Niederlausitz Samstag, 20 April 2019 von Redaktion

Halbe: Feuer in Munitionsgebiet. Höchste Waldbrandgefahr im Süden Brandenburgs

Halbe: Feuer in Munitionsgebiet. Höchste Waldbrandgefahr im Süden Brandenburgs

In den südlichen Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elter und Spree-Neiße sowie der kreisfreien Stadt Cottbus wurde am heutigen Ostersamstag die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen. Die Böden sind trocken, die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 0% und die Sonne scheint den ganzen Tag, in vielen Orten sind über 20 Grad Celsius und blauer Himmel. Was für Ausflüge zu Ostern ideal ist, ist für die Wälder der Region eine große Gefahr. Weggeworfene Zigarettenstummel, Glas und andere Gegenstände können Waldbrände entfachen, genau wie Funkenflug von Grills oder kleinen und großen Osterfeuern. Daher wurden gestern auch schon einige abgesagt, andere mussten Abstände zu Wäldern vergrößern oder die Feuer ansich verkleinern. In Halbe ist am Mittag auf einem Wald- und Ackerstück ein Brand ausgebrochen, der Boden gilt als munitionsbelastet.

Um 12:20 Uhr schrillten die Alarmglocken der Wehren in Halbe, Teupitz, Briesen, Teurow, Märkisch-Buchholz und Freidorf im Landkreis Dahme-Spreewald. Bei Halbe stand rund ein Hektar Wald und Acker in Flammen, auf munitionsbelastetem Boden. Auf dem Gebiet hatte im zweiten Weltkrieg die Kesselschlacht von Halbe stattgefunden. Tausende starben, Blindgänger und Munitionsreste sind nach wie vor im Boden. Kurz nach Ankunft der ersten Einsatzkräfte war klar, es wurden mehr Feuerwehren gebraucht, um dem Brand Herr zu werden. Um 12:38 Uhr wurden die Wehren aus Schenkenländchen, Bestensee, Miersdorf, Rietzneuendorf, Töpchin und Brusendorf nachalarmiert. Gegen 14:30 Uhr war das Feuer zumindest unter Kontrolle. Die Kameraden müssen aufgrund der Munition im Boden mit äußerster Vorsicht vorgehen, jederzeit könnten Blindgänger explodieren.

Osterfeuer der Region wurden teilweise abgesagt, teilweise mussten sie verkleinert werden oder örtlich umziehen. (Unser Bericht)

Generell gilt bei Gefahrenstufe 5, das betreten und befahren von Wäldern ist verboten, keine Zigarettenstummel aus dem Auto werfen, rauchen im Wald und auf Feldwegen verboten, im und am Wald (mindestens 50 Meter Abstand) kein Feuer entzünden. "Die gebotenen Vorsichtsmaßnahmen sind laut Landesumweltministerium unbedingt einzuhalten. Ordnungswidrigkeiten können gemäß Waldgesetz (Vorschrift § 23) mit einer Geldbuße bis zu 20.000 Euro geahndet werden.

Brandenburg verfügt über eine Waldfläche von rund 1,1 Mio. ha (37 Prozent der Landesfläche). In Anbetracht der extrem hohen Brandgefahr sollte alles unterlassen werden, was zu einem Brand im Wald und in der Feldflur führen könnte. Der kleinste Funke kann eine Katastrophe auslösen. Menschliches Handeln verursacht mehr als 90 Prozent aller Waldbrände mit bis zu 99 Prozent der Waldbrandschadflächen. Blitze sind die einzige "natürliche" Ursache für das Entstehen von Waldbränden.

Für die nächsten Tage ist laut www.wetter.com kein Regen für die Region vorhergesagt, am Dienstagabend könnte es kurzzeitig leicht regnen.

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