Aktive Mittagspause vor der Lausitz Klinik Forst
Wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung von ver.di, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und dem Marburger Bund (MB) hervorgeht, sind rund 330 Beschäftigte der Lausitz Klinik Forst zur Teilnahme aufgerufen. Darunter befinden sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 190 Pflegefachkräfte sowie rund 60 Ärztinnen und Ärzte. Treffpunkt ist ab 12 Uhr vor dem Krankenhaus in der Robert-Koch-Straße 35 in Forst. Mit der Aktion wollen die Gewerkschaften nach eigenen Angaben ein Zeichen für den Erhalt der Lausitz Klinik Forst setzen. Zudem rufen sie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Forst (Lausitz) dazu auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen. Ziel sei es, auf die Bedeutung des Krankenhausstandortes für die regionale Gesundheitsversorgung aufmerksam zu machen und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu verhindern.
Hintergrund: Geplanter Eigentümerwechsel
Die Lausitz Klinik Forst GmbH verfügt laut Landeskrankenhausplan vom 22. Juni 2021 über rund 209 Planbetten und gilt als Krankenhaus der Grundversorgung. Die Klinik befindet sich zu 49 Prozent im Besitz der Stadt Forst (Lausitz) und zu 51 Prozent in Trägerschaft der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH. Diese plant nach Gewerkschaftsangaben, ihre Anteile an das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin zu veräußern.
Als Grund für die Verkaufsabsichten wird unter anderem die wirtschaftlich schwierige Lage der Lausitz Klinik in den vergangenen Jahren genannt. Die Beschäftigten äußern laut Mitteilung die Sorge, dass sich durch den geplanten Eigentümerwechsel die Arbeitsbedingungen verschlechtern könnten. So habe das Diakonissenhaus die Gewerkschaften ver.di und den Marburger Bund zu getrennten Tarifverhandlungen eingeladen. Dabei gehe es nach Darstellung der Gewerkschaften um Beschäftigungssicherung durch Lohnabsenkungen.
Beschäftigte lehnen Lohnabsenkungen ab
Nach Angaben der Gewerkschaften haben sich deren Mitglieder in getrennten Versammlungen gegen Lohnabsenkungen ausgesprochen. Sie verweisen darauf, dass die Belegschaft bereits seit 2003 durch tariflich geregelte Arbeitszeitreduzierungen ohne Lohnausgleich zum Erhalt des Standortes beigetragen habe. Zwischen 2004 und 2014 sei die wöchentliche Arbeitszeit bei nichtärztlichen Vollbeschäftigten ohne Lohnausgleich um bis zu fünf Stunden reduziert worden. Von 2015 bis 2021 habe zudem keine Tarifbindung bestanden, Tariferhöhungen habe es in diesem Zeitraum nicht gegeben.
Seit dem 1. Januar 2022 gilt laut ver.di wieder ein Tarifvertrag für die nichtärztlichen Beschäftigten. Mit diesem sei jedoch lediglich ein Entgeltniveau von damals 92,5 Prozent des Flächentarifvertrages TVöD erreicht worden. Nach Gewerkschaftsangaben liegt das Entgeltniveau in der Pflege seit Juli 2025 bei rund 91 Prozent und soll ab Mai 2026 auf etwa 89 Prozent des TVöD sinken. Bei anderen nichtärztlichen Beschäftigten liege das Niveau noch niedriger. Auch die ärztlichen Gehälter bewegen sich laut Marburger Bund unter dem Flächentarifvertrag für kommunale Krankenhäuser.
Die Gewerkschaften ver.di, Marburger Bund und der DGB fordern daher den Erhalt der Lausitz Klinik Forst als Bestandteil der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Zudem sprechen sie sich nach eigenen Angaben gegen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen aus und verlangen eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser durch Politik und öffentliche Hand.
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Red. / Pressemitteilung







