Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg hat im vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Forschungsprojekt „AIRCIS“ untersucht, wie Leitstellen durch Künstliche Intelligenz krisenfester aufgestellt werden können. In der Modellregion Lausitz wurden über drei Jahre reale Leitstellendaten mit Wetter-, Geo- und Mobilitätsdaten verknüpft, um mithilfe KI-basierter Prognose- und Simulationstools Belastungsspitzen, Ressourcenbedarf und mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen. Wie die BTU mitteilte, zeigen die Ergebnisse, dass datenbasierte Entscheidungsunterstützung, überregionale Vernetzung und bundesweit einheitliche Datenstandards entscheidend für eine widerstandsfähige Notfallversorgung sind, insbesondere bei Hitze, Starkregen oder Hochwasser. Das mit rund drei Millionen Euro geförderte Projekt wurde gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis umgesetzt, die Koordination lag bei der Björn Steiger Stiftung.
BTU-Projekt AIRCIS stärkt Leitstellen bei Extremwetter
Drei Jahre lang untersuchte die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit Partnern aus Politik und Wirtschaft, wie Leitstellen auch unter Extrembedingungen handlungsfähig bleiben können. Im Projekt „Artificial Intelligence in Rescue Chains“, kurz AIRCIS, wurden reale Leitstellendaten mit Wetter-, Geo- und Mobilitätsdaten in einem integrierten Modell zusammengeführt.
Die entwickelten KI-basierten Prognose- und Simulationstools ermöglichen es, Einsatzaufkommen, Ressourcenbedarf und drohende Engpässe frühzeitig zu erkennen. Dies gilt sowohl für den Regelbetrieb als auch für außergewöhnliche Lagen wie Hitzewellen oder Starkregen. „Das Projekt AIRCIS zeigt eindrucksvoll, wie moderne mathematische Verfahren der künstlichen Intelligenz zur Verbesserung des Rettungswesens eingesetzt werden können“, erklärt Prof. Armin Fügenschuh von der BTU Cottbus-Senftenberg.
Empfehlungen für eine resilientere Notfallversorgung
Der Abschlussbericht formuliert konkrete Handlungsempfehlungen. Dazu zählen die Stärkung und Bündelung von Leitstellenstrukturen, eine überregionale Vernetzung statt kleinteiliger Einzellösungen sowie die verbindliche Nutzung datenbasierter Entscheidungsunterstützung. Zudem wird empfohlen, Extremwetter- und Klimarisiken in die Einsatzplanung zu integrieren und bundesweit harmonisierte Datenmodelle sowie Schnittstellen zu schaffen.
Nach Angaben der Projektbeteiligten reagieren technisch modern ausgestattete und überregional vernetzte Leitstellen deutlich resilienter auf außergewöhnliche Lagen als heterogene Einzelstrukturen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine bundesweite Standardisierung der Datengrundlagen.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, betont: „Projekte wie AIRCIS machen die Rettungskette widerstandsfähiger.“ Das KI-gestützte Prognose- und Simulationssystem unterstütze Leitstellen bei der gezielten Planung von Ressourcen.
Förderung und Projektpartner in der Lausitz
Das Projekt wurde mit rund drei Millionen Euro gefördert, davon 75 Prozent durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND. Projektpartner waren das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit, die Industrieanlagen Betriebsgesellschaft mbH, die BTU Cottbus-Senftenberg, das Start-up MOXI sowie die Integrierte Regionalleitstelle Cottbus. Die Koordination lag bei der Björn Steiger Stiftung.
Joachim von Beesten von der Björn Steiger Stiftung erklärt, dass Notfallversorgung datenbasiert, vernetzt und resilient gegenüber den Folgen des Klimawandels gestaltet werden müsse. Die Stiftung fordert klare Mindeststandards, funktionale Zuständigkeitsräume sowie eine stärkere Zusammenarbeit von Leitstellen über kommunale Grenzen hinweg.
Hintergrund zu mFUND und Björn Steiger Stiftung
Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das Bundesministerium für Verkehr datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die digitale und vernetzte Mobilität. Die Projektförderung wird durch fachliche Vernetzung sowie die Bereitstellung offener Daten ergänzt.
Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 gegründet und setzt sich seitdem für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland ein. Zu ihren Initiativen zählen unter anderem die Einführung der Notrufnummern 110 und 112 sowie die Gründung der Deutschen Rettungsflugwacht.
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