Kraupa Mittwoch, 02 September 2020 von Redaktion

Export: Hiroshi Tani absolviert ersten Schritt zum Meister in Privatfleischerei

Export: Hiroshi Tani absolviert ersten Schritt zum Meister in Privatfleischerei

Mit Leidenschaft und Wertschätzung für das Handwerk: In seiner Heimatstadt Osaka ist Hiroshi Tani für eine der größten japanischen Fleisch- und Wurstwarenfabriken tätig. In Kraupa hat er nach drei Jahren die Fleischerausbildung erfolgreich absolviert. Seinen Gesellenbrief erhält er zum „Tag des Meisters“, der Veranstaltung der Handwerkskammer Cottbus, und ist auf dem Weg zum Meister.

Exotische Regionalgerichte zur Abschlussprüfung

"Für mich ist es völlig normal, den Gesellenabschluss zu schaffen." Auch wenn es für Hiroshi Tani selbstverständlich ist, sein Werdegang ist eine echte Erfolgsgeschichte im Handwerk. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Japaner zum Fleischer in Kraupa ausbilden lassen. In der Abschlussprüfung stellte der 30-Jährige seine theoretischen Kenntnisse sowie praktischen Fähigkeiten erfolgreich unter Beweis. In der Prüfungsaufgabe galt es Rindfleisch zu zerlegen, eine regionale Spezialität und ein vollumfängliches Gericht zuzubereiten. "Ich habe ein Roastbeef-Sushi und ein japanisches Rührei präsentiert. Das wird aus einer Bonito-Fischbrühe, süßem Reiswein, Sojasauce und frischen Eiern bereitet", berichtet Hiroshi Tani über die Umsetzung der Aufgabe.

Vor seiner Ausbildung arbeitete er als Fleischtechnologe in seiner Heimatstadt Osaka für eine der größten Fleisch- und Wurstwarenfabriken Japans. Der Kontakt zur Privatfleischerei Arnold entstand durch ein Austauschprogramm. Nach der achtmonatigen Praktikumszeit war sowohl für Hiroshi Tani als auch für Fleischermeister Matthias Arnold schnell klar, dass die Fleischerei ihn in seinem Wunsch, den deutschen Handwerksmeister als Fleischer zu erlangen und nach Japan zu exportieren, unterstützt. Der Gesellenbrief ist der erste Schritt dazu.

Kein Meckern in drei Jahren

"Er hat unsere Umgangsformen spürbar mit beeinflusst. Es gab nie ein 'Meckern', er war immer freundlich und überzeugt uns mit seiner Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit. Ob auf Ausbildungsmessen, zum Schlachten, beim Grillen oder beim Karneval – überall war er dabei", erzählt Fleischermeister Matthias Arnold sichtlich stolz über seinen Schützling.

Gleichzeitig bedauert er das Ende einer Erfolgsgeschichte: „Es ist sehr schade, dass er geht. Wir haben Hiroshi Tani hier mit einem Auto und einer Wohnung sehr gern unterstützt, denn in den drei Jahren konnten wir nur positive Erfahrungen machen. Gemeinsam mit unseren drei weiteren Lehrlingen war es eine kleine Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt hat. Seiner Fleischfabrik sendete Hiroshi täglich einen Bericht über seinen Ausbildungsstand. Sein Hauptaugenmerk lag auf der Zerlegung, Herstellung von Produkten und der Qualitätssicherung.“

Der „Tag des Meisters“ ist alljährlich ein fester Bestandteil im Kalender der Handwerkskammer Cottbus. Insgesamt 362 Handwerksmeister aus 36 unterschiedlichen Berufen werden am 3. September ausgezeichnet. Auch 41 Gesellen erhalten im Rahmen dieser Festveranstaltung im Stadion der Freundschaft ihre Zeugnisse.

Foto: Hiroshi Tani hat die Ausbildung als Fleischer abgeschlossen. Es ist sein erster Schritt zum Handwerksmeister, bevor er in sein Land Japan zurückkehrt. Bild: Handwerkskammer Cottbus, Veronika Martin

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