Seit Montag ist die Schule wieder da – und mit ihr Tausende Kinder im Berufsverkehr. Zwischen 7 und 8 Uhr verunglücken Kinder besonders häufig. Der ADAC nennt die Stunde, in der es kritisch wird, und rät Eltern von einer gut gemeinten Gewohnheit ab.

Schulstart: Die gefährlichste Stunde des Tages
Mit dem Ferienende hat am Montag in Brandenburg wieder die Schule begonnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verunglücken Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren montags bis freitags besonders häufig zwischen 7 und 8 Uhr – also genau dann, wenn viele auf dem Weg zur Schule sind.
Die Zahl dahinter ist deutlich: Zwölf Prozent aller werktags verunglückten Kinder dieser Altersgruppe kamen 2025 allein in dieser einen Stunde zu Schaden.
„Wir Erwachsenen überschätzen schnell, was Kinder können“
„Sie nehmen Verkehrssituationen anders wahr, können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen und reagieren häufig spontan“, sagt Karsten Schulze, Vorstand für Verkehr und Technik des ADAC Berlin-Brandenburg. „Deshalb sind wir Erwachsenen in der Verantwortung, besonders aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren.“
Im Umfeld von Schulen, Wohngebieten und Bushaltestellen heißt das: vorausschauend fahren, Tempo runter, jederzeit bremsbereit sein. Wegen ihrer Körpergröße werden Kinder zwischen parkenden Fahrzeugen leicht übersehen.
Der sicherste Weg ist besser als der kürzeste
Für Schulanfängerinnen und Schulanfänger ist nicht nur die Schule neu, sondern oft auch der Weg dorthin. Der ADAC rät Eltern, den Schulweg und vor allem das Überqueren von Straßen frühzeitig und mehrfach gemeinsam zu üben.
Dabei gilt: Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg ist der beste. Ein kleiner Umweg lohnt sich, wenn er unübersichtliche Kreuzungen erspart.
Ein praktischer Test ist der Rollentausch: Das Kind führt die Eltern zur Schule und erklärt selbst, wo es aufpassen muss. Auch genug Zeit gehört dazu – Hektik führt zu Unaufmerksamkeit.
Was gehört in den Ranzen – und was nicht?
Zum Schulstart melden sich auch die Sana Kliniken Niederlausitz zu Wort, mit einer Antwort auf eine Frage, die sich viele Eltern stellen: Gehören Pflaster, Desinfektionsmittel und Schmerztabletten in den Schulranzen?
Die kurze Antwort: Ein paar Pflaster können hilfreich sein. Eine kleine Hausapotheke ist dagegen weder notwendig noch sinnvoll.
„Ein Pflaster kann bei einer kleinen Schramme nützlich sein. Viel wichtiger ist jedoch, dass ein Kind einen einfachen Grundsatz kennt: Ich bleibe mit einer Verletzung nicht allein, sondern hole sofort eine erwachsene Person“, sagt Dr. Volkmar Hanisch, Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz. „Kinder sollen nicht selbst entscheiden müssen, ob eine Verletzung harmlos ist oder medizinische Hilfe benötigt.“
Die Regeln, die dahinterstehen, sind schlicht: Hilfe holen, eine erwachsene Person informieren und bei einem Unfall nicht einfach weitergehen.
Ein Punkt, den die Klinik besonders betont, betrifft Kinder mit Vorerkrankungen: Bei Allergien, Diabetes, Asthma oder anderen Erkrankungen müssen Notfallmedikamente und Zuständigkeiten verbindlich mit der Schule abgestimmt werden – nicht nebenbei am Elternabend, sondern klar geregelt.
Elterntaxi: Eltern sind selbst skeptisch
Fast jedes fünfte Grundschulkind wird laut einer Umfrage der ADAC Stiftung von 2025 täglich mit dem Auto zur Schule gefahren, weitere neun Prozent mindestens jeden zweiten Tag. Bemerkenswert ist, wie die Eltern selbst darüber denken: 58 Prozent lehnen das Elterntaxi grundsätzlich ab, 56 Prozent sagen, dass dadurch gefährliche Verkehrssituationen entstehen.
Viele Fahrzeuge auf engem Raum, riskante Wendemanöver, Halten in zweiter Reihe oder an Bushaltestellen – genau das macht die Lage vor Schulen unübersichtlich.
Wenn das Auto nötig ist, empfiehlt der ADAC ausgewiesene Hol- und Bringzonen. An solchen „Elternhaltestellen“ steigen Kinder in sicherer Entfernung zur Schule aus und legen zumindest den letzten Abschnitt zu Fuß zurück.
„Sicher und selbstständig mobil zu sein, lernt man nicht auf dem Rücksitz“, so Schulze.
Titelbild: © Stadt Cottbus
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation





