Zwölf zu sechs nach zehn Minuten, am Ende ein 32:39 – der letzte Test des LHC Cottbus vor dem Saisonstart gegen den tschechischen Erstligisten HK FCC Město Lovosice verlief wie eine Achterbahnfahrt. Trainer Bennett Speed zog nach der Partie in der Lausitz-Arena dennoch ein positives Fazit und ordnete im Gespräch ein, was Mut macht – und woran noch zu arbeiten ist.
„Ein typisches Phasenspiel“
„Was wir im Angriff in der ersten Halbzeit gemacht haben, war wirklich gut“, sagte Speed. Das Spiel sei „ein typisches Phasenspiel“ gewesen: „Die ersten 15 Minuten gehören ganz klar uns, dann schwankt das hin und her.“ Lovosice sei danach besser hereingekommen. „Was wir in den ersten 15 Minuten gut gemacht haben, haben die in den letzten 15 Minuten gut gemacht – da ist das Ergebnis ein bisschen zu deutlich.“ Am Endstand störte sich der Trainer nicht: „Es ist trotzdem ein sehr gelungenes Testspiel für uns gewesen und zeigt noch mal auf, wo wir wirklich noch dran arbeiten müssen.“ Dass man gegen einen so starken Gegner aus dem Nachbarland auch mit einem Rückschlag aus der Halle gehe, sei „gar nicht so schlecht“.
Klare Baustelle bleibt die Defensive: „Wir haben das ganze Spiel nicht so richtig gut verteidigt, hatten auch noch keine richtig gute Torhüterleistung.“ Insgesamt sieht Speed sein Team aber auf einem guten Weg. In der Sommerpause habe man in allen Bereichen – Abwehr, Angriff und Tempo – „an Kleinigkeiten und Details“ gearbeitet, „um noch ein bisschen besser und reifer zu werden. In Ansätzen machen wir das schon ganz gut. Nichtsdestotrotz ist da noch ganz viel Luft nach oben, wir befinden uns noch im Prozess.“
Personal: Rückkehrer im September erwartet
Gegen Lovosice fehlten dem LHC gleich mehrere Stammkräfte. Speed gab einen Ausblick: Marc Schmitz, der arbeitsbedingt in Frankfurt am Main gefehlt habe, werde zum Auftakt „auf jeden Fall dabei sein“. Jeremy Kutz sei krank gewesen, Pascal Hüneburg wegen seiner Flitterwochen entschuldigt – „sei ihm gegönnt“. Auch beim Langzeitverletzten Kuno Schauer zeichnet sich die Rückkehr ab: „Kuno werden wir im September noch auf dem Feld sehen“, ob schon im Heimspiel oder wenig später, sei noch offen.
Klarer Anspruch – trotz offener Zukunft
Beim Blick auf die Ziele wurde der Trainer deutlich. Der Anspruch müssen sein, um den ersten, zweiten, dritten Platz zu spielen. Schon in der Vorbereitung – etwa beim Turnier in Oranienburg – habe man gezeigt, „dass wir auf hohem Niveau Handball spielen und mit Drittligisten mithalten können“, phasenweise nun auch mit einem tschechischen Erstligisten.
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Auf die zuletzt vom Verein aufgeworfene Frage der wirtschaftlichen Zukunft angesprochen, zeigte sich Speed gelassen. Die Mannschaft habe „genug Vertrauen, dass der Verein das hinbekommt“. Man kümmere sich um den sportlichen Teil: „Die Mannschaft und ich kriegen das Vertrauen vom Verein, dass wir den sportlichen Teil machen. Also müssen wir auch der Geschäftsführung das Vertrauen entgegenbringen und sagen: Ihr macht das schon.“
Mit Blick auf den Saisonstart am Samstag geht der Trainer optimistisch in die Spielzeit – auch wegen des Umfelds. „Die Region ist der Wahnsinn, wenn es um Unterstützung geht. Wie schnell wir hier die Halle voll machen, ist einzigartig“, schwärmte Speed. „Die Region ist einfach sehr sportverliebt. Das spüren wir, und das macht Spaß.“
Für den LHC beginnt die Punktspielsaison am Samstag, 5. September, um 19 Uhr in der Lausitz-Arena gegen die Sp. Vg. Blau-Weiß 1890.
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