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Nachbarn Donnerstag, 09 September 2021 von Margit Jahn

28. Folklorum auf Kulturinsel Einsiedel erfolgreich über 19 Bühnen gegangen

28. Folklorum auf Kulturinsel Einsiedel erfolgreich über 19 Bühnen gegangen

Es gibt sie noch ! Musiker, die das Wort Folklorum im tiefsten Herzen verankert haben, und das bieten, was die musikbeseelten Gäste jedes Jahr aufs Neue zur Insel der Glückseeligkeit treibt. Musik, Stimmung und Tanzlaune begeisterten beim 28.Folklorum auf der Kulturinsel Einsiedel. In diesem Jahr waren die absoluten Publukumslieblinge unter anderem die Bands „Donkeyhonk Company“ am Freitagabend und am Sonnabend die Hannoveranische Band „Makatumbe“,  gemessen an der endlosen Tanzwut der Inselbesucher, 

“Worlds Groove meets Future Pops“ beschreiben die vier Musiker von „Makatumbe“ ihr Musikrepertoire. Diese Band lebt vom absolut charismatischen Frontsänger und begnadeten Klarinettenspieler Edgar Wendt, aber auch vom Obertongesang, Akkordeon, Schlagzeug und Bass zu Reggae und Klezmer, einfach allen möglichen Sparten traditioneller Musikstile, die die Jungs absolut beherrschen. Diese verzückten die Fans, die den Tanzboden zum Beben brachten. Die Band beherrschte meisterlich die ganz leisen Töne und schafften es einen Spannungsaufbau hinzulegen, wie man es nicht oft zu sehen oder hören bekommt.

Die Bayrische Outlaw Blues-und Rockn`n Roll Band „Donkeyhonk Company“ ließ mit Gitarre, Banjo und Schlagzeug ebenso keine Fußsohle auf dem Holzparkett der Holztanzbühne stehen. In absolute Ekstase aber versetzte Kontrabasser Pedl zuerst sich selbst, und anschließend die Musikbesessenen vor der Bühne . Sein Kontrabass musizierte in allen Himmelsrichtungen von stehend bis fast liegend, was selbst Schlagzeuger Da Wig amüsierte. Hier gab es im Publikum kein Halten mehr. Es wurde getanzt bis zum Umfallen.

Absolut relaxt war übrigens auch die Rudolstädter Band „Mokapelle“, die es sich am Sonnabend Abend auf der Elfenbühne sehr gemütlich gemacht haben. Sie haben gleich ihren Stammtisch nach oben auf die Bühne geholt, und nebenbei das eine oder andere Liedchen aus ihrem Repertoire „Trinklieder durch die Jahrhunderte“ verdammt authentisch rüber gebracht. Begeisterte Fans, die es sich in Scharen auf den vor der Bühne liegenden Strohballen gemütlich gemacht haben, waren ihr Lohn, und weil allein trinken keinen Spaß macht, animierte der Ausschenker auf der Bühne die Gäste, sich dann und wann einen guten Schluck direkt von vorn abzuholen. Mehr Volksnähe ging nun wirklich nicht...

Petrus meinte es auch im Jahr 2021 mal wieder einfach zu gut mit den Folklorum Besuchern-Sonne satt über komplett alle drei Tage. Wer auch immer den Draht dafür hatte, die Zeltgemeinschaft ließ es sich unter diesen Umständen auf dem Campus gut gehen. Es gab wie gewohnt, wieder ein paar Neuerungen auf dem Areal zu entdecken-und die schönste davon war die neue Halle-auch „Hallelujum“ genannt. Schwamm drüber, das noch am Freitag am späten Abend reger Fahrbetrieb herrschte, so ganz fertig werden die Insulaner zum Freitag ja sowieso irgendwie nie. Somit bekamen die Besucher, die sich schon beizeiten auf dem Gelände tummelten, einen kleinen Vorgeschmack davon, welche Betriebsamkeit zu normalen Tagen dort erst herrschen muss, wenn die unermüdlichen Holzwürmer ihrer verrückten Bau-Leidenschaft nachgehen.

