aus künstlerischer Perspektive den Themen Erinnerung, Zeit und menschliche Existenz an.
Nachwuchspreis geht nach Brandenburg an der Havel und Kinshasa
Der als Stipendium vergebene Nachwuchsförderpreis der Kulturministerin in Höhe von 10.000 Euro ging an das kongolesisch-deutsche Duo Mukenge/Schellhammer. Lydia Schellhammer, 1992 in Konstanz geboren, und Christ Mukenge, 1988 in Kinshasa geboren, leben und arbeiten seit 2016 in Brandenburg an der Havel und in Kinshasa. Sie verbinden kongolesische und westliche Maltraditionen und arbeiten in Malerei, Zeichnung, Video, Performance sowie mit multimedialen und installativen Arbeiten.
Kulturstaatssekretär Dünow hob hervor, das Duo überschreite auf verschiedenen Ebenen Grenzen: „Ihre Zusammenarbeit zwischen Kinshasa und Brandenburg steht für eine Kunst, die unterschiedliche Erfahrungen nicht einebnet, sondern produktiv macht.“
Brandenburgischer Kunstpreis seit 2004 – jetzt neu zugeschnitten
Der Brandenburgische Kunstpreis wird seit 2004 vergeben und geht auf eine Initiative der Märkischen Oderzeitung zurück. Von 2005 bis 2023 zeichnete die Zeitung gemeinsam mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg Werke der Malerei, Grafik und Plastik aus, 2024 erstmals das Land Brandenburg in Kooperation mit der Stiftung. Nach einer Pause im vergangenen Jahr vergibt ihn nun das Kulturministerium zusammen mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst und unabhängigen Jurys.
Künftig wird der Preis alle zwei Jahre vergeben. Er richtet sich an Künstlerinnen und Künstler mit einer starken Verbindung zum Land Brandenburg – durch Wohnsitz, Atelier oder künstlerisches Schaffen. Die Spartengrenzen sind weggefallen.
Über die drei Einzelpreise entschied eine Jury aus Stefanie Plattner, Inka Schube und Christoph Tannert in einem offenen Bewerbungsverfahren. Über Ehrenpreis und Nachwuchsförderpreis entschieden Ulrike Kremeier, Adam Sevens und Katrin Stahmleder.

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Red. / Presseinformation








