Am DEKRA Lausitzring haben Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Industrie über den Umstieg auf emissionsfreie Lkw diskutiert. Beim Zukunftstag Nutzfahrzeuge von BGL und DEKRA ging es vor allem um die Frage, wie die Antriebswende wirtschaftlich und praxistauglich gelingt, wie die Veranstalter mitteilen.
Nicht die Technik ist das Problem
Einigkeit bestand darüber, dass der Hochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge heute nicht mehr an der Fahrzeugtechnik scheitert. Fahrzeughersteller, Trailer-Industrie und Technologieanbieter bringen zunehmend marktreife Lösungen auf die Straße. Entscheidend sei vielmehr, dass der Business Case entlang der gesamten Wertschöpfungskette funktioniere – von der Herstellung über die Spedition bis zur Ladeinfrastruktur.
Der Business Case entscheidet
Hersteller brauchen verlässliche Nachfrage, um Kapazitäten auszubauen und Kosten zu senken. Für Transportunternehmen zählen die wirtschaftlichen Gesamtkosten, das passende Einsatzprofil und eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Betreiber von Ladepunkten wiederum benötigen planbare Netzanschlüsse und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Batterieelektrische Lkw könnten im Betrieb schon heute günstiger sein als Diesel-Fahrzeuge – erst recht, wenn Speditionen beim Depot-Laden eigenen Solarstrom nutzen. „Unsere Unternehmen sind bereit, in die Antriebswende zu investieren“, sagte BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.
Politik verspricht mehr Ladeinfrastruktur
Für die Bundesregierung sprach Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. Der Bund baue die öffentliche Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen aus; die Ausschreibung für ein Schnellladenetz mit 350 Standorten sei teils auf dem Weg, teils abgeschlossen. Bis 2030 soll es im Kernnetz alle 60 Kilometer eine Anlage geben, im Gesamtnetz alle 100 Kilometer. Zusätzlich stellt der Bund in den nächsten vier Jahren eine Milliarde Euro für Ladeinfrastruktur in den Depots der Transportunternehmen bereit.
Technik live auf der Rennstrecke
Wie weit die Entwicklung ist, konnten die Teilnehmenden am DEKRA Lausitzring direkt erleben. Im Innovation Hub zeigten zahlreiche Aussteller aktuelle Fahrzeuge und Lösungen; bei Fahrdemonstrationen fuhren batterieelektrische Nutzfahrzeuge unter realen Bedingungen über die Rennstrecke. Einblicke gab es zudem in das DEKRA Batterie Test Center, in dem Batteriesysteme unter Extrembelastungen geprüft werden. Der Lausitzring gilt als Europas größtes herstellerunabhängiges Prüf- und Testzentrum für die Mobilität der Zukunft.
Knapp 300 Gäste am Lausitzring
Am Zukunftstag Nutzfahrzeuge 2026 nahmen knapp 300 Gäste teil. Mit Veranstaltungen wie dieser wollen BGL und DEKRA den Dialog zwischen Branche, Industrie, Energiewirtschaft und Politik weiter voranbringen. Dass der Termin am DEKRA Lausitzring stattfand, unterstreicht die Rolle des Standorts in der Lausitz für die Mobilität von morgen.
Foto: Patrick Meischer / DEKRA
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