Auf dem Areal der künftigen Baumuniversität entsteht derzeit eine Bienenburg im Branitzer Park. Mitglieder des Rotary Clubs Cottbus errichten den Erdhügel als Lebensraum für gefährdete Wildbienen. Zum Rotary Action Day am 9. Mai soll der Bau fertig sein und symbolisch „den Bienen“ übergeben werden, wie der Club mitteilte.
Idee entstand bei Vortrag im Rotary Club Cottbus
Den Anstoß für das Vorhaben gab ein Vortrag von Friederike Kleinschmidt vor zwei Jahren bei einem Treffen des Rotary Clubs Cottbus. Dabei stellte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften e. V. (FIB) das Konzept der Bienenburgen vor. Daraufhin entstand bei den Cottbuser Rotariern die Idee, ein eigenes Habitat in der Stadt zu schaffen.
Yorck Finkbeiner ist im Club zuständig für die Vorträge bei den wöchentlichen Meetings und außerdem seit Juli 2025 amtierender Präsident. Daraus machte er ein Hands-On-Projekt. Seither treffen sich Mitglieder und Angehörige zu wöchentlichen Arbeitseinsätzen in Branitz. Zudem schafften die Helfer nach Angaben des Clubs tonnenweise Material heran. Der Standort liegt dabei auf dem Areal der künftigen Neuen Branitzer Baumuniversität im Außenpark des Fürst-Pückler-Parks. Zum Rotary Action Day am 9. Mai soll die Bienenburg schließlich fertig werden. Im Rahmen einer kleinen Feier wollen die Rotarier sie dann symbolisch an die Bienen übergeben.
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So funktioniert eine Bienenburg als Wildbienen-Habitat
Eine Bienenburg ist ein bewusst gestalteter Erdhügel, der Wildbienen sowohl Nahrung als auch Brutplätze und Überwinterungsmöglichkeiten bieten soll. Entwickelt hat das Konzept dafür das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften. Demnach misst eine typische Burg etwa sieben bis acht Meter im Durchmesser und rund 1,50 Meter in der Höhe.
Im Kern liegen geschüttete Steine, die ein Spaltensystem bilden. Dabei finden auch Zauneidechsen Unterschlupf. Darüber folgt eine Erdschicht mit eingesäten Blühpflanzen, die zugleich Nahrung und Erosionsschutz darstellen. Auf der Kuppe sorgt zudem Feinsand für weitere Brutmöglichkeiten. Daneben ergänzt eine nach Südwesten ausgerichtete Lehmwand mit flankierenden Holzpalisaden den Aufbau. Sowohl Lehm als auch Holz erhalten kleine Bohrungen, die nach Angaben des FIB unterschiedlichen Wildbienenarten als Brutplatz dienen.

Stiftung Branitz unterstützt das Projekt vor Ort
Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, begrüßte die Idee von Beginn an. Außerdem stellt die Stiftung nach Angaben des Rotary Clubs sowohl den Standort als auch gärtnerisches Fachwissen über ihre Mitarbeiter zur Verfügung.
Yorck Finkbeiner würdigte die Zusammenarbeit ausdrücklich: „Dr. Körner hat uns schon lange vor dem ersten Spatenstich und seither dauerhaft alle Steine aus dem Weg geräumt und auf allen Ebenen unterstützt. Und jetzt stellt er uns auch die große Technik nebst Personal und Material zur Verfügung.“
Das Areal der Neuen Branitzer Baumuniversität ist zudem Teil eines bundesgeförderten Modellvorhabens. Dort erprobt die Stiftung neue Wege für historische Gärten unter Klimawandelbedingungen.
Wildbienenschutz als Schwerpunkt in der Lausitz
Wildbienen gelten als gefährdet. Nach Angaben des FIB droht in Europa fast jeder zehnten Wildbienenart das Aussterben. Als Ursachen nennt das Institut Lebensraumverluste, Pestizideinsatz und Klimaveränderungen. Zugleich bestäuben Wildbienen Blütenpflanzen sowie landwirtschaftliche Kulturen wie Raps oder Obst.
Im Rahmen seines Niederlausitz-Projekts hat das FIB an zehn Standorten Bienenburgen errichtet. Sie liegen vor allem in den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald. Dabei sollen sie Ausgangspunkt eines Netzwerks von „Rettungsinseln“ für Insekten werden. Außerdem förderte das Bundesumweltministerium das Projekt im Programm „Kommunale Modellvorhaben“ (KoMoNa) bis Februar 2025.

Die Bienenburg im Branitzer Park entsteht hingegen außerhalb dieses Förderzeitraums als Eigeninitiative des Rotary Clubs Cottbus. Mitglieder gründeten den Cottbuser Club 1992; ein Jahr später folgte schließlich die Charter. Aktuell zählt er nach eigenen Angaben 58 Mitglieder sowie fünf Ehrenmitglieder.
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