Der Flughafen BER hat 2025 seinen Konzernverlust auf 86,1 Millionen Euro gesenkt und seine finanzielle Selbstständigkeit erreicht. Damit ist die Flughafengesellschaft nicht mehr auf Bürgschaften ihrer Gesellschafter angewiesen. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hervor.
BER Finanzen 2025: Verlust sinkt deutlich
Der Konzernjahresfehlbetrag der FBB lag im vergangenen Jahr bei 86,1 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 134,4 Millionen Euro. Der Verlust verringerte sich damit um 48,3 Millionen Euro und fiel auch stärker aus als geplant. Im Management-Case war ein Fehlbetrag von 93,0 Millionen Euro vorgesehen.
Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls. Das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, stieg auf 203,9 Millionen Euro nach 152,3 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Darstellung der Flughafengesellschaft erzielte das Unternehmen damit zum vierten Mal in Folge ein positives operatives Ergebnis. Maßgeblich dafür waren laut Bericht gestiegene Verkehrserlöse und geringere Aufwendungen.
Refinanzierung über 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen
Im November 2025 schloss die FBB ein Refinanzierungspaket über 1,2 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ab. Die neue Konsortialfinanzierung „Elevate“ läuft über fünf Jahre und erfolgte nach Angaben der Flughafengesellschaft ohne Gesellschafterbürgschaften als Sicherheit. Damit wurde die zuvor bestehende Konsortialfinanzierung abgelöst.
Im Februar 2026 folgte die letzte mit den Gesellschaftern vereinbarte Kapitalzuführung von 500 Millionen Euro zur Tilgung von Altkrediten aus der Bauzeit. Die ursprünglich zugesicherte Summe von bis zu 660 Millionen Euro musste das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht vollständig in Anspruch nehmen.
„Die finanzielle Selbstständigkeit ist ein Ergebnis der konsequenten Umsetzung des 2021 mit den Gesellschaftern vereinbarten Teilentschuldungsplans“, erklärt Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. „Diesen Weg werden wir trotz sehr fordernder externer Einflüsse auf die Luftverkehrsbranche weiter gehen.“
Was die Bilanz für den Standort bedeutet
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich im Konzern von rund 2,0 Milliarden Euro auf etwa 1,75 Milliarden Euro. Das Eigenkapital lag zum Jahresende bei 662,9 Millionen Euro nach 749,0 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Eigenkapitalquote betrug 16,1 Prozent.
Nach Einschätzung der Flughafengesellschaft ist die Finanzierung des Konzerns mittelfristig gesichert. Die Verlustsituation besteht laut Bericht vor allem wegen der Unterauslastung der Infrastruktur bei zugleich hohen Kapitalkosten und Abschreibungen. Das Passagieraufkommen wie vor der Coronapandemie wird nach aktueller Einschätzung des Unternehmens erst gegen Ende der 2020er Jahre und einschließlich des Inlandsverkehrs Mitte der 2030er Jahre erreicht.
Ausblick 2026: Schuldscheindarlehen geplant
Für 2026 will die FBB das Fälligkeitsprofil ihrer Finanzierung weiter optimieren. Vorgesehen ist die Begebung von Schuldscheindarlehen, um die Laufzeiten der Verbindlichkeiten auf bis zu zehn Jahre zu verlängern. Eine Ausweitung des Gesamtfinanzierungsvolumens ist nach Angaben des Unternehmens dabei nicht geplant.
Dieser Beitrag gehört zu unserer Reihe zum BER Geschäftsbericht 2025. In den weiteren Teilen betrachten wir Verkehr und Service am Flughafen sowie die Klimaziele der Flughafengesellschaft.
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