Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat am Montag ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach sank der Konzernjahresfehlbetrag auf 86,1 Millionen Euro – das sind 48,3 Millionen Euro weniger als 2024. Zugleich erreichte das Unternehmen seine finanzielle Selbstständigkeit. Das geht aus einer Mitteilung der Flughafengesellschaft hervor.
BER wächst 2025 bei Passagieren und Fracht
Laut dem BER Geschäftsbericht 2025 reisten im vergangenen Jahr rund 26,1 Millionen Fluggäste über den Flughafen. Das waren 2,3 Prozent mehr als 2024, als der BER rund 25,5 Millionen Passagiere zählte. Bei den Flugbewegungen zählte der BER 193.042 Starts und Landungen, ein Plus von 0,7 Prozent. Die durchschnittliche Auslastung der Flugzeuge stieg dabei auf 82,2 Prozent.
Deutlich stärker legte die Luftfracht zu: Mit 51.976 Tonnen umgeschlagener Güter wuchs sie um 17,4 Prozent. Diese Entwicklung führt die Flughafengesellschaft vor allem auf das E-Commerce-Geschäft chinesischer Handelsunternehmen zurück. Der verkehrsreichste Tag seit der Eröffnung war nach Angaben der FBB der 17. Oktober 2025 mit 102.059 Reisenden. Im selben Monat begrüßte der Flughafen seinen 100-millionsten Passagier seit der Inbetriebnahme im Jahr 2020.
Top-Ziele und neue Verbindungen
Im Jahr 2025 waren vom BER aus 163 Reiseziele in 52 Ländern erreichbar, bedient von mehr als 70 Fluggesellschaften. Meistgefragtes Ziel war laut Bericht Frankfurt am Main mit rund 1,3 Millionen Passagieren, gefolgt von München, Palma de Mallorca, Zürich und Antalya. Mit Air Transat startete im Juni 2025 zudem eine Nonstop-Verbindung nach Toronto, die laut FBB die Nordamerika-Anbindung der Hauptstadtregion stärkt.
Flughafen BER erreicht finanzielle Selbstständigkeit
Im November 2025 schloss die FBB ein Refinanzierungspaket über 1,2 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ab. Im Februar 2026 folgte die letzte mit den Gesellschaftern vereinbarte Kapitalzuführung von 500 Millionen Euro, mit der Altkredite aus der Bauzeit getilgt werden sollten. Die ursprünglich zugesicherte Summe von bis zu 660 Millionen Euro musste die Flughafengesellschaft nach eigenen Angaben nicht vollständig in Anspruch nehmen. Damit ist der BER finanziell selbstständig und nicht mehr auf Bürgschaften seiner Gesellschafter angewiesen.
Die Umsatzerlöse stiegen nach Angaben der Flughafengesellschaft auf 666,5 Millionen Euro, nach 645,7 Millionen Euro im Jahr 2024. Das operative Ergebnis fiel ebenfalls besser aus: Das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, lag bei 203,9 Millionen Euro nach 152,3 Millionen Euro im Vorjahr. Damit erzielte das Unternehmen nach eigener Darstellung zum vierten Mal in Folge ein positives operatives Ergebnis.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich im Konzern von rund 2,0 Milliarden Euro auf etwa 1,75 Milliarden Euro. Das Eigenkapital lag zum Jahresende bei 662,9 Millionen Euro, nach 749,0 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
„Die finanzielle Selbstständigkeit ist ein Ergebnis der konsequenten Umsetzung des 2021 mit den Gesellschaftern vereinbarten Teilentschuldungsplans“, erklärt Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. „Diesen Weg werden wir trotz sehr fordernder externer Einflüsse auf die Luftverkehrsbranche weiter gehen.“
Kürzere Wartezeiten und neue Angebote am Flughafen
2025 baute der BER laut Bericht auch sein Serviceangebot aus. Seit August stehen an der Sicherheitskontrolle 24 Spuren mit modernen CT-Scannern zur Verfügung. An ihnen müssen Flüssigkeiten und elektronische Geräte nicht mehr aus dem Handgepäck genommen werden. Während der Hauptreisezeiten lagen die Wartezeiten an den Kontrollen nach Angaben der FBB in der Regel unter zehn Minuten.
Auch die zentrale Ausreise im Terminal 1 wurde umgebaut: Die Zahl der Ausreiseschalter stieg von 10 auf 24, die Fläche des Wartebereichs vergrößerte sich von 220 auf 580 Quadratmeter. Ergänzend kamen neue Gastronomieangebote hinzu, darunter die Check-in-Bar „Adler & Bär“.
Nachhaltigkeit: BER erreicht Level 4 der Airport Carbon Accreditation
Beim Klimaschutz meldet die FBB Fortschritte. Für das Geschäftsjahr 2025 konnten die CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2010 nach Angaben des Unternehmens um etwa 51 Prozent gesenkt werden. Zum Jahreswechsel 2025/2026 erreichte der BER als nach eigenen Angaben erster Flughafen in Deutschland das Level 4 der Airport Carbon Accreditation. Ziel der Flughafengesellschaft ist ein CO2-neutraler Betrieb bis spätestens 2045. Im Laufe des Jahres 2025 gingen zudem die ersten vier unternehmenseigenen Photovoltaikanlagen in Betrieb.
Über 20.000 Beschäftigte
Für Reisende aus der Lausitz und aus Südbrandenburg ist der BER der internationale Flughafen der Hauptstadtregion. Nach Angaben der Flughafengesellschaft arbeiten am Standort mehr als 20.000 Menschen für die FBB, Airlines, Behörden und Partner. Seit Dezember 2025 verbessert zudem die neue Dresdner Bahn die Anbindung an die Berliner Innenstadt, wovon auch Reisende aus der Region profitieren sollen. Im BER Geschäftsbericht 2025 nennt das Unternehmen die finanzielle Stabilisierung als Grundlage für die weitere Entwicklung des Standorts.
Flughafengesellschaft erwartet 2026 moderates Wachstum
Für das laufende Jahr rechnet die FBB mit rund 26,5 Millionen Passagieren und damit einem Plus von 1,5 Prozent. Die Umsatzerlöse sollen im Konzern auf 683,3 Millionen Euro steigen. Zugleich verweist das Unternehmen auf Unsicherheiten, darunter hohe Standortkosten in Deutschland, Lieferengpässe bei Flugzeugen sowie geopolitische Konflikte. Die Auswirkungen des im März 2026 begonnenen Iran-Konflikts auf den Luftverkehr lassen sich nach Angaben der FBB noch nicht abschließend bewerten.
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