Den Traumberuf Hebamme erlernen derzeit 15 Schülerinnen an der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums (CTK). Es ist bereits die vierte Klasse, die diese Ausbildung hier absolviert. Im März 2016 erhalten die jungen Frauen ihre Abschlusszeugnisse, bevor im April die neue Klasse startet. Alle drei Jahre werden hier bis zu 17 Schülerinnen zur Hebamme ausgebildet. 2004 fiel dafür der Startschuss. Die Medizinische Schule des CTK ist seither die einzige Berufsschule in Brandenburg, die diese Ausbildung anbietet.
Die theoretische Ausbildung findet in der Schule statt, der praktische Teil erfolgt in einer von sieben Kliniken. Zu den Ausbildungsorten zählen neben Cottbus auch Potsdam, Frankfurt/Oder, Brandenburg an der Havel, Bad Saarow, Königs Wusterhausen und Lübben. Mit 3000 Praxisstunden gehört die Hebammenausbildung zur praxisorientiertesten Ausbildung aller Gesundheitsfachberufe. Stationen sind unter anderem der Kreißsaal, die Wochenbettstation, die gynäkologische Station, die Kinderklinik und das Externat, bei dem ein Einsatz bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einer Praxis erfolgt.
In einem vierwöchigen Turnus wechseln sich Praxis und Theorie ab. Zu den unterrichteten Fächern zählen neben Geburtshilfe beispielsweise auch Anatomie, Pädiatrie und Krankheitslehre. Silvia Hepprich, Lehrhebamme der Medizinischen Schule des CTK: „Nach Abschluss der Ausbildung sind die Chancen auf einen Job ausgesprochen gut, denn Hebammen werden gerade in den Kliniken dringend gesucht. Bisher haben alle unsere Absolventen sofort einen Job bekommen. Teilweise wurden sie von den Ausbildungskliniken übernommen, einige sind ins Ausland gegangen oder freiberuflich tätig geworden.“ Bereits ab Erlangung des Examens besteht die Möglichkeit, freiberuflich zu arbeiten. Zudem können ausgebildete Hebammen in gynäkologischen Praxen, in Kliniken sowie in Geburtshäusern und Hebammenpraxen tätig werden.
Vor der Ausbildung ist ein Praktikum bei einer freiberuflichen Hebamme oder einer geburtshilflichen Klinik ratsam. Neben guten schulischen Leistungen sind vor allem eine hohe Sozialkompetenz und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit wichtig. Linda Teske (27), die 2013 ihre Hebammenausbildung an der Medizinischen Schule des CTK begann, sagt: „Eine Hebamme ist eine Vertrauensperson, sozusagen eine Freundin der Frau. Jede Frau ist anders und braucht individuelle Betreuung.“ Ihre Mitschülerin Linda Mark (29) ergänzt: „Der Beruf ist total vielfältig. Am faszinierendsten ist vor allem das Erlebnis Geburt. Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit können wir diese selbstständig durchführen.“ Bis zum Ende der Ausbildung werden es mehr als 30 Geburten sein.
Dass die Schülerinnen während ihrer Ausbildung auch schon mal Drillinge erleben können, zeigen Milla, Kati und Amy, die am 11. Mai 2015 im CTK zur Welt kamen.
Noch bis 31. Juli 2015 können sich Interessenten für die Hebammenausbildung im CTK bewerben. Weitere Informationen dazu sind zu finden auf www.ctk.de im Bereich Aus-/ Weiterbildung.
Bild: Auch der Gebärhocker wird während der praktischen Ausbildung im Kreißsaal „erprobt“. Den Hebammenschülerinnen Linda Teske (hinten) und Linda Mark (vorn) macht das sichtlich Spaß. Silvia Hepprich, Lehrhebamme der Medizinischen Schule des CTK, steht ihren Schülerinnen mit Rat und Tat zur Seite.
Quelle & Foto: Carl-Thiem-Klinikum




