Die UKA-Gruppe ist dem Net Zero Valley Lausitz beigetreten. Im Rahmen der DecarbonDays in Cottbus unterzeichnete der Projektentwickler für erneuerbare Energien einen Letter of Intent. Das Net Zero Valley ist ein europäisch angestoßenes Programm, das ausgewählte Regionen gezielt zu Standorten für klimaneutrale Industrie und saubere Energietechnik ausbauen soll. Die Lausitz wurde Ende 2025 als erste solche Region Europas ausgewiesen. Was UKA konkret einbringen will und wo das Unternehmen die Potenziale im Valley sieht, dazu mehr im Videotalk ->> Hier anschauen.
UKA wird Net Zero Valley Partner
Mit der Unterzeichnung des Letter of Intent will UKA die Energiewende in der Lausitz aktiv mitgestalten. Das Unternehmen entwickelt seit vielen Jahren Wind- und Photovoltaikprojekte in Brandenburg und Sachsen und ist nach eigenen Angaben 1999 gegründet worden sowie seit knapp 15 Jahren in Cottbus vertreten. Hannes Stark, Abteilungsleiter Akquisition und Projektinitiierung bei UKA, beschreibt das Unternehmen als Vollprojektentwickler, der im Wind- und Solarbereich tätig ist und seit einigen Jahren auch im Speichersegment arbeitet, das er als aktuelles Zukunftsthema einordnet.
Eingebracht werden soll vor allem Praxiserfahrung. Von den frühen Projektphasen über die Finanzierung und die Genehmigung bis zur Realisierung habe UKA zahlreiche Verfahren begleitet und sieht darin einen konkreten Mehrwert für die gemeinsame Arbeit.
Erwartungen an die Zusammenarbeit
Für UKA bedeutet der Letter of Intent vor allem den Startschuss für eine aktive Zusammenarbeit mit der Initiative. Stark hebt den Netzwerkgedanken hervor. Innerhalb des Net Zero Valley würden Partner zusammengebracht, und das Unternehmen erhoffe sich, die vielfältigen Potenziale der Region im laufenden Transformationsprozess aktiv zu nutzen. Man verspreche sich eine enge Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen.
Grüne Energie als Argument für Investoren
Aus Sicht des Net Zero Valley ist UKA einer von vielen Partnern, deren Einbindung über den Erfolg der Initiative entscheidet. Dr. Maria Marquardt, die für die Umsetzung des Net Zero Valley Lausitz verantwortlich ist, betont, dass die Region ohne Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nicht erfolgreich sein könne. Dass UKA grüne Energie erzeuge, sei dabei ein wichtiges Argument, um Investoren in die Lausitz zu holen. Die Nachfrage nach grünem Strom sei inzwischen ein zentraler Faktor bei Ansiedlungsentscheidungen, weshalb sie es als Gewinn bewertet, das Unternehmen an der Seite zu haben.
Net Zero Valley: Geschäftsstelle ab Juli, Fokus auf Flächen und Investoren
Den aktuellen Stand ordnet Marquardt ein. Seit Dezember 2025 ist die Lausitz das erste Net Zero Valley Europas. Zum Juli soll eine Geschäftsstelle ihre Arbeit aufnehmen, die als operativer Dienstleister fungiert. Sie soll die elf Flächeneigentümer stärker in den Prozess einbinden und Aufgaben übernehmen, die bislang ehrenamtlich getragen wurden. Dazu zählen Öffentlichkeitsarbeit, Gremienarbeit und die Ansprache von Unternehmen, die bereits vor Ort sind, vor allem aber die Gewinnung neuer Investoren.
Der Gamechanger fehlt noch: Tempo bei den Genehmigungen
Bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen sieht Stark erste Vorteile, die das Valley bereits biete, darunter ein prioritäres Antragsverfahren und eine bessere Argumentationsgrundlage im Abwägungsprozess mit der Öffentlichkeit. Der entscheidende Hebel fehle allerdings noch, daran werde derzeit gearbeitet. Als Lausitz habe man bereits in mehreren Sonderausschüssen des Landes vorsprechen können und Forderungspapiere an Land, Bund und EU gerichtet.
Im Kern gehe es um die Beschleunigung von Genehmigungsprozessen. Diese dauerten in der Projektentwicklung je nach Einzelfall häufig zwischen drei und sechs Jahren, das müsse deutlich schneller werden. UKA stehe dazu in engem Austausch mit den Genehmigungsbehörden, woraus sich nach Einschätzung von Stark nutzbare Abstimmungssynergien ergäben, die dem Unternehmen bei der Umsetzung des Net Zero Valley in der Lausitz zugutekommen könnten.
Hintergrund: Was das Net Zero Valley Lausitz vorhat
Das Net Zero Valley Lausitz ist Teil der europäischen Initiative des Net Zero Industry Act. Ziel ist es, Regionen mit besonderem Potenzial für klimaneutrale Technologien zu stärken, industrielle Ansiedlungen zu beschleunigen und Europa bei strategischen Zukunftstechnologien unabhängiger zu machen. Brandenburg und Sachsen hatten die Lausitz Ende 2025 offiziell als erstes Net Zero Valley Europas ausgewiesen. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau von Infrastruktur und Industrie in den Bereichen erneuerbare Energien, Speichertechnologien, Wasserstoff, Stromnetze und sektorübergreifende Energielösungen. Schon jetzt umfasst das Valley elf strategisch vorbereitete Industrie- und Gewerbestandorte mit rund 800 Hektar Entwicklungsfläche. An der Entwicklung des Konzepts waren nach Angaben der Initiative rund 200 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft beteiligt. Die Initiatoren verweisen dabei auf die enge Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Sachsen und den sogenannten Lausitzer Weg, einen länderübergreifenden Bottom-up-Prozess für die industrielle Transformation. Unterzeichnet wurde der Letter of Intent im Rahmen der DecarbonDays, die in Cottbus Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und politische Akteure rund um Dekarbonisierung und Zukunftstechnologien zusammenbringen.
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