Mit 51,49 Prozent der Stimmen hat sich Martin Heusler (CDU) in der Stichwahl um das Amt des Landrates im Landkreis Spree-Neiße gegen die AfD-Kandidatin Christine Beyer am Ende durchgesetzt. Das Ergebnis fiel äußerst knapp aus und entschied sich erst in der späten Phase der Auszählung. Einen Tag nach der Wahl äußert sich Heusler im NL-Kurztalk zu den Hintergründen und formuliert erste Ziele. Im Fokus stehen dabei wirtschaftliche Perspektiven, politische Kommunikation und der Umgang mit bestehenden Unsicherheiten. Das Wahlergebnis muss noch offiziell bestätigt werden.
Zitterpartie für künftigen Landrat
Allein der Verlauf des Wahlabends verdeutlicht die knappe Entscheidung. Lange Zeit nach Auszählungsbeginn um 18 Uhr lag Martin Heusler zunächst hinter seiner Gegenkandidatin. Erst gegen 19:41 Uhr drehte sich das Ergebnis zu seinen Gunsten. Am Ende stand ein Vorsprung von wenigen Prozentpunkten. Heusler ordnet dies im NL-Kurztalk als Ausdruck einer angespannten Stimmung ein. Er vermutet, dass sich darin auch Unzufriedenheit widerspiegelt, die über die kommunale Ebene hinausgeht. Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene sowie wirtschaftliche Belastungen hätten nach seiner Einschätzung Einfluss genommen. Aus seiner Sicht ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag. Politik müsse stärker erklären und Entscheidungen nachvollziehbar machen. Es gehe darum, sowohl positive Entwicklungen sichtbar zu machen als auch schwierige Entscheidungen offen zu kommunizieren. Heusler betont, dass Politik näher an die Menschen heranrücken müsse. Das knappe Ergebnis verstehe er als Aufforderung, diesen Anspruch konsequent umzusetzen.
Zugleich wird deutlich, vor welchen Herausforderungen der Landkreis steht. Im Zentrum steht der Strukturwandel, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Braunkohle. Damit verbunden sind offene Fragen zur Zukunft von Arbeitsplätzen, Energieversorgung und industriellen Standorten. Diese Unsicherheiten beschreibt Heusler als spürbar und als Teil der aktuellen Lage im Landkreis. Sein politischer Schwerpunkt liegt nach eigenen Angaben zunächst auf der wirtschaftlichen Entwicklung. Ziel sei es, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Jeder Arbeitsplatz, der im Zuge des Strukturwandels wegfalle, müsse möglichst ersetzt werden. Eine stabile Wirtschaft bilde aus seiner Sicht die Grundlage für weitere Bereiche wie Bildung, Betreuung und kulturelle Angebote. Bereits in der ersten Woche will sich Heusler gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung zusammensetzen. Im Bereich der Ansiedlungspolitik kündigt Heusler an, größere Projekte zur Chefsache machen zu wollen. Als Orientierung nennt er Beispiele aus Brandenburg, bei denen politische Unterstützung eine Rolle bei Investitionsentscheidungen gespielt habe. Entscheidend seien dabei Faktoren wie verfügbare Fachkräfte und eine verlässliche Versorgung mit grüner Energie.
Auch innerhalb der Kreisverwaltung formuliert Heusler eigene Ansätze. Er selbst spricht von einem Führungsstil auf Augenhöhe und kündigt an, die Erfahrungen der Mitarbeitenden stärker einzubeziehen. Ideen aus der Verwaltung sollen aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt werden, sofern sie in die strategische Ausrichtung passen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Polen. Diese soll ausgebaut werden, insbesondere im Bildungs- und Ausbildungsbereich. Austauschformate und gemeinsame Ansätze werden dabei als mögliche Entwicklungslinien genannt.
Sofern das Wahlergebnis offiziell bestätigt wird, ist der 11. Mai als erster Arbeitstag der insgesamt achtjährigen Amtszeit vorgesehen. Die ersten 100 Tage beschreibt Heusler als Phase intensiver Einarbeitung. In dieser Zeit wolle er die Strukturen der Kreisverwaltung umfassend kennenlernen, Gespräche führen und zentrale Themen aufnehmen. Im Anschluss solle eine klare strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre formuliert werden. Damit verbindet sich aus seiner Sicht der Anspruch, den Landkreis in einer Phase großer Herausforderungen neu zu positionieren und gleichzeitig politische Prozesse transparenter zu gestalten.
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Red.





