Rund zehn Betroffene, Schwerpunkt Sandow, seit knapp einer Woche: Die Stadtwerke Cottbus haben unsere Fragen zum Haustürbetrug beantwortet. Wichtigste Nachricht für Betroffene: Bislang kam niemand zu spät.
Zehn Meldungen zum Haustürbetrug in einer Woche
Die Fälle häufen sich nach Angaben der Stadtwerke seit knapp einer Woche. Etwa zehn Kundinnen und Kunden haben sich seither im Kundenzentrum gemeldet.
Räumlich ist die Sache derzeit eingegrenzt: Betroffen ist vorrangig der Postleitzahlbereich 03042, also Sandow. Über die Grundzüge der Masche hatten wir am Morgen berichtet –>> Stadtwerke Cottbus warnen erneut vor Haustürbetrug
Die Frist beginnt später, als viele denken
Der wichtigste Punkt betrifft den Widerruf. Den automatischen Lieferantenwechsel könne man nicht stoppen, erklären die Stadtwerke, wohl aber die Kunden beim Widerruf unterstützen – und das mit Erfolg. Nach Bestätigung des Widerrufs durch den neuen Versorger wickeln die Stadtwerke die Kündigung zurück.
Entscheidend ist dabei eine Angabe, die viele überraschen dürfte: Die zweiwöchige Widerrufsfrist beginnt erst dann, wenn der neue Versorger die Vertragsbestätigung mit allen Vertragsdaten zugeschickt hat. Nicht mit der Unterschrift an der Haustür.
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Bislang sei deshalb noch niemand zu spät gekommen.
Woran echte Mitarbeiter zu erkennen sind
Auf unsere Frage, wie sich echte von falschen Mitarbeitern unterscheiden lassen, nennen die Stadtwerke drei Merkmale.
Haustürbetrug läuft anders als im März
Im März hatte der Versorger schon einmal gewarnt. Damals wurde mit dem Hinweis geworben, auf dem Dach der Mietshäuser werde eine Photovoltaikanlage installiert, weshalb ein Wechsel zu einem Solartarif nötig sei.
Diesmal locken die Verkäufer mit vermeintlich günstigeren Tarifen und niedrigeren monatlichen Abschlägen. Genau davor warnen die Stadtwerke: Ein niedriger Abschlag nütze wenig, wenn am Jahresende eine spürbare Nachzahlung folge.
Über 100 Euro Provision pro Vertrag
Die Stadtwerke rechnen vor, warum sich das Klingeln lohnt. Die Gesamtvergütung, die ein Drückerunternehmen pro abgeschlossenem Vertrag erhalte, liege weit über 100 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden entspreche das über fünf Cent je Kilowattstunde.
Dieses Geld wolle der Energieversorger absehbar wieder hereinholen, so die Einschätzung des Versorgers. Das geschehe oft dadurch, dass die an der Haustür versprochenen Preise von vornherein nicht so vorteilhaft seien wie dargestellt – oder dass bald eine Preiserhöhung folge.
Anzeige bisher nicht, aber Intervention
Anzeige haben die Stadtwerke bislang nicht erstattet. Sie beobachten das Geschehen nach eigenen Angaben intensiv und bekommen von Kunden auch Hinweise und Fotos.
Eingegriffen werde, sobald Falschaussagen mit Bezug auf die Stadtwerke fallen – etwa die Behauptung, jemand komme von den Stadtwerken oder solle in deren Auftrag Zähler ablesen, ebenso bei falschen Einsparversprechen und Preisvergleichen. Wer gegen seinen Willen zu einem Abschluss gedrängt wurde, werde unterstützt.
So erreichen Betroffene die Stadtwerke
Wer betroffen ist, wendet sich am schnellsten direkt an das Kundenzentrum vor Ort oder telefonisch an die 0355 351-0.
Symbolbild: Kindel Media/Pexels
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Red. / Presseinformation






