Ein Heulton allein sagt wenig. Künftig folgt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz eine Ansage: Die Sirenen im Landkreis OSL können erstmals kurze Sprachdurchsagen wiedergeben. Premiere ist am bundesweiten Warntag am 10. September.
153 Sirenen sind umgerüstet
Möglich wird das durch die abgeschlossene Modernisierung: 153 moderne elektronische Sirenen stehen inzwischen zur Verfügung. Sämtliche alten mechanischen Tellersirenen wurden ersetzt, angestoßen hatte das der damalige Landrat Siegurd Heinze.
Rund 1,4 Millionen Euro flossen in das Netz, etwa drei Viertel davon trug der Landkreis selbst. Entstanden ist damit eine flächendeckende Abdeckung für alle Städte, Ämter und Gemeinden.
Das wird zu hören sein
Am Warntag ertönt um 11 Uhr der Warnton mit anschließender Durchsage, um 11:45 Uhr folgt die Entwarnung. Der Wortlaut steht bereits fest und wird jeweils auf Deutsch und Englisch abgespielt.
Bei einer Warnung heißt es: „Achtung, das ist eine Warnmeldung, informieren Sie sich in den Medien wie z. B. Radio oder Warn-Apps.“ Zur Entwarnung folgt: „Achtung, Entwarnung, Entwarnung, Entwarnung. Die gemeldete Gefahr besteht nicht mehr.“ Beim monatlichen Probealarm wird lediglich angesagt: „Achtung, das ist ein Probealarm.“
Ab Oktober jeden ersten Mittwoch
Nach dem Warntag werden die Durchsagen fester Bestandteil der monatlichen Probe. Erstmals ist das am Mittwoch, 7. Oktober, der Fall, danach regelmäßig an jedem ersten Mittwoch im Monat um 15 Uhr.
Wichtig für alle, die dann erschrecken: Bei Warntag und Probealarm besteht kein Handlungsbedarf. Im Ernstfall gilt dagegen, Ruhe zu bewahren, den Durchsagen zu folgen und sich über Radio oder die Warn-App NINA weiter zu informieren.
Sirenen im Landkreis OSL wecken auch nachts
Warum überhaupt Sirenen, wenn es Apps gibt? Der Landkreis nennt einen klaren Grund: Sirenen sind derzeit das einzige Warnmittel mit unmittelbarem Weckeffekt. Sie erreichen Menschen auch dann, wenn das Smartphone stumm oder aus ist.
„Sirenen sorgen zunächst für Aufmerksamkeit. Die anschließenden Sprachdurchsagen geben den Menschen eine erste Orientierung“, erklärt Dezernent Martin Höntsch, zuständig für Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz. Damit werde die Warnung verständlicher und wirkungsvoller.
OSL ist Vorreiter im Land
Entwickelt wurden die Sprachdateien unter Federführung des Innenministeriums. Ende 2025 stellte das Land sie den Landkreisen und kreisfreien Städten kostenfrei zur Verfügung – OSL setzt sie nun als erster Landkreis flächendeckend um und war zuvor an der Projektgruppe beteiligt.
Hörbeispiele, Antworten auf häufige Fragen und weitere Informationen stellt der Landkreis auf seiner Internetseite bereit. Nach der Einführung sollen Verständlichkeit und Reichweite fortlaufend ausgewertet werden.
Foto: Stadt Senftenberg (Archiv)
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