Verbraucherzentrale Brandenburg stellt Geschäftsbericht 2014 vor
Von der Unterstützung tausender Verbraucher bei der Rückforderung ihrer Kreditbearbeitungsentgelte, über die Untersuchung der Kitaverpflegung im Land Brandenburg bis zur Analyse der deutsch-polnischen Rechtsdurchsetzung – die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hat sich im Jahr 2014 auf vielen Ebenen für den Verbraucherschutz eingesetzt. Brandenburgs Verbraucherschutzminister Helmuth Markov würdigte das Engagement der Verbraucherschützer.
Persönlich, per E-Mail sowie am Telefon stand die Verbraucherzentrale den Brandenburgern 2014 zur Seite. Eine positive Bilanz zog Geschäftsführer Rumpke: „Fast 70.000 Menschen im Land nahmen die Leistungen der Verbraucherzentrale in Anspruch, darunter die persönliche Beratung, Vortragsangebote oder das Servicetelefon. Zusätzlich ist unser Internetauftritt weit über 170.000 Mal besucht worden. Hinzu kommen unzählige Verbraucherinnen und Verbraucher, die wir über unsere regelmäßige Präsenz in den Medien vor aktuellen Abzockmaschen warnen konnten.“
Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen deutlichen Anstieg an Beratungen zu Finanzen und Versicherungen. Fast jede fünfte Beratung führte die VZB hierzu durch. Dies ging teilweise auf das Urteil des Bundesgerichtshofes im Oktober 2014 zurück, nach dem Verbraucherkreditnehmer zu Unrecht gezahlte Bearbeitungsgebühren zurückfordern konnten. Neben individuellen Beratungen bot die VZB u.a. auch Musterbriefe zum kostenlosen Download.
Besonders aktiv betrieb die VZB im Jahr 2014 den kollektiven Rechtschutz. „Wir haben fast 50 Unternehmen erfolgreich abgemahnt. Unter anderem konnten wir erreichen, dass Hotelgäste in Brandenburg keine zu hohen Stornogebühren mehr zahlen müssen. Alle Brandenburger 4-Sterne-Hotels wiesen nämlich die gleichen falschen AGB auf“, so Rumpke. Besonders häufig kamen die schwarzen Schafe aus den Bereichen Lebensmittelkennzeichnung / Preisauszeichnung von Waren, Schlüsseldienste, Partnervermittlungen und Fitnessverträge. „Die Arbeit der Verbraucherzentrale im Bereich des kollektiven Rechtsschutzes ist sehr wichtig, da durch Abmahnungen und Musterklagen Verbesserungen erzielt werden, die allen Verbraucherinnen und Verbrauchern in Brandenburg zu Gute kommen“, unterstrich Verbraucherschutzminister Helmuth Markov. „Mit der Erhöhung der Finanzierung haben wir zudem die Verbrauchzentrale Brandenburg weiter gestärkt, damit sich alle Brandenburgerinnen und Brandenburger im Ernstfall sicher sein können, eine unabhängige und kompetente Beratung zu erhalten.“
Weitere Schwerpunkte 2014
Im März konnte die VZB sich erfolgreich als eine von fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen für den Marktwächter Digitale Welt empfehlen. Unter Federführung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv arbeitet sie seit Oktober 2014 an der Einführung eines nationalen Frühwarnsystems für Schieflagen in Digitalen Märkten.
Im November fand die Abschlusskonferenz eines grenzüberschreitenden Forschungsprojekts der VZB sowie der polnische Verbraucherschutzorganisation Federacja Konsumentów statt. Zentrale Erkenntnis des Projektes: Aus Unkenntnis des fremden Rechtssystems und der Sprache schrecken Verbraucher davor zurück, im Ausland vor Gericht zu ziehen. Bei der Tagung kamen namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Justiz zusammen und diskutierten die Herausforderungen der effektiven und zeitgemäßen Durchsetzung von grenzüberschreitenden Verbraucheransprüchen. Außerdem übergab die VZB Verbraucherschutzminister Markov den im Projekt entwickelten Ratgeber für Verbraucher, der Tipps für den Gang vors ausländische Gericht enthält.
Eine brandenburgweite Studie zur Verpflegungssituation in Kindertagesstätten stellte die VZB im Dezember 2014 im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Die online gestützte Erhebung zeigte, dass fast alle brandenburgischen Kitas (98,9 Prozent) Mittagessen anbieten. Dafür sollen die Eltern laut Kitagesetz einen Anteil zahlen, der maximal der so genannten „häuslichen Ersparnis“ entspricht. Dieses Essengeld liegt laut Befragung zwischen null und 3,60 Euro und macht deutlich, dass es in Brandenburg sehr unterschiedlich interpretiert wird. Deshalb forderte die Verbraucherzentrale vom Gesetzgeber Umsetzungshinweise zum Kitagesetz, um mehr Transparenz für Eltern und Kitaträger herzustellen.
Der Geschäftsbericht mit weiteren Zahlen, Themen und Rahmendaten zur VZB steht unter www.vzb.de/geschaeftsbericht2014 zum Download bereit.
Individuellen Rat erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher
- in den Beratungsstellen, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter www.vzb.de/termine,
- am Beratungstelefon unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr,
- 1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie
- per E-Mailberatung auf www.vzb.de/emailberatung
Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.
Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher gegenüber Politik und Wirtschaft. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Medien & Telefon, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht und ist Trägerin der Unabhängigen Patientenberatung im Land.
Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbrauchern gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf. Im Jahr 2015 feiert sie ihren 25. Geburtstag.
Aktuelle Informationen gibt es auf www.vzb.de.de und www.facebook.com/vzbrandenburg.
Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.