Die deutschen Gasspeicher waren Mitte August nur zur Hälfte gefüllt – vor einem Jahr waren es zwei Drittel. Sachsen fordert die Bundesregierung deshalb zum Handeln auf. Das gesetzliche Ziel für den 1. November dürfte kaum noch zu erreichen sein.
Gasspeicher zu 50 Prozent gefüllt
Nach Angaben des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber lagen die deutschen Speicher am 17. August 2026 bei 50,06 Prozent. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt knapp 67 Prozent.
Der Branchenverband FNB Gas weist darauf hin, dass das gesetzliche Einspeicherziel zum 1. November nur noch schwer zu erreichen sein dürfte. Die Gasspeicherfüllstandsverordnung schreibt für die meisten Speicher 80 Prozent vor, für bestimmte Porenspeicher gelten abweichende Werte. In der Gesamtbetrachtung läuft das auf rund 70 Prozent hinaus.

„Appelle reichen nicht aus“
Sachsens Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter erwartet von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mehr als Appelle an die Marktakteure. „Wenn die Speicherstände deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleiben, muss der Bund Verantwortung übernehmen und für Klarheit sorgen“, sagte er.
Die Versorgungssicherheit dürfe nicht allein davon abhängen, ob Händler bei den derzeit hohen Großhandelspreisen genug Gas einkauften. Die Ministerin müsse darlegen, wie sie die Versorgung von Haushalten und Wirtschaft sicherstellen wolle – „und zwar bevor eine kritische Lage entsteht“.
Panter warnt davor, auf Glück zu setzen: „Deutschland darf nicht auf einen milden Winter, fallende Preise oder störungsfreie internationale Gaslieferungen hoffen.“
Sachsen dringt auf eine strategische Gasreserve
Zusätzlich fordert der Freistaat Tempo bei einer nationalen strategischen Gasreserve. Sie soll neben den am Markt beschafften Mengen aufgebaut werden und nur in klar definierten Krisenlagen zum Einsatz kommen.
„Eine strategische Gasreserve ersetzt nicht den Markt, sondern schafft zusätzliche Sicherheit für außergewöhnliche Lagen“, so Panter. Die Energieministerkonferenz hatte einen entsprechenden sächsischen Antrag im Mai 2026 einstimmig angenommen.
Was ein halb voller Gasspeicher für die Region bedeutet
Der Füllstand der Speicher entscheidet mit darüber, wie stark die Gaspreise im Winter schwanken. Wer im Herbst einen neuen Liefervertrag abschließt, bekommt die Lage direkt zu spüren.
Für die Lausitz kommt hinzu: Erdgas ist in den Plänen zum Kohleausstieg als Brückentechnologie gesetzt – etwa für die geplanten Gaskraftwerke am Standort Jänschwalde. Wie verlässlich diese Brücke trägt, hängt auch an Fragen wie dieser.
Symbolbild: Magnascan / Pixabay
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