Die Einhaltung der Corona-Auflagen war dieses Mal etwas zeitaufwendiger, und am Freitagabend war die Warteschlange zum Camp-Gelände schon etwas länger als sonst, was nicht alle Besucher erfreute. Die Eröffnungsveranstaltung war wie immer sehr unterhaltsam, und man freute sich schon auf die kleinen Boshaftigkeiten, die diesmal kommen sollten. Die inzwischen bekannte turisedische Hymne wurde lautstark vom Publikum mitgesungen und zum Auftakt kämpften ein paar Ehrenturiseder um den Silbertitel. Dann hatten die Besucher die Wahl „Music For The Kitchen“ auf gleicher Grosser Bühne zu erleben, oder sich im „Hallelujum“, der neuen Halle, „Triple Trouble“ anzuhören. Gundermann`s Tochter Linda und Musiker, genannt „Linda und die lauten Bräute“, spielten auf der Holztanzbühne eigene Songs aber auch Lieder zu Ehren des Vaters , was die Fans erfreute. Generell hatten die Liedermacher in diesem Jahr ihren großen Auftritt. Ein wenig vermisst hat man die ansonsten Stimm-und Bildgewaltigen Folkloregruppen, die für heiße Rhythmen und unendlich guter Laune, gerade auch in den Füßen sorgten. Die Klamaukspiele an der Neiße zogen Tagsüber auch wieder viele Neugierige an, und das Floß-Seil Wettziehen „Ziehleinum“genannt, sorgte für einige Lacher und bot beste Unterhaltung.

„Searching the Roots“ brachten die Zuhörer auf der Bühne im Elfenmarkt mit ihrer Oldtime Music ins schwärmen, anschließend ging es gleich zur Neißewiese, wo die Feuerteufel „Dragona“ihre heiße Leidenschaft zum Feuer zelebrierten. Eine Stunde lang war ihr Programm, aber hier wünschte man sich etwas mehr gemischte Choreographien zwischen den Feuerteufeln und ihren Gespielinnen. Die selbst erfragte Zugabe der beiden Feuerdamen nach 15 Minuten Soloprogramm (!) hat schon für einige Verwunderung unter den Gästen gesorgt. Eine Zugabe kommt eigentlich am Ende der Show-und wenn, dann vom Publikum gefordert, oder etwa nicht ? Schöne Bilder haben sie alle ergeben, wünschenswert wäre im nächsten Jahr etwas mehr Zusammenspiel unter den Künstlern.

Die idyllisch gelegene kleine Bühne „Ziegensauna“ genannt, machte dem Namen alle Ehre. „Schwung“ lautet die Übersetzung der Band „Sväng“, die mit Nyckelharpa, Oktavmandoline und fünfsaitigem Cello Tanzmusik Skandinaviens im Gepäck hatte, und schwungvoll meckerten die Ziegen am Rande schon mal im Rhythmus mit. Hier wären ein paar Sitzgelegenheiten vor der kleinen Bühne im nächsten Jahr wünschenswert, denn irgendwann am späten Abend wird man fusslahm.

Ein Lob und Dankeschön allen Organisatoren am Ende für wieder drei Tage unglaublich guter Unterhaltung. Schön auch, das die roten Zahlen sich vom vorigen Jahr in schwarze umgewandelt haben, wobei Petrus ja nun ein absolutes Machtwort mitgesprochen hat, und viele Kurzentschlossene noch auf die Insel gelockt hat. Das wird sicher dazu führen, das im nächsten Jahr die Pausen auf den großen Bühnen hoffentlich wieder kürzer werden, und vielleicht wieder deutlich dichter bespielt werden können ? Da die Jungs in diesem Jahr deutlich auf den Bühnen dominiert haben, verbleibt die Hoffnung, das im nächsten Jahr die Frauenquote in schöner Garderobe wieder etwas mehr steigt. Und Musiker-Jungs, mit Schlabber-T-Shirt und kurzer Hose macht ihr keinen sonderlich schönen (Foto) Musik-Eindruck. Das Auge isst ja mit. Seid verrückt, seid Bunt-ganz nach dem Kredo der Insel „Wir sind froh nicht normal zu sein“. Bis zum nächsten Jahr..

Text/Bild: Margit Jahn

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