Der Beitrag von Mietern und Vermietern zum Klimaschutz steht im Mittelpunkt einer Kooperationsvereinbarung, die Brandenburgs Bauminister Jörg Vogelsänger heute in Potsdam mit dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) sowie dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen – Landesverband Berlin/ Brandenburg (BFW) unterzeichnet hat.
Bauminister Jörg Vogelsänger: „Die heute mit der Wohnungswirtschaft beschlossene Zusammenarbeit ist wegweisend für die Umsetzung der Klimaziele im Städtebau. Damit wollen wir gemeinsam durch effizienteren Energieeinsatz einen ökologischen, sozialen und ökonomischen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Kohlendioxidausstoß und der Energieverbrauch sollen reduziert werden. Mit geringen Investitionen beispielsweise in die Heiztechnik können Nebenkosten eingespart werden, was auch die Mieter im Geldbeutel merken werden.“
Maren Kern, Vorstandsmitglied beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU): „Diese freiwillige Klimaschutzvereinbarung unterstreicht das große Klimaschutz-Engagement der brandenburgischen Wohnungswirtschaft. Für die rund 400.000 Wohnungen unserer kommunalen und genossenschaftlichen Mitgliedsunternehmen können wir zusichern: Obwohl seit 1993 schon fast drei Viertel der CO2-Emissionen vermieden wurden, geht es bei uns mit energetischer Modernisierung und CO2-Einsparungen weiter.“
Matthias Klussmann, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands Berlin-Brandenburg des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW): „Der BFW Berlin/Brandenburg will mit der unterzeichneten Vereinbarung Partner des Landes Brandenburg bei der Umsetzung der Klimaziele sein. Dabei setzen wir auf effiziente und technisch individuelle Lösungen für unseren ebenso individuellen Gebäudebestand.“
Die Initiative zu der heute abgeschlossenen Vereinbarung geht auf den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien für die 5. Wahlperiode und den Beschluss des Landtag Brandenburg vom 25. März 2010 zurück, wonach die Landesregierung mit den Verbänden der Wohnungswirtschaft (BBU und BFW Berlin/Brandenburg) die Möglichkeit einer Zielvereinbarung beim Klimaschutz prüfen soll (Drucksache 5/625-B).
Seit den Neunzigerjahren wurde umfangreich in die Bestände der Mitgliedsunternehmen von BBU und BFW investiert und die energetische Qualität deutlich verbessert.
Die BBU-Mitgliedsunternehmen haben beispielsweise durch Investitionen von über zehn Milliarden Euro den durchschnittlichen Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser zwischen 1990 und 2009 von 219 Kilowattstunden je Quadratmeter auf 128 Kilowattstunden je Quadratmeter (nur Heizung: rund 100 Kilowattstunden je Quadratmeter) reduziert. Dies entspricht einer Einsparung von rund 42 Prozent.
Beim BFW konnte der durchschnittliche Heizenergieverbrauch bei vor 1990 errichteten Gebäuden von 200 bis 230 Kilowattstunden je Quadratmeter auf 110 Kilowattstunden je Quadratmeter und bei nach 1990 errichteten Gebäuden auf 80 Kilowattstunden je Quadratmeter gesenkt werden.
Trotzdem sind weitere große Anstrengungen notwendig. Das Land hat sich verpflichtet, den Energieverbrauch 2004 bis 2020 um 13 Prozent zu senken. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch um 20 Prozent erhöht werden. Die Kohlendioxidemissionen sollen in Brandenburg, bezogen auf den Ausstoß des Jahres 1990, bis 2020 um 40 Prozent gesenkt und bis 2030 um weitere 35 vermindert werden.
Mit der Kooperationsvereinbarung wollen die Vertragspartner die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und dem Bauministerium verbessern. Gegenseitige Information und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zählen genauso dazu wie die Beratung über Fördermittel und die Verbesserung des Investitionsklimas sowie der wohnungswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Ein weiterer Schwerpunkt sind gemeinsame Modellprojekte. Beispiel hierfür ist das vom BBU initiierte ALFA®-Projekt (Allianz für Anlageeffizienz). Mit geringen investiven Aufwendungen zur Optimierung von Heizungsanlagen können beispielsweise hohe Energieeinspareffekte erreicht werden.
Der BBU wird jährlich bei seinen Mitgliedsunternehmen aktuelle Verbrauchsdaten abfragen und daraus ein CO2-Monitoring entwickeln. Die Ergebnisse werden dann auch dem Ministerium zur Verfügung gestellt. Weiter sind mit dem BBU Modellprojekte zur energetischen Sanierung in Kombination mit generationsgerechtem Umbau geplant. Darüber hinaus sollen innovative Finanzierungsmodelle für Gebäude mit geringem Mietniveau und einem hohen Anteil an Mietern mit Transferleistungen entwickelt werden.
Auch die Vereinbarung mit dem BFW umfasst die Erörterung von innovativen Finanzierungsmodellen sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Modellprojekts zu neuen Formen des energetischen Gebäudemanagements in gemischt genutzten Beständen.
Durch die Schwerpunktsetzung auf geringe Investitionen sollen energetische Verbesserungen erreicht werden, die weitgehend kostenneutral für die Mieter sind.
Darüber hinaus will das Land die Kommunen unterstützen, Energie- und Klimaschutzprojekte in Kommunen zu erarbeiten.
Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
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