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Cottbus Mittwoch, 16 Juni 2021 von Redaktion /Presseinfo

Schloss Branitz wird weiter restauriert. Förderung in Cottbus übergeben

Von einer Waffensammlung, über historische Scheiben bis zum neuen Dach - in den nächsten Monaten wird das Branitzer Schloss in Cottbus weiter restauriert. Dafür hat es gestern eine große Förderzusage seitens der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gegeben. Unter anderem steht die Restaurierung des Vestibüls mit der großen Ahnengalerie und der gotischen Glasfenster im Treppenhaus sowie der musealen Präsentation der pücklerschen Waffensammlung auf dem Plan. Das Schloss bleibt während der Bauarbeiten weiterhin mit seinen Ausstellungen geöffnet. 

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Die Sparkasse Spree-Neiße teilte dazu mit: 

Abschluss einer fast zehnjährigen bedeutenden Sparkassen-Förderung zur Wiedereinrichtung von Branitz als musealem Wohn- und Gedenkort des Fürsten Pückler: Im malerischen Ambiente auf der Schlossterrasse am Schlosssee ebnete die Ostdeutsche Sparkassenstiftung heute gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße den Weg für die Wiedergewinnung des wichtigsten Raumes im Schloss. Sie übergaben die Förderzusage zur Restaurierung des Vestibüls mit der großen Ahnengalerie und der gotischen Glasfenster im Treppenhaus sowie der musealen Präsentation der pücklerschen Waffensammlung. Mit großer Freude nahmen Dr. Stefan Körne r, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, gemeinsam mit Elke Gräfin von Pückler, Vertreterin der Erbengemeinschaft nach Fürst Pückler, sowie der Oberbürgermeister Holger Kelch, Stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender, die Förderung entgegen.

„Fürst Hermann Pückler hat uns ein Erbe von europäischer, ja weltweiter Geltung als Gartenkünstler, Reiseschriftsteller, Bauherr und nicht zuletzt seiner Lebensart hinterlassen“, sagt Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. „Mit unserer Schwerpunktförderung von Ostdeutscher Sparkassenstiftung und Sparkasse Spree-Neiße soll Schloss Branitz auch künftig beredtes Zeugnis ablegen können. Der abschließende Schritt unserer Förderung gilt der Branitzer Empfangshalle, die als Inszenierung von Pücklers herausgehobener Position im damaligen Preußen und seiner singulären Persönlichkeit zu verstehen ist.“

„Mit seinem außergewöhnlichen, facettenreichen, auch schillernden Leben und Wirken gibt Pückler nicht nur unserer Stadt und der Region einen fürstlichen Glanz, er ist untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden“, begründet Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, das große Förderengagement. „Wir freuen uns sehr, die Stiftung bei der Wiedergewinnung des wichtigsten Raumes im Schloss zu unterstützen. Der Branitzer Park mit seinem wundervollen Schloss ist ein herausragender Leuchtturm für Cottbus und von unschätzbarer Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus.“

„Die Einheit des Vestibüls aus Wandgestaltung und Kunstwerken aus fünf Jahrhunderten ist in der Dimension, Dichte und Programmatik für die deutsche Kulturgeschichte des späten 19. Jahrhunderts einzigartig“, betont Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. „Die Restaurierung von Ahnengalerie, Rekonstruktion des Waffengangs und Wiedereinbringung der gotischen Fenster ist gleichsam Startschuss der Generalsanierung des Schlosses in den kommenden Jahren. Wir sind dankbar, dass dieses Initial von der Sparkassenstiftung finanziert wird, und ob der langen Zusammenarbeit voller Freude, denn die Bedeutung dieses Ensembles ist ebenso einzigartig wie das Engagement der Sparkasse für Branitz."

