An der Regenbogen-Grundschule in Senftenberg sitzt seit Schuljahresbeginn in zwei Klassen dauerhaft eine zweite Fachkraft mit im Unterricht. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz erprobt damit ein Modell, das Einzelfallhilfen ersetzen soll. Auf unsere Anfrage nennt er erstmals Zahlen, Kosten und Laufzeit.
Zwei Klassen, rund 50 Kinder, zwei Fachkräfte
Einbezogen sind zwei Regelklassen mit jeweils etwa 25 Kindern, insgesamt also rund 50. Ihnen zugeordnet sind zwei Integrationspädagogen mit jeweils 0,9 Vollzeitstellen. Rechnerisch ist damit in jeder der beiden Klassen fast durchgehend eine zweite erwachsene Fachkraft anwesend.
Das unterscheidet den Ansatz an der Regenbogen-Grundschule von der Schulbegleitung, wie sie bisher üblich ist: Dort wird eine Kraft einem einzelnen Kind zugeordnet, auf Antrag und nach Prüfung des Einzelfalls. Hier gehört sie zur Klasse.

Die Pilotphase ist auf zwei Jahre angelegt
Begonnen hat das Projekt mit dem Schuljahr 2026/27, die Pilotphase soll voraussichtlich zwei Jahre dauern. Entschieden wird nicht erst am Ende: Es werde regelmäßige Gespräche zur Auswertung geben, teilt der Landkreis mit.
Geplant ist bereits der nächste Schritt. Im Schuljahr 2027/28 soll das Modell mit weiterem Personal auf die dann neuen ersten Klassen aufwachsen, entsprechend der Zweizügigkeit der Schule – auf dann voraussichtlich vier Integrationspädagogen. „Eine Verstetigung wird angestrebt“, heißt es.
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Bezahlt wird aus dem Budget des Jugendamts
Die Kosten bestehen im Wesentlichen aus den Personalkosten der beiden Fachkräfte. Die Mittel kommen aus dem Gesamtbudget des Jugendamts, Grundlage ist eine Vereinbarung nach Paragraf 77 des Achten Sozialgesetzbuchs zwischen Landkreis und Leistungserbringer. Beauftragt ist der freie Träger Familienhilfe e.V. aus Finsterwalde.
Interessant ist die Erwartung dahinter: Weil an dieser Schule weniger Einzelfallhilfen nötig sein sollen, geht der Landkreis mittelfristig „zumindest von einer Kostenneutralität“ aus. Das Modell soll sich also selbst tragen, indem es Anträge überflüssig macht.
Warum die Wahl auf diese Schule fiel
Mehrere Schulen kamen infrage. Ausgewählt wurde die Regenbogen-Grundschule in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt Cottbus. Ausschlaggebend waren nach Angaben des Landkreises die bestehenden Unterstützungsbedarfe, die „engagierte Haltung des Kollegiums“ und die Bereitschaft der Schule, neue Wege mitzugehen.
Mit rund 370 Schülerinnen und Schülern biete die Schule zudem eine Größe, bei der sich ein solches Modell erproben und weiterentwickeln lasse. Initiiert und fachlich begleitet wird es von Albert Hammitsch, Verfahrenslotse und Jugendhilfeplaner im Kreisjugendamt.
Erste Rückmeldungen fallen positiv aus
Die Schulleitung meldet nach den ersten Wochen zurück, der Start sei gut angelaufen. Beide Fachkräfte seien präsent und gäben sich große Mühe, das Kollegium schätze die Unterstützung. Die Kinder nähmen die beiden sehr gut an, Berührungsängste gebe es nicht.
Auch die erste Elternversammlung sei zustimmend verlaufen. Vom Träger kommt dieselbe Einschätzung: Geschäftsführer Steffen Weider halte den frühen Ansatz in der Grundschule nach einer ersten internen Auswertung für den richtigen Schritt.
Hilfe für die Klasse statt für das einzelne Kind
Der Gedanke dahinter ist ein anderer Zuschnitt von Hilfe: nicht warten, bis ein einzelnes Kind auffällt und ein Antrag läuft, sondern von vornherein eine zweite Kraft in die Klasse setzen, die alle Kinder im Blick hat.
Ob das aufgeht, wird sich an zwei Fragen zeigen: ob die Zahl der Einzelfallhilfen an der Regenbogen-Grundschule tatsächlich sinkt – und ob sich genug Fachkräfte finden, wenn das Modell auf weitere Klassen und womöglich weitere Schulen ausgedehnt wird.
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Red. / Presseinformation








