Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz ruft zu erhöhter Aufmerksamkeit bei Zeckenbissen auf, da die sogenannte Hundebabesiose, auch Hundemalaria genannt, zunehmend auch in der Region auftritt. Wie das Veterinäramt mitteilte, wird die Erkrankung durch Parasiten übertragen, die vor allem durch die Wiesenzecke auf Hunde gelangen und unbehandelt häufig tödlich verlaufen können. Erste Symptome wie Fieber, Apathie oder verfärbter Urin treten meist ein bis drei Wochen nach einer Infektion auf, weshalb bei entsprechenden Anzeichen schnell tierärztliche Hilfe notwendig ist. Als wichtigste Vorsorgemaßnahme gilt ein wirksamer Zeckenschutz sowie das gründliche Absuchen der Tiere nach Spaziergängen, insbesondere im Frühjahr und Herbst. Für den Menschen besteht nach aktuellem Kenntnisstand keine Ansteckungsgefahr, dennoch weist der Landkreis darauf hin, sich selbst nach Zeckenbissen zu kontrollieren und auf mögliche Krankheiten wie FSME zu achten.
Babesiose beim Hund: Zecken als Überträger im Fokus
Wie der Landkreis Oberspreewald-Lausitz informiert, wird die Babesiose durch sogenannte Babesien ausgelöst. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Parasiten, die über Zecken auf Hunde übertragen werden. Hauptüberträger ist die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus), die vor allem in feuchten Gebieten wie Wiesen, Waldrändern oder in Gewässernähe vorkommt.
Besonders aktiv sind diese Zecken laut Landkreis im Frühjahr sowie im Herbst. Nach einem Stich kann es zwischen 12 und 48 Stunden dauern, bis die Erreger auf den Hund übergehen. Für den Menschen besteht nach aktuellem Wissensstand keine Ansteckungsgefahr.
Symptome und Verlauf der Hundemalaria erkennen
Die Krankheit greift die roten Blutkörperchen an und zerstört sie. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper beeinträchtigt. Nach Angaben des Landkreises zeigen sich erste Symptome meist ein bis drei Wochen nach der Infektion.
Typische Anzeichen sind plötzliches Fieber, Appetitlosigkeit und ein apathisches Verhalten. Auch blasse Schleimhäute sowie eine auffällige Verfärbung des Urins können auftreten. In schwereren Fällen kommt es zu Gelbsucht, Organschäden oder sogar zu einem Schockzustand. Auch Komplikationen wie Nierenversagen oder Atemprobleme sind möglich.
Das Veterinäramt weist darauf hin, dass die Babesiose unbehandelt in den meisten Fällen tödlich verläuft. Deshalb sei es wichtig, bei entsprechenden Symptomen umgehend einen Tierarzt aufzusuchen.
Frühe Behandlung entscheidend für den Krankheitsverlauf
Zur Diagnose wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Der Erregernachweis erfolgt meist über spezielle Laborverfahren. Die Behandlung erfolgt mit einem gezielten Medikament, das injiziert wird.
Entscheidend ist dabei ein möglichst früher Therapiebeginn, um Folgeschäden zu vermeiden. In schweren Fällen kann sogar eine Bluttransfusion notwendig werden. Begleitende Komplikationen müssen individuell behandelt werden.
Zeckenschutz bleibt wichtigste Vorsorgemaßnahme
Als wichtigste Schutzmaßnahme nennt der Landkreis einen konsequenten Zeckenschutz. Dafür stehen verschiedene Präparate wie Spot-on-Lösungen, Halsbänder oder Tabletten zur Verfügung. Eine tierärztliche Beratung wird ausdrücklich empfohlen, da frei erhältliche Mittel nicht immer ausreichend wirksam seien.
Zusätzlich sollten Hunde nach Spaziergängen gründlich auf Zecken abgesucht werden. Dabei ist zu beachten, dass Wiesenzecken bereits bei Temperaturen um fünf Grad aktiv sind und auch Kälte überstehen können.
Amtstierärztin Laura Schuster betont laut Landkreis, dass Hundehalter aufmerksam bleiben sollten. Nur eine frühzeitige Diagnose und Behandlung könne schwere gesundheitliche Schäden verhindern.
Auch Menschen sollten Zeckenschutz ernst nehmen
Der Landkreis nutzt die Mitteilung zudem, um auf allgemeine Zeckengefahren hinzuweisen. So zählt die Region Oberspreewald-Lausitz zu den FSME-Risikogebieten. Dabei handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die das Nervensystem betreffen kann.
Bürgerinnen und Bürger sollten sich daher nach Aufenthalten im Freien ebenfalls auf Zecken untersuchen und mögliche Symptome ärztlich abklären lassen. Eine Impfung gilt als wirksamer Schutz gegen FSME.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation




