Bei einem Besuch in Cottbus übergab Justizminister Markov einen Förderbescheid und informierte sich zu laufenden Resozialisierungsprojekten Im Land
Justizminister Helmuth Markov hat sich am Freitag bei der Sozialen Initiative Niederlausitz e.V. vor Ort über die Bemühungen um die Resozialisierung von Straftätern informiert und einen symbolischen Scheck über 244.469,98 Euro übergeben, der die Arbeit des Vereins bis 2018 unterstützt: „Zwei Drittel aller Gefangenen sind überschuldet, deswegen ist gerade die Schuldner- und Insolvenzberatung ein wichtiger Baustein bei der Resozialisierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Aus diesem Grund haben wir die Förderung nun fest im Haushalt verankert, um so die gute Arbeit der Sozialen Initiative weiter zu unterstützen“, sagte Markov. Viele Menschen, die eine Gefängnisstrafe verbüßen, seien von ihrer finanziellen Situation überfordert. Dies könne den Gang in die Freiheit extrem erschweren und die Gefahr einer erneuten Straftat erhöhen. Mit einer umfassenden Beratung direkt in den Justizvollzugsanstalten könne solchen Risiken vorgebeugt werden, so Markov weiter.
Konkret können Betroffene durch die Beraterinnen und Berater Mahn- und Vollstreckungsbescheide prüfen lassen, sich über Pfändungsschutzmaßnahmen oder den Möglichkeiten einer privaten Insolvenz informieren. Aktuell arbeitet der SIN e.V. mit dem Projekt „Resozialisierungsmaßnahmen für Strafgefangene im Rahmen der Schuldner- und Insolvenzberatung in den Justizvollzugsanstalten im Land Brandenburg“ in den Anstalten Cottbus – Dissenchen, Brandenburg an der Havel und Luckau-Duben sowie in deren Außenstelle in Spremberg. Ein Projekt zur „Neustrukturierung und Vereinheitlichung der Schuldnerberatung in den Justizvollzugsanstalten des Landes Brandenburg“ ist in Vorbereitung.
Hintergrund
Der Verein „Soziale Initiative Niederlausitz“ (SIN e.V.) wurde im Jahr 2000 als Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle gegründet. Im Jahr 2002 erfolgte die Anerkennung als geeignete Stelle im Verbraucherinsolvenzverfahren. Der Verein ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Brandenburg und Sachsen. Seit 2003 ist er in den Justizvollzugsanstalten des Landes tätig. Er beschäftigt 50 Mitarbeiter 12 davon in der Schuldnern- und Insolvenzberatung. Mehr zur Arbeit des SIN e.V. finden Sie hier.
Foto: Wiki ArtMechanic
Quelle: Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz




