Eine neue Studie skizziert die Zukunft der Gemeinde Schönefeld als urbanes Zentrum der Flughafenregion. Leitprojekte und sogenannte „NEOKIEZE“ sollen die Entwicklung prägen, wie der Gemeindeanzeiger berichtet.
Thinktank entwickelt strategisches Narrativ für die Region
Seit 2021 beschäftigen sich der Zürcher Thinktank arthesia und das Berliner Stadtentwicklungsbüro REALACE mit der Zukunft der aufstrebenden Region entlang der Flughafenachse Berlin-Brandenburg. Die Region wird von den Planern als „NEOCITY Dahmestadt“ positioniert. Ziel ihrer Arbeit ist es, ein strategisches Narrativ zu entwerfen, das als Zielstellung und Impuls für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung dient.
In einer aktuellen, von der Gemeinde Schönefeld beauftragten vertiefenden Studie arbeiten die Experten heraus, dass für das dynamische Wachstum neben dem Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur Leitprojekte wichtig sind, die Identität stiften und Orientierung bieten. Darüber hinaus schlagen arthesia und REALACE vor, verschiedene „NEOKIEZE“ als urbane Ökosysteme zu konzipieren. Diese sollen als vernetzte Lebensräume fungieren, in denen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Nachhaltigkeit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Schönefeld vor funktionalem Maßstabssprung
Ausgangspunkt der Analyse ist laut Gemeinde, dass die Gemeinde Schönefeld aus sechs bislang räumlich getrennten Ortsteilen besteht. Deren Integration wird durch unzureichende Verkehrsverbindungen und die Barrierewirkung des Flughafens BER erschwert. Trotz der Nähe zu Berlin verstehe sich Schönefeld nicht als bloße Flughafengemeinde oder Berliner Vorort, sondern als eigenständiger Akteur mit einer eigenen Strategie für Wohnen, Leben und Wirtschaft, heißt es in der Studie.
Schönefeld stehe an einem kritischen Wendepunkt seiner Entwicklung, an dem ein funktionaler, räumlicher und wirtschaftlicher „Maßstabssprung“ zu erwarten sei. Die Studie prognostiziert, dass die Gemeinde neue, überregionale Funktionen übernehmen und zu einem Ort mit Bedeutung weit über ihre Grenzen hinaus werden könnte. Die Gemeinde könnte sich zu einer Art „Überzentrum“ in der entstehenden Stadtlandschaft südlich Berlins entwickeln.
Leitprojekte und NEOKIEZE als Entwicklungsmotoren
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müsse jede künftige Entwicklungsaufgabe diesen Maßstabssprung ermöglichen, heißt es im Gemeindeanzeiger. Dies gelte für Stadtplanung, Wirtschaft, Mobilität und soziale Infrastruktur gleichermaßen. Entscheidend sei es, neue Quartiere mit bestehenden Strukturen durch ergänzende Mobilitätsangebote zu verbinden. Zugleich müssten überfällige Reparaturaufgaben sowie sichtbare Erfolgsvorhaben umgesetzt werden.
Die Studie identifiziert mehrere NEOKIEZE mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Dazu gehören unter anderem das Grade-Quartier, die Parkstadt, eine Neue Mitte, der SXF District sowie ein Tech Port. Jeder dieser Bereiche soll laut den Planern ein eigenes Thema haben, das eine klare Identifikation ermöglicht und den jeweiligen Ort stärkt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Schönefeld mehr Bedeutung hat, als es die schiere Größe und Zahl der Einwohner vermuten lassen. Die zukünftige übergeordnete Rolle mache eine Stadtstrategie notwendig, die einerseits groß denken müsse und andererseits die Bedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft berücksichtigen solle.
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