Großräschen Mittwoch, 19 August 2020 von Redaktion/Presseinfo

Jugendliche für die „WasserMarsch“- Challenge 2020 in Großräschen gesucht

Jugendliche für die „WasserMarsch“- Challenge 2020 in Großräschen gesucht

Seit vier Jahren unterstützt der von Sozialarbeitern und Mitarbeitern der Jugendförderung des Jugendamtes OSL initiierte Spendenlauf „WasserMarsch“ Kinder in der Republik Tschad, einem der ärmsten Länder der Welt. Am 28. und 29. August können Kinder und Jugendliche aus OSL und Umgebung erneut die Wanderschuhe schnüren und in kleinen Teams die „Wildnis“ Brandenburgs erlaufen. Jeder zurückgelegte Kilometer bringt Geld ein. Dieses kommt erneut dem Aufbau einer Schule in dem Dorf Saar-Goyen zugute.

Weiter teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz dazu mit:

Das Konzept von WasserMarsch

Der 24-Stunden-Lauf startet am Freitag, dem 28. August, um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Großräschen. Die „abgespeckte“ Variante, der 6-Stunden-Lauf, beginnt am darauffolgenden Samstag um 11 Uhr.

Die Kinder und Jugendlichen starten in kleinen Gruppen von mindestens drei Personen. Ziel ist es, innerhalb der verfügbaren Zeit zu Fuß gemeinsam möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Die Strecke wählen die Teilnehmer selbst, die Betreuung der Läufe erfolgt durch Sozialarbeiter aus dem Landkreis. Alle Teilnehmer erhalten einen Proviantbeutel, für die Teilnehmer der 24-Stunden-Challenge wartet zudem auf Wunsch ein Basislager für die Nacht, inklusive Abendessen und Frühstück, im Projekthaus in Schipkau. Das IBA-Studierhaus in Großräschen bildet Samstagabend das Ziel für alle Läufer. Hier wartet eine kleine Abschluss-Veranstaltung auf die Teilnehmer.

„Mitmachen können alle interessierten Kinder und Jugendlichen, egal ob aus Schule, Jugendtreff oder Verein“, erklärt Steffen Lachmann von der Jugendförderung des Landkreises OSL. „Die bislang jüngsten Läufer waren zehn Jahre alt und kamen in Begleitung ihrer Hortnerin. Nach oben hin gibt es keine Grenzen.“ In der Regel suchen sich die Jugendlichen einer Stadt oder Gemeinde ihren oder ihre Sponsoren selbstständig aus und gehen mit einer Spendenvereinbarung auf diese zu.

Diese können dann frei entscheiden, mit welchem Betrag sie das Projekt unterstützen möchten. „Bei einem etwaigen Spendenbeitrag von einem Euro pro Kilometer ergäbe sich bei zurückgelegten 50 Kilometern eine maximale Spende in Höhe von 50 Euro – je nachdem, wie viele Kilometer die Jugendlichen in ihrer Gruppe erlaufen“, rechnet Lachmann vor. Auch ein Pauschalbetrag kann vorab vereinbart werden. In 2019 liefen die Jugendlichen in 24 Stunden im Durchschnitt zwischen 25 und 50 Kilometern. 

Anmeldungen für den vierten „WasserMarsch“ nehmen die örtlichen Jugendtreffs oder die Schulsozialarbeiter noch bis zum 21. August entgegen. Ebenso steht Steffen Lachmann zur Registrierung bereit und beantwortet Fragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; 03573 870 4264. An ihn können sich auch Unternehmen und Privatpersonen wenden, die den Lauf mit einer Spende unterstützen wollen.

Jugendliche laufen für einen guten Zweck

Das Spendengeld aus „WasserMarsch“ kommt dem Aufbau der Schule in dem Dorf Saar-Goyen in der Republik Tschad, etwa 100 Kilometer östlich von Moundou, zu Gute. In der Region, in der das Dorf liegt, gibt es kein funktionierendes staatliches Schulwesen. Die Mädchen müssen weit laufen, um Wasser für ihre Familien zu beschaffen. In dem Dorf Saar-Goyen sind das in der Trockenzeit bis zu 20 Kilometer am Tag. Mit dem „WasserMarsch“ sollen Jugendliche die Gelegenheit bekommen, den Alltag der Jugendlichen im Tschad nachzuempfinden. Parallel sammeln sie Geld, damit die Kinder im eigenen Dorf regelmäßig die Schule besuchen können.

Knapp 90 Kinder, Jugendliche und Sozialarbeiter aus OSL und Umgebung liefen im vergangenen Jahr beim 3. „WasserMarsch“ in 13 Teams. Beachtliche 4.800 Euro - und damit ein neuer Rekord an Spendenmitteln – kamen dabei zusammen. Von dem Erlös der zurückliegenden Jahre konnten unter anderem erste Klassenräume und ein Sanitärtrakt gebaut werden. Ebenso erhielten die etwa 60 Kinder dringend benötigtes Schulmaterial, wie Tafeln und Schulhefte.

In diesem Jahr soll von dem Geld ein weiterer Klassenraum für die Kinder im Dorf entstehen. Es werden neue Unterrichts- und Schulmaterialien gebraucht, ebenso sollen die Lehrer geschult werden. Partner für den Aufbau der Schule im Tschad und gleichzeitig Spendenverwalter vor Ort ist Simon Hocker aus Lauchhammer, hauptamtlicher Mitarbeiter des Christlichen Vereins Diguana e.V. aus Haiger. Hocker lebt und arbeitet seit mehreren Jahren im Tschad und begleitet dort als Techniker den Aufbau von Radiostationen.  

Die Republik Tschad

Die Republik Tschad ist ein Binnenstaat in Zentralafrika.Sie ist das fünftgrößte Land in Afrika und etwa 3,5 Mal so groß wie Deutschland. Das Land gilt als eines der ärmsten der Welt. Die Lebenserwartung der etwa 12,1 Millionen Einwohner liegt bei etwas über 50 Jahren. Die Alphabetisierungsrate beträgt 22,3 Prozent. Auf 1000 Einwohner kommen 0,04 Ärzte, die Kindersterblichkeitsrate beträgt 8,54 %. Über 80 % der Einwohner haben weniger als 2 Dollar pro Tag zur Verfügung. Nur 51% der Einwohner haben einen Zugang zu Trinkwasser. Die durchschnittliche Schulzeit beträgt 2,3 Jahre.

Presseinfo/ Red.

Foto: Am 28. und 29. August können Kinder und Jugendliche aus OSL und Umgebung erneut die Wanderschuhe schnüren und in kleinen Teams die „Wildnis“ Brandenburgs erlaufen. Das Spendengeld aus „WasserMarsch“ kommt dem Aufbau der Schule in dem Dorf Saar-Goyen in der Republik Tschad, etwa 100 Kilometer östlich von Moundou, zu Gute. In der Region, in der das Dorf liegt, gibt es kein funktionierendes staatliches Schulwesen. ©Simon Hocker

 

Das könnte Sie auch interessieren