Das Medizinische Zentrum Lübbenau soll sich zu einem Primärversorgungszentrum entwickeln. Bei einem Besuch von Landrat Alexander Erbert ging es um Fachkräfte, Digitalisierung und die Frage, wer solche Investitionen künftig bezahlt.
Zwei künftige Medizinstudierende am Tisch
Der Landrat kam im Rahmen seiner Unternehmensbesuche. Mit am Tisch saßen neben Vertretern des Zentrums und der Stadtverwaltung die ersten beiden künftigen Medizinstudierenden aus Lübbenau, die an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem studieren werden.
Genau darum geht es dem Haus: Nachwuchs zu gewinnen und in der Region zu halten. „Unser Ziel muss sein, jungen Menschen einen vollständigen Weg in unserer Region zu ermöglichen – von der Schule über das Medizinstudium und die ärztliche Weiterbildung bis zur späteren Tätigkeit in der Lausitz“, sagt Geschäftsführerin Andrea Trunev.
„Keine Einrichtung kann das allein lösen“
Trunev wirbt für eine gemeinsame Perspektive: „Wir müssen stärker darüber sprechen, wie wir vorhandene Strukturen miteinander verbinden, Fachkräfte gewinnen, Prävention stärken und die Finanzierung neuer Versorgungsformen ermöglichen. Die Herausforderungen können einzelne Einrichtungen oder Kommunen nicht allein lösen.“
Das Medizinische Zentrum Lübbenau strebt deshalb eine enge Zusammenarbeit mit der Universität an – in Aus- und Weiterbildung, in der Forschung und bei neuen Versorgungsmodellen. Auch das Weiterbildungsnetzwerk Südbrandenburg soll dazu beitragen.
Kinderarztpraxis in acht Wochen umgebaut
Beim Rundgang durch das Zentrum Lübbenau stand die neu gestaltete Kinderarztpraxis im Mittelpunkt. Innerhalb von acht Wochen wurden die Räume gemeinsam mit regionalen Unternehmen modernisiert. Entstanden sind neue Arbeitsbedingungen für das Praxisteam und kindgerechte Räume für die kleinen Patienten.
„Eine zuverlässige und wohnortnahe medizinische Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil für die Lebensqualität in der Region“, sagt Bürgermeister Helmut Wenzel. Mit der Weiterentwicklung wolle die Stadt ein attraktives Umfeld schaffen, um neue Ärztinnen und Ärzte zu gewinnen.
Offene Frage: Wer zahlt die Investitionen?
Neben dem Bau geht es um digitale Patientenpfade und neue Versorgungsprojekte. Dafür braucht das Zentrum Lübbenau Geld für IT, Medizintechnik, Gebäude und Prozesse. Für kommunale Gesundheitsstandorte stellt sich damit die Frage nach einer langfristigen Finanzierung solcher Zukunftsinvestitionen – eine Frage, die der Besuch aufwarf, aber nicht beantwortete.
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Foto: Stadt Lübbenau/Spreewald, Anja Brautschek-Hofmann













