Die Stiftung Stift Neuzelle ist 30 Jahre alt. Beim Festakt im Kloster wurde am Freitag zugleich Geschäftsführer Norbert Kannowsky nach mehr als 20 Jahren verabschiedet. Am Wochenende lädt die Stiftung zu Führungen, Konzerten und freiem Eintritt in die Museen ein.
Woidke nennt Kloster Neuzelle einen Schatz Brandenburgs
„Das Kloster Neuzelle ist ein wahrer Schatz unseres Landes Brandenburg“, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke zum Jubiläum. Seit drei Jahrzehnten setze sich die Stiftung dafür ein, die barocken Klosteranlagen zu bewahren, zu restaurieren und mit neuem Leben zu erfüllen. Das Land werde sich dieser Verantwortung auch künftig verlässlich stellen. Woidke dankte Kannowsky und wünschte seinem Nachfolger Mario Quast eine glückliche Hand.
Das Grußwort der Landesregierung beim Festakt in der Aula der Rahn Education auf dem Campus Stift Neuzelle hielt Kulturstaatssekretär Tobias Dünow. „Dieser Ort hat jedes politische System überlebt, das ihn verwalten wollte“, sagte er. Neuzelle sei katholische Insel in der Reformation gewesen, preußische Domäne nach der Säkularisation und Priesterseminar in der DDR. Die Ländereien, die dem Kloster 1817 genommen wurden, habe das Land über die Stiftung zurückgegeben. „Seither trägt der stiftseigene Wald wirtschaftlich dazu bei, den Barock zu erhalten.“ Außerdem sprachen unter anderem Stiftungsratsvorsitzender Reiner Walleser, Superintendent Frank Schürer-Behrmann und Landeskonservator Thomas Drachenberg.
Stiftung Stift Neuzelle bewahrt das Kloster seit 1996
Das Land Brandenburg hat die Stiftung Stift Neuzelle 1996 gegründet, um die denkmalgeschützte Klosteranlage wiederherzustellen, zu bewirtschaften und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit Anfang der 1990er Jahre sind nach Angaben des Kulturministeriums mehr als 80 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln in die Anlage geflossen. In diesem Jahr fördert das Land die Stiftung mit rund 1,3 Millionen Euro.
In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde das Klosterensemble umfassend saniert. Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab sind im Museum Himmlisches Theater zu sehen, das eigens im Neuzeller Weinberg gebaut wurde. Der Klostergarten wurde nach den Plänen des Stiftsatlas von 1758 wiederhergestellt, im Kreuzgang wurden mittelalterliche Fresken freigelegt. „Dem wertvollen Gebäude- und Kunstbestand des Klosters Neuzelle ging es noch nie so gut wie heute“, sagte Drachenberg.
Aprikosenbaum zum Abschied für Norbert Kannowsky
„Ich blicke mit Stolz und Dankbarkeit auf das zurück, was wir in dieser Zeit erreicht haben“, sagte Kannowsky in seiner Festrede. Das Barockwunder Brandenburgs erstrahle nach der Sanierung, der Barockgarten sei wieder erblüht und die Passionsdarstellungen seien für künftige Generationen bewahrt. Zum Abschied schenkten ihm die Mitarbeitenden einen Aprikosenbaum, der im Klostergarten gepflanzt werden soll.
Am 1. Januar 2027 übernimmt Mario Quast die Geschäftsführung (wir berichteten). „Ich bin in Guben geboren und aufgewachsen“, sagte er. Die Stiftung sei eine wichtige Kulturinstitution, aber auch ein Wirtschaftsunternehmen, das auf eigene Einnahmen aus den Stiftswäldern sowie aus Vermietung und Verpachtung angewiesen sei. „Die Herausforderungen sind groß und vielfältig.“
Kloster Neuzelle wurde 1268 gegründet
Gegründet wurde das Kloster Neuzelle am 12. Oktober 1268 von Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen. Ab 1650 wurde das ursprünglich gotische Kloster im Stil des Barocks umgestaltet, es gilt als eines der größten Barockdenkmäler im Norden und Osten Deutschlands. 1817 wurde es säkularisiert. Seit 2018 leben wieder Zisterziensermönche aus der Abtei Heiligenkreuz in Niederösterreich in Neuzelle.
VollzeitBewerbung bis 1.4.Senior Lean Manager (m/w/d)Lausitz Energie Kraftwerke AG · CottbusZur Stelle →Alle 419 Stellen in Südbrandenburg →Jubiläumsprogramm der Stiftung Stift Neuzelle am Wochenende
Am Samstag, 17. Oktober, gibt es um 11, 12, 13 und 14 Uhr Rundgänge durch die Klosteranlage mit den Abteilungen der Stiftung. Von 10 bis 15:45 Uhr findet ein wissenschaftliches Symposium zu den Passionsdarstellungen statt, nur nach Anmeldung, für 20 Euro. Um 16 Uhr singt der Poznaner Knabenchor beim Festkonzert in der Stiftskirche St. Marien, Karten kosten 30 Euro.
Am Sonntag, 18. Oktober, bietet das Kloster von 11 bis 16 Uhr zur Europäischen Woche der Restaurierung kostenfreie Führungen an. Um 16 Uhr folgt das Konzert „Alte Musik im Kloster“ in der Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz, für 15 Euro. An beiden Tagen ist der Eintritt in die Museen von 10 bis 16 Uhr frei, um 11 Uhr führt die katholische Pfarrgemeinde kostenlos durch die Kirche St. Marien. Informationen und Tickets gibt es auf klosterneuzelle.de.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Red. / Presseinformation









