Antisemitismus ist in Brandenburg anhaltend präsent und wird zunehmend offen zur Schau gestellt – zu diesem Ergebnis kommt der Monitoringbericht 2025 der Fachstelle Antisemitismus Brandenburg. 461 antisemitische Vorfälle dokumentiert der Bericht für das vergangene Jahr, 4,8 Prozent weniger als 2024, aber mehr als doppelt so viele wie 2022. Cottbus gehört mit 57 dokumentierten Vorfällen zu den am stärksten betroffenen Regionen im Land.
Antisemitische Vorfälle: Cottbus landesweit auf Platz zwei
Antisemitismus zeigt sich dem Bericht zufolge im gesamten Land – besonders viele Vorfälle wurden in Oberhavel (76), Cottbus (57) und Potsdam (53) dokumentiert. Fast jeder zweite Vorfall (208 Fälle, 45,1 Prozent) wird einem rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund zugeordnet. Häufigste Erscheinungsform bleibt der Post-Shoah-Antisemitismus mit 206 Fällen, gefolgt von antisemitischem Othering (134) und israelbezogenem Antisemitismus (121). Die meisten Vorfälle sind verletzendes Verhalten, zugleich nehmen Angriffe (18) und Bedrohungen (58) zu.
„Öffentlicher und unverhohlener“
„Antisemitismus wird in Brandenburg öffentlicher und unverhohlener. Das dürfen wir niemals hinnehmen“, erklärte Staatssekretär Dr. Johannes Wagner bei der Vorstellung des Berichts in Potsdam. Der Bericht spricht von einer dauerhaften Niveauverschiebung seit dem 7. Oktober 2023; der öffentliche und der digitale Raum bleiben zentrale Tatorte. „Durchschnittlich ereignet sich weiterhin täglich mehr als ein antisemitischer Vorfall im Land Brandenburg“, betonte Derviş Hızarcı, Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, des Trägervereins der Fachstelle. Der komplette Bericht ist abrufbar bei der Fachstelle Antisemitismus Brandenburg.
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Archivfoto: Synagoge Cottbus
Red. / Presseinformation


