Nördlicher Geh- und Radweg soll wieder öffnen
Der nördliche Geh- und Radweg am Stadtring war wegen der Erdfälle gesperrt worden. Nach Angaben der Stadt Cottbus/Chóśebuz sollen Fußgänger und Radfahrer den Bereich künftig wieder nutzen können, allerdings nicht auf der ursprünglichen Führung direkt über die Schadstellen hinweg. Stattdessen ist eine angepasste Wegeführung geplant, die an den betroffenen Bereichen vorbeiführt.
Dafür will die Stadt zusätzliche Sicherungsmaßnahmen einrichten. Diese sollen ein sicheres Passieren der vorhandenen Schadstellen ermöglichen. Die Lösung orientiert sich laut Stadt an der südlichen Seite des Stadtrings, wo der Geh- und Radweg bereits mit Einschränkungen und angepasster Führung genutzt werden kann.
Die Stadt spricht von einem Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit, Nutzbarkeit und den weiterhin notwendigen Einschränkungen. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer habe weiterhin oberste Priorität. Gleichzeitig will Cottbus die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung bis zur endgültigen Sanierung der Erdfälle möglichst gering halten.
Erdfälle hängen mit Altlastensanierung zusammen
Die Erdfälle stehen im Zusammenhang mit der seit vielen Jahren laufenden Altlastensanierung am Standort des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels. Nach Angaben der Stadt befinden sich die betroffenen Bereiche auf beziehungsweise unter dem Stadtring sowie auf dem Grundstück des früheren Chemiehandels, wo sich heute unter anderem die BMX-Bahn und ein Parkplatz befinden.
Wegen der historischen Schadstoffkontaminierung von Erdreich und Grundwasser laufen dort seit mehr als zwei Jahrzehnten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Insgesamt wurden laut Stadt 55 Schachtbauwerke errichtet. Sie dienen der Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung. Die Maßnahmen sollen Mensch und Umwelt schützen und die Schadstoffbelastungen langfristig beseitigen.
Auch frühere öffentliche Unterlagen der Stadt ordnen den Bereich als bedeutenden Altlastenfall ein. In einer städtischen Präsentation zur Altlastensanierung wurde der frühere Potsdamer Chemiehandel als Standort beschrieben, an dem nach der Wende Altlasten gutachterlich nachgewiesen wurden. Zudem wurde dort die Kombination aus Bodenluftsanierung und Grundwassereinigung als Sanierungsansatz dargestellt.
Bereits im Januar 2024 hatte Niederlausitz Aktuell über Einschränkungen auf dem Stadtring nach Erdfällen an Brunnen berichtet. Damals ging es unter anderem um Verkehrseinschränkungen und Tempo 30 im Umfeld der Auffahrt Parzellenstraße.
Sanierung soll Anfang 2027 beginnen
In den Jahren 2023 und 2024 wurden laut Stadt im Bereich mehrerer Schachtbauwerke Setzungen und Erdfälle festgestellt. Daraufhin leitete Cottbus Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ein. Dazu gehörten die Absicherung der betroffenen Bereiche, Verkehrseinschränkungen sowie die Sperrung des nördlichen Geh- und Radweges.
Zur kurzfristigen Stabilisierung testete die Stadt Ende 2024 zunächst ein spezielles Expansionsharz an ausgewählten Schadstellen. Dieses Verfahren sollte vorhandene Hohlräume dauerhaft verfüllen und den Baugrund stabilisieren. Nach Angaben der Stadt erfüllten die Ergebnisse jedoch nicht die fachlichen Anforderungen. Deshalb verfolgt Cottbus dieses Verfahren für eine großflächige Sanierung nicht weiter.
Im Anschluss leitete die Stadt 2024 ein Vergabeverfahren ein, um ein spezialisiertes Planungsbüro mit einem dauerhaften Sanierungskonzept zu beauftragen. Mehrere Ausschreibungen blieben jedoch ohne Erfolg. Erst Ende 2025 konnte nach Angaben der Stadt im Rahmen einer Direktvergabe ein erfahrenes Ingenieurbüro gebunden werden.
Derzeit laufen die notwendigen Planungsleistungen. Die Stadt verweist auf besondere geologische Verhältnisse, die laufende Altlastensanierung und die direkte Lage der Schachtbauwerke im öffentlichen Verkehrsraum. Deshalb sei eine technisch anspruchsvolle Planung erforderlich. Die Planungsarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2026 andauern. Danach will die Stadt die bauliche Sanierung der Erdfälle am Stadtring Anfang 2027 beginnen.
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Red. / Presseinformation




