Die Tarifverhandlungen für die rund 1.450 nichtärztlichen Beschäftigten der Asklepios Fachkliniken an den Standorten Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben gehen morgen in die dritte Runde. Wie die Gewerkschaft verdi mitteilte, unterstützen zudem 739 Beschäftigte die Forderungen der Tarifkommission mit einer Petition. In den bisherigen Gesprächen kam es zu keiner Einigung. Strittig sind laut verdi vor allem Entgelterhöhungen, Zulagen sowie die Wochenarbeitszeit.
Dritte Tarifrunde bei Asklepios in Brandenburg
Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaft und der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH am 18. Februar 2026 zur dritten Verhandlungsrunde. Bereits am 16. Januar hatten die Gespräche begonnen. Auch in der zweiten Runde am 27. Januar konnte nach Angaben von ver.di keine Einigung erzielt werden. Von den Verhandlungen betroffen sind rund 1.450 nichtärztliche Beschäftigte sowie Auszubildende an den Standorten Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben. Die bestehenden Tarifverträge hatte ver.di zum 31. Dezember 2025 gekündigt.
ver.di fordert 10 Prozent mehr Entgelt
Die ver.di-Tarifkommission fordert nach eigenen Angaben ab dem 1. Januar 2026 eine Erhöhung der Entgelte um 10 Prozent, mindestens jedoch um 360 Euro monatlich. Ziel sei eine Angleichung an die Tarifbedingungen bei Asklepios in Hamburg, wo laut Gewerkschaft rund 9.000 nichtärztliche Beschäftigte arbeiten. Darüber hinaus verlangt ver.di eine Erhöhung der Schicht- und Wechselschichtzulagen, zusätzlichen Urlaub für Wechselschichtarbeit sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von derzeit 39 Stunden auf 38,0 Stunden. Zudem sollen die Jahressonderzahlung steigen und ein zusätzlicher Urlaubstag eingeführt werden. Unterstützung erhält die Tarifkommission laut Pressemitteilung durch eine Petition. 739 Beschäftigte hätten diese unterzeichnet. Damit unterstütze mehr als die Hälfte der nichtärztlichen Beschäftigten die Forderungen.
Arbeitgeberangebot liegt deutlich darunter
Nach Angaben von ver.di bot die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH in der zweiten Verhandlungsrunde eine Erhöhung der Tabellenentgelte ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro, an. Ab dem 1. April 2027 solle eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent erfolgen. Für den Zeitraum von Januar bis April 2026 sei keine Entgelterhöhung vorgesehen gewesen.
Für Beschäftigte in Wechselschichtarbeit habe Asklepios laut ver.di ab dem 1. Januar 2027 eine Erhöhung der monatlichen Wechselschichtzulage um 95 Euro auf insgesamt 250 Euro angeboten. In Hamburg liege diese Zulage nach Gewerkschaftsangaben bereits seit Juli 2025 bei 250 Euro. Zudem solle die wöchentliche Arbeitszeit ab Januar 2027 auf 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich reduziert werden.
Wie ver.di weiter ausführt, würde eine Pflegefachkraft in der Psychiatrie mit 20 Jahren Berufserfahrung selbst nach Umsetzung des Angebots ab Mai 2026 weiterhin 252 Euro beziehungsweise 5,2 Prozent weniger verdienen als eine vergleichbare Fachkraft bei Asklepios in Hamburg. Ralf Franke, Verhandlungsführer von ver.di, bezeichnete das Angebot laut Mitteilung als „viel zu gering“ und zeitlich verspätet. Die Tarifkommission habe das Angebot daher am 27. Januar als unzureichend zurückgewiesen.
Drei Standorte in Südbrandenburg betroffen
Die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH betreibt psychiatrisch-neurologische Fachkliniken in Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben. Am Standort Brandenburg an der Havel gehört zudem der Maßregelvollzug zum Angebot. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen mehrere Tageskliniken. Ob es in der dritten Verhandlungsrunde zu einer Annäherung kommt, bleibt offen. Beide Seiten haben angekündigt, die Gespräche fortzusetzen.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation







