Oberspreewald-Lausitz Donnerstag, 25 Juni 2020 von Redaktion/Presseinfo

„Hauptamt stärkt Ehrenamt“ – Projektteam Oberspreewald-Lausitz nimmt Arbeit auf

„Hauptamt stärkt Ehrenamt“ – Projektteam Oberspreewald-Lausitz nimmt Arbeit auf

Als einer von deutschlandweit 18 Landkreisen wurde der Landkreis OSL im vergangenen Jahr für das bundesweite Modellprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ ausgewählt. Ziel ist es, Strukturen und Angebote zu schaffen, die ehrenamtlich tätige Personen gezielt in ihrer Arbeit unterstützen. Die Ergebnisse und Erfahrungen der einzelnen Teilprojekte fließen in das bundesweite Gesamtkonzept ein. Die Umsetzung in OSL koordiniert ein zweiköpfiges Projektteam. Nach erfolgter Ausschreibung konnte dieses kürzlich seine Arbeit aufnehmen.

Weiter teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz dazu mit:

Roswitha Ullrich und Christian Gröbe lauten die Namen der Personen, mit denen es Vereinen und Ehrenamtler in OSL auf Wunsch demnächst öfter zu tun haben werden.

Ullrich blickt auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück. Die Staupitzerin ist selbst seit Jahren ehrenamtlich aktiv, war lange Zeit als Kassenwartin in einem Verein tätig, begleitete Vereinsgründungen und blickt, auch durch ihre bisherige berufliche Tätigkeit als Finanzbuchhalterin in einem mittelständischen Unternehmen, auf umfangreiche Erfahrungen im Hinblick auf Finanzen und Buchführung zurück. Seit 2015 gab sie ihr Wissen gezielt im Rahmen von Volkshochschulkursen an Vereine weiter.

Auch ihr Assistent Christian Gröbe verfügt über umfangreiche Kenntnisse im ehrenamtlichen Bereich. Zuletzt koordinierte er die Verbandsarbeit im DRK-Kreisverband Lausitz e.V. mit, regelte hierbei unter anderem die Dienste sowie Ausbildung der verschiedenen Gemeinschaften, wie etwa der Wasserwacht, den Bereitschaften oder der Hundestaffel, agierte selbst als Ausbilder für die Erste Hilfe und begleitete die Arbeit des Blutspendedienstes. Der Lauchhammeraner ist zudem Mitglied in der Katastrophenschutzeinheit SEE Sanität.

Beide haben es sich auf die Fahnen geschrieben, Vereinen und ehrenamtlich Tätigen im Landkreis zeitnah mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Wir verstehen uns in verschiedener Hinsicht als Anlaufstelle für alle Vereine und ehrenamtlich Tätigen in OSL“, erklärt Projektleiterin Roswitha Ullrich. Dabei wollen sie nicht nur Hilfe vom „Schreibtisch“ aus anbieten, sondern ganz konkret auf die Bedürfnisse der Akteure eingehen, betonen sie. So wollen sie perspektivisch fortlaufend über relevante Neuigkeiten und Fördermöglichkeiten informieren, bei Fragen zum Vereinsleben oder auch spezifisch, etwa im Hinblick auf Antragsstellungen, beraten, Workshops zu verschiedenen Themen anbieten sowie gemeinsam Lösungen für die Nachwuchsgewinnung erarbeiten. Auch die Vernetzung der Aktivitäten der handelnden Personen ist ein wichtiger Baustein des Projektes, Entwürfe dazu sind bereits in Arbeit. Demnächst wird es eine Internet-Plattform für Vereine, integriert in der Homepage des Landkreises OSL, geben. Die Ergebnisse wirken vor Ort, fließen zudem aber auch in den geplanten gemeinsamen Handlungsleitfaden der projektbeteiligten Landkreise ein. So kommen die Ergebnisse später auch anderen Regionen in Deutschland zugute. Über den Fortschritt ihrer Arbeit soll parallel auf Landkreisebene regelmäßig berichtet werden.

Um die entsprechenden ehrenamtlichen Personen und Ansprechpartner im Landkreis überhaupt zu erreichen, arbeiten Ullrich und Gröbe momentan an einer Bestandsaufnahme. Unterstützung hierbei leisten auch die Kommunen in OSL. Mit diesen wurde bereits Kontakt aufgenommen und um entsprechende Informationen gebeten. Die ursprünglich geplanten zentralen Auftaktveranstaltungen in den Städten und Gemeinden mussten zunächst, aufgrund der bisherigen Situation, entfallen. „Die Termine sollen jedoch sobald möglich nachgeholt werden“, stellen die beiden in Aussicht. 

Parallel steht das Projektteam Anfragen bereits jetzt offen gegenüber. Zu finden ist ihr Büro in der Großenhainer Straße 62 in Senftenberg (Gesundheitsamt), Raum 109. Die telefonische Erreichbarkeit lautet: 03573 – 870 5125 / 5126

Hintergrund Modellprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“

Ehrenamtliches Engagement soll unbürokratischer und ansprechender werden. Dieses Ziel verfolgt das bundesweite Modellprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“, welches das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Deutschen Landkreistag (DLT) im Januar 2020 startete. 18 Landkreise wurden als Modellregion ausgewählt – OSL ist einer davon.

Bis Dezember 2022 wird in den Modellregionen des Bundesprojektes „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ modellhaft erprobt, wie Strukturen gezielt aufgebaut und verbessert werden können, um das Ehrenamt zu stärken.

Konkret soll untersucht werden, welche Organisationsformen und -strukturen sich unter unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen bewähren, um Engagierte bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit z.B. durch Information, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung zu unterstützen. Schwerpunkte können beispielsweise Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung für Vereine, die Einbindung älterer Menschen in das Ehrenamt oder die Nutzung digitaler Möglichkeiten zur Arbeitserleichterung des Ehrenamtes sein.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen erarbeiten die Verbundbeteiligten unter Federführung des DLT und im ständigen Austausch einen sogenannten „Praxis-Leitfaden“. Dieser soll allgemeine Grundlagen guter, gewinnbringender Ehrenamtsarbeit zusammentragen und so anderen Landkreisen Hilfestellung bei der Stärkung ihres Ehrenamts geben. Die Erfahrungen und Erkenntnisse werden zudem auf der Ebene des BMEL in die Politikgestaltung des Themenfeldes „Ehrenamt“ einfließen.

Für die Teilnahme am Modellprojekt bekundeten bundesweit 58 Landkreise Interesse, 18 von ihnen setzten sich im Ergebnis eines zweistufigen Auswahlverfahrens durch.

Die ausgewählten Landkreise erhalten im Rahmen des Projektes in den nächsten drei Jahren Fördermittel aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung.

Das  BMEL hat in Übereinstimmung mit dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung die Stärkung des Ehrenamts zu einem der Schwerpunktthemen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung gemacht. Es greift damit eine zentrale Forderung aus Fach- und Akteurskreisen auf, die seit langem die Schaffung hauptamtlicher Begleitstrukturen für ehrenamtliches Engagement fordern, denn insbesondere die ehrenamtliche Arbeit von Vereinen und Initiativen auf dem Land wird angesichts von Nachwuchsmangel, zunehmenden bürokratischen Anforderungen und einer sinkenden Bereitschaft der Menschen, sich zu engagieren, erschwert.

Presseinfo/ Red.

Foto: Die neuen Ansprechpartner für Vereine und ehrenamtliche Tätige in OSL: Roswitha Ullrich und Christian Gröbe, Projektkoordinatorin und Assistenz im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ ©Landkreis I Werner

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