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Guben Freitag, 26 Juni 2020 von Redaktion

Strukturwandel: Fehlende Elektrifizierung zwischen Guben und polnischer Grenze

Strukturwandel: Fehlende Elektrifizierung zwischen Guben und polnischer Grenze

Im April dieses Jahres haben sich die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen über eine Liste von Verkehrsprojekten verständigt, deren Realisierung im Rahmen der finanziellen Unterstützung der Bundesregierung für den Strukturwandel in den bisher durch die Braunkohleförderung geprägten Regionen erfolgen soll. "In dieser Liste ist leider eine Maßnahme aus dem Gesetzentwurf nicht übernommen worden, die aus unserer Sicht große Bedeutung hat, die Elektrifizierung des Teilstücks vom Bahnhof Guben bis zur deutsch-polnischen Grenze." schreibt der Kreisverband Cottbus des Verkehrsclubs Deutschland in einer Mitteilung.

Usprünglich als Flaggschiffprojekt ausgezeichnet

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie das Ministerium für Investition und Ausbau Warschau hatten im Juni 2019 einen auf die Wiederbelebung der Zugrelation Leipzig – Poznań ausgerichteten Wettbewerbsbeitrag unter maßgeblicher Mitwirkung des VCD Brandenburg als Flaggschiffprojekt ausgezeichnet. "Das scheint jedoch weder für das Bundesverkehrsministerium noch für die Verantwortlichen für den Strukturwandel in der Lausitz eine Rolle zu spielen." heißt es nun vom VCD. Der VCD Brandenburg spricht ganz gezielt von einer „Wiederbelebung“, denn bis zum Ende des ersten Weltkriegs gab es Fernverkehrsverbindungen von Frankfurt/Main bis zur damaligen russischen Grenze über Leipzig, Cottbus und Guben.

Dieter Schuster, Sprecher der VCD-Kreisgruppe Cottbus sagt dazu: „Die gesamte Strecke Leipzig – Poznań ist elektrifiziert oder es gibt Planungen für die Elektrifizierung mit Ausnahme des zwei Kilometer langen Teilstücks vom Bahnhof Guben bis zur Grenze Deutschland/Polen. Es wäre für die deutsche Seite ausgesprochen blamabel, wenn durch diese Lücke ein durchgängiger elektrischer Betrieb verhindert werden würde. Schließlich ist die Elektrifizierung die Voraussetzung für einen kostengünstigen Betrieb.“

Energiekosten geringer, Strecke kürzer

Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) äußerte sich ebenfalls: „Ein Güterzug, der von einer E-Lok gezogen wird, spart bei den Energiekosten etwa 50 Prozent gegenüber einer Diesellok.“

Und nicht nur die Elektrifizierung spart Kosten, so Schuster. Auch die Verringerung der Fahrtstrecke führt zu Kosteneinsparungen, denn die gegenwärtig hauptsächlich genutzte Strecke zur Verbindung der Wachstumsregionen Leipzig und Poznań läuft über Berlin (Straße und Schiene) und ist rund 60 km länger als die direkte Eisenbahnverbindung über Cottbus und Guben. "Auch für die Zusammenarbeit der Partnerstädte Cottbus und Zielona Góra wäre die Bahnverbindung schließlich ein Meilenstein."

Nähere Informationen zu den polnischen Planungen:

https://www.plk-sa.pl/biuro-prasowe/informacje-prasowe/ponad-100-mln-zl-na-lepsze-i-sprawniejsze-podroze-w-lubuskim-4353/

https://www.rynek-kolejowy.pl/wiadomosci/program-kolej-plus-opublikowany-20-projektow-mapa-89152.html

pm/red

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