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Niederlausitz Dienstag, 17 März 2020 von Redaktion

Nach Grenzschließung zu Polen. Lange LKW-Grenzstaus auf A15 und A12

Nach Grenzschließung zu Polen. Lange LKW-Grenzstaus auf A15 und A12

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Polen von Samstag- zu Sonntagnacht die Grenze zu Deutschland geschlossen. Es sind nur noch Grenzübertritte mit Auto und LKW über die A12 bei Frankfurt (Oder) und über die A15 bei Forst (Lausitz) für den Waren- und Berufspendlerverkehr möglich. Zu Fuß geht es auch über innerstädtische Grenzen wie in Guben. Seitdem verschärft sich die Wartesituation zunehmend. Teilweise ergeben sich Verzögerungen bis zu 3,5 Stunden, wie Leser berichten. Aktuell hat sich auf der A15 auf beiden Spuren bis zur Abfahrt Roggosen ein Rückstau gebildet. Die IHK Ostbrandenburg hat nun auf die Lage auf der A12 aufmerksam gemacht und fordert den alten Vorstauparkplatz zu reaktivieren, damit sich LKW Fahrer erhohlen und sanitäre Anlagen nutzen sowie die Lebensmittelversorgung der Fahrer gewährleistet werden kann.

Grenzschließung zu Polen wegen des Coronavirus. LKW-Grenzstau auf der A15 in Richtung PolenDie IHK Ostbrandenburg teilt in einer Meldung mit: "Völlig atypischer Verkehr kann seit Montag auf der A12 beobachtet werden: Üblicherweise rollen zu Wochenbeginn die Lkw Richtung Westen. Derzeit stehen die Lkw in Richtung Polen kilometerlang vor der Grenze. Diese Lage wird sich in den nächsten Tagen verschärfen.". Daher fordert die IHK Ostbrandenburg vorausschauende und unkoventionelle Maßnahmen. „Die Anschlussstelle zum Vorstauplatz auf der A12 kurz vor Frankfurt (Oder) muss umgehend reaktiviert werden, um die Länge des Staus zu mindern“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke.

Für die Lkw-Fahrer müssen mobile Toiletten, Mülleimer sowie die Verteilung von Wasser und verpackten Lebensmitteln organisiert werden. Die Polizei muss das Überholverbot zu jeder Tages- und Nachtzeit sicherstellen. Schleichwege neben den Autobahnen sind zu unterbinden. Staus und Unfälle werden so vermieden und der Lkw-Regionalverkehr kann besser die Versorgung sicherstellen.

„Überhaupt sollten die Fahrer besser geschützt werden“, sagt Gundolf Schülke. „Wenn Versender und Empfänger ihre Waren selbst ein- und ausladen, sinkt das Ansteckungsrisiko für die Lkw-Fahrer. Ihre Gesundheit liegt in unser aller Interesse – ohne Fahrer keine Waren in den Regalen.“ 

Bilder von heute Vormittag von der A15 zeigen einen doppelspurigen LKW-Stau, der laut Lesern über 13 Kilometer lang ist. Anwohner grenznaher Orte berichten davon, dass auch die Landstraßen rund um die Autobahnen mit LKWs, die in Richtung Polen wollen, voll sind, Anwohner kommen so teilweise nicht mehr zu ihren Häusern.

Coronavirus in der Lausitz. Aktuelle Lage und Entscheidungen

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