Landesliga Süd: SG Groß Gaglow – FSV Brieske/Senftenberg 0:2 (0:0)
Auf die Frage, ob er mit seiner taktischen Aufstellung gegen den Tabellendritten gewissermaßen Beton anrühren werde, sagte Groß Gaglows neuer/früherer Trainer Christian Knecht: „So gehen wir auf keinen Fall in dieses Match. Aber als Schlusslicht werden wir vom Tabellendritten Brieske höchstwahrscheinlich gleich hinten reingedrückt“.
Doch es zeigte sich ziemlich schnell, dass die favorisierten Männer von der Glück-auf-Kampfbahn keineswegs im Stil einer Mannschaft aus dem Spitzentrio agierten. Ihre Angriffe erwiesen sich im Wesentlichen als harmlos. Zumeist blieben die Gelb-Schwarzen noch vor dem 16-Meter-Raum der Gastgeber stecken, denen sich in der 25. Minute plötzlich die Riesenchance zum Führungstreffer eröffnete. Völlig allein tauchte Manuel Böckle vor Brieskes Torwart Denny Miersch auf – und schoss per Pieke aus aussichtsreicher Position etwas überhastet links am Gehäuse vorbei.
Trainer Knecht: „Manuel hätte vielleicht noch zwei, drei Schritte weiter laufen und das Leder präzise einschieben können. Aber wenn du unten stehst, dann passieren eben solche Dinge eher als sonst.“ Wer weiß, wie das Spiel bei einem Groß-Gaglower 1:0 verlaufen wäre… Denn die Einheimischen wirkten in den ersten 45 Minuten ganz und gar nicht wie ein Inhaber der „Roten Laterne“.
Bei Brieske dagegen blieben die meisten Aktionen Stückwerk. Besonders auffällig die ungenauen und auch unkontrollierten Schläge aus der Abwehr heraus. Zudem moserten einige Spieler und mitgereiste Zuschauer über den für sie nicht guten Rasen, da man während der langen und harten Vorbereitung ausschließlich auf Kunstrasen trainiert habe. Der geneigte Fußballfreund wird dieses Scheinargument garantiert zu werten wissen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erarbeiten die Gäste über die linke Seite ihre einzige Halb-Chance. Doch Patrick Wedekinds Kullerball rollte am langen Pfosten vorbei.
Leider kam es sieben Minuten nach Wiederbeginn zwischen zwei Groß-Gaglowern in der Mittelline (!) zu einem Missverständnis, die Gegner kamen dadurch in Ballbesitz und passten auf den gedankenschnellen Georg Hübner, der überraschend zum Torerfolg kam. Einige Gaglower Abwehrspieler boten dem Torschützen soviel Raum und respektvolles Geleit, dass Hübner völlig unbedrängt einschießen konnte. Der Rest der zweiten Halbzeit ist kaum der Rede wert – viele Harmlosigkeiten auf beiden Seiten. In der Nachspielzeit war es erneut Georg Hübner, der bei einem Gegenangriff den 0:2 Endstand herstellte.
Brieskes Trainer Steffen Rietschel meinte: „In meinen Augen war das ein schlechtes Spiel, und wir haben trotzdem gewonnen. Mein Team war zu nachlässig und unkonzentriert. Wenn man ständig über die Platzverhältnisse diskutiert und nicht das umsetzt, was in der Kabine besprochen wurde, dann kommt eben nichts Besseres heraus“.
Auch Christian Knecht zeigte sich enttäuscht. „Taktisch waren wir gut, belohnten uns aber nicht mit Treffern. Vorn wurden von uns gute Chancen einfach vergeben. Nachdem wir durch diese Unachtsamkeit im Mittelfeld das erste Gegentor kassiert hatten, taten wir uns schwer, noch irgend etwas zu reißen“. Etwas augenzwinkernd fügte hinzu: „Hätte unser Keeper Dustin Lindner die beiden Briesker Treffer verhindert, dann wäre ihm für den heutigen Tag ein Denkmal gesetzt worden“.




