Doberlug-Kirchhain Donnerstag, 17 Oktober 2019 von Redaktion

Heeresinstandhaltung in Doberlug-Kirchhain bleibt. Investitionen angekündigt

Heeresinstandhaltung in Doberlug-Kirchhain bleibt. Investitionen angekündigt

Mit Erleichterung hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass die geplante Privatisierung der HIL Heeresinstandsetzungslogistik vom Tisch ist. HIL verfügt deutschlandweit über drei Werke, eines davon in Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster. Das Unternehmen hat rund 2.000 Beschäftigte, davon etwa 250 in Doberlug-Kirchhain. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat heute bekanntgegeben, dass der Militärdienstleister als staatliche Eigengesellschaft weitergeführt wird. Zudem kündigte sie Investitionen von 160 Millionen Euro in die Werke an.

 „Damit gibt es eine Entscheidung, die im Interesse des Erhalts und der Weiterentwicklung des Standorts Doberlug-Kirchhain sowie der Arbeitsplätze liegt“, erklärte Minister Steinbach. „Wir haben hier ein gut aufgestelltes Werk, das ausgelastet ist und mit motivierten Fachkräften hervorragende Arbeit leistet. Ich bin froh, dass das Thema Privatisierung nun vom Tisch ist“, so Steinbach weiter. Das brandenburgische Wirtschaftsministerium hatte die Bedeutung von HIL für Brandenburg auch gegenüber dem Bundesverteidigungsministerium deutlich gemacht.

In der Vergangenheit war die bereits vor Jahren beschlossene Privatisierung immer wieder kontrovers diskutiert worden. So hatte die Arbeitsgruppe Sicherheits- und Verteidigungspolitik der SPD-Bundestagsfraktion im Sommer vorigen Jahres für eine Neubewertung angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage votiert. Steigende sicherheitspolitische Herausforderungen hatte die Bundesverteidigungsministerium nun auch als Grund dafür benannt, dass HIL als zuverlässiger Betrieb über 2025 hinaus beim Bund bleibe. Wichtige Instandsetzungsmaßnahmen könnten so weiterhin flexibel und eigenständig von der Bundeswehr erledigt werden, zudem bleibe die wertvolle Expertise des Personals erhalten.

Die HIL Heeresinstandsetzungslogistik wartet das militärische Großgerät von Heer und Streitkräftebasis. Sie wurde 2005 als Jointventure zwischen dem Bund und der HIL Heeresinstandsetzungslogistik Industrieholding GmbH gegründet. In der Holding hatten sich die Rüstungsfirmen Diehl, Kraus-Maffei Wegmann und Rheinmetall engagiert. Im Januar 2013 übernahm der Bund die Anteile der Firmen. Seitdem ist die Heeresinstandsetzungslogistik mit ihrem Jahresumsatz von etwa 400 Millionen Euro eine hundertprozentige Tochter des Bundes.

Hintergrund (laut www.bundeswehr.de)

Die HILHeeresinstandsetzungslogistik wartet das militärische Großgerät von Heer und Streitkräftebasis an den Standorten Darmstadt, Doberlug-Kirchhain und St. Wendel. 

Werke werden für 160 Millionen Euro modernisiert

Kramp-Karrenbauer kündigte zudem umfangreiche Investitionen in die HILHeeresinstandsetzungslogistik-Werke an. „Wir gehen von einem Investitionsvolumen von 160 Millionen Euro aus“, sagte die Ministerin. Das Geld werde bis 2032 aufgebracht, ohne an anderer Stelle Einsparungen vorzunehmen, so Kramp-Karrenbauer. Man werde weiter vertrauensvoll mit der Rüstungsindustrie zusammenarbeiten, zudem werde man bei künftigen Auftragsvergaben auch mittelständische Unternehmen berücksichtigen.

pm/red

Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke

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