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Spree-Neiße Mittwoch, 12 Oktober 2016 12:38 |  von Redaktion

Krankenstand im Landkreis Spree-Neiße steigt

Krankenstand im Landkreis Spree-Neiße steigt

Der Krankenstand im Landkreis Spree-Neiße ist 2015 stark gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte. Mit 5,2 Prozent lag der Krankenstand in der Region exakt im Landesdurchschnitt. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 52 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Brandenburg wurde mit 5,8 Prozent in Frankfurt (Oder) verzeichnet, der niedrigste mit 4,5 Prozent in der kreisfreien Stadt Potsdam.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Spree-Neiße zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage erfolgten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (25,4 Prozent). Diese Diagnose war Ursache für mehr als jeden vierten Fehltag. Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis kamen mit 15,2 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt Verletzungen und Vergiftungen mit 15 Prozent auf Rang drei. Bemerkenswert ist der starke Rückgang bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände, die um 30 Prozent zum Vorjahr sanken und nun mit 11,3 Prozent Platz vier bei den Fehltagen einnimmt.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Spree-Neiße.“, sagt Andreas Preuss von der DAK-Gesundheit. „Dafür werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus. Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

Für ihre Versicherten geht die DAK-Gesundheit als erste Kasse Deutschlands neue Wege: Seit kurzem bietet sie eine medizinische Beratung per Videochat an. An dem Online-Angebot nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil. Versicherte können ihre Fragen schnell und unkompliziert vis-à-vis von zu Hause aus klären. Wichtig: Die Ärzte können im Videochat nicht behandeln und keine Diagnose stellen. Versicherte bekommen aber eine ausführliche und kompetente Beratung.

Frauen im Landkreis haben 11 Prozent mehr Fehltage als Männer

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Brandenburg und im Landkreis Spree-Neiße aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Ein Fazit: Frauen fehlen landesweit häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 20 Prozent höher, im Landkreis Spree-Neiße betrug der Unterschied lediglich 11 Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied in unserer Region kleiner als gedacht“, sagt Andreas Preuss. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern in der Region

Im Landkreis leiden Männer häufiger (plus 70 Prozent) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen haben Frauen in der Region 258 Prozent mehr Ausfalltage. Auch bei den Krebsleiden liegen sie mit 135 Prozent deutlich über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Preuss. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, so Preuss.

pm/red

Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de

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