Es ist für mich als Oberbürgermeister und stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden ein Glücksfall, solch kompetente und verlässliche Partner wie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Spree-Neiße an der Seite der Stadt und der Branitzer Pückler-Stiftung zu wissen“, sagt Holger Kelch. „Das gibt Kraft und Optimismus für die Meisterung der Herausforderungen der nächsten Jahre in unserer Region ganz im Sinne des Fürsten Hermann Pückler-Muskau, der mit über 60 in Branitz mit Energie und Tatkraft noch einmal von ganz vorn anfing.“

Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch über Restaurierung und Bedeutsamkeit

Bereits im Jahr 2012 legte die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße den finanziellen Grundstein für die Restaurierung und Neuausstattung von vier kostbaren Innenräumen im Schloss Branitz. Im Rahmen dieses ersten Projektes wurde zunächst das Frühstückszimmer und anschließend das Schlafkabinett sowie der Blaue und der Rote Salon restauriert und ausgestattet. Zur feierlichen Einweihung im Jahr 2015 erstrahlten die Räume in ihrer alten Pracht in neuem Glanz und entführten die Besucher in die Welt des Fürsten. Den nächsten wichtigen Baustein setzte die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße im Jahr 2018 mit der Umsetzung der Dauerausstellung „Fürst Pückler. Ein Europäer in Branitz“. In elf Räumen des Schlosses entstand eine neue umfassende, multimediale Präsentation des Leben und Werkes Pücklers als überragender Landschaftsgestalter und Visionär. Mit der Restaurierung des Pücklerschen Eingangsraumes ins Branitzer Schloss erfolgt nun der krönende Abschluss der langjährigen Sparkassenunterstützung.

Das Projekt

Das Vestibül mit Treppenhaus im Schloss Branitz war die wichtigste Raumfolge in Fürst Pücklers Alterssitz. Sie waren besondere Glanzpunkte und boten zugleich einen angemessenen Rahmen für den großen Auftritt des Fürsten, wenn er seine Gäste im Schloss begrüßte. Die Einheit aus Wandgestaltungen, Kunstwerken aus fünf Jahrhunderten und den Textildekorationen beeindruckte seinerzeit die Besucher des Fürsten nachhaltig und ist für die deutsche Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts einzigartig. Vom einstigen Glanz künden bis heute die Gemälde der Ahnengalerie und die komplett erhaltene architektonische Fassung des Raumensembles, die in den kommenden Jahren restauriert werden. Vor die beiden großen Fenster des Treppenhauses waren bunte mittelalterliche Glasfenster gesetzt, die aus konservatorischer Sorge 1965 entnommen, teils restauriert und eingelagert wurden. Nun können die deponierten, kunsthistorisch bedeutenden und besonders farbenprächtigen Scheiben des Fürsten in Kooperation mit der Glasmalereiforschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften untersucht, digitalisiert und mit Zustimmung der Erbengemeinschaft Fürst Pückler in Branitz vor Ort wieder eingefügt werden. Verloren sind seit 1945 die Arrangements der Waffen im Kleinen Flur des Vestibüls, dem sog. Waffengang. Die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Schlossteich geborgenen Waffen warten seit 75 Jahren im Depot auf ihre Rückkehr und dekorative Wiederanbringung, für die die Sparkassenstiftung, die Branitzer Stiftung und die Erbengemeinschaft nun den Weg freimachen wird.

Das Engagement der Sparkasse Spree-Neiße

Die Vielfalt und Lebensqualität einer Region wird in großem Maße auch von ihrem Bewusstsein für Kunst und Kultur sowie ihrer traditionellen Verbundenheit bestimmt. Dank ihrer sicheren, stabilen und soliden Geschäftspolitik kann sich die Sparkasse Spree-Neiße nach wie vor in hohem Maße für eine nachhaltige Förderung bedeutender Projekte in den Städten und Gemeinden engagieren. Das Spektrum reicht von der Förderung zeitgenössischer Ausstellungen und Publikationen regionaler Künstler über die Finanzierung von einzelnen Projekten wie z. B. dem Einbau und der Intonation einer Jehmlich-Orgel in der St. Marien Kirche in Cottbus und der Sicherung kostbaren Kulturgutes in der Dorfkirche Steinitz bis hin zur Unterstützung von heimatlichen Festen und Jubiläen.

Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße Ralf Braun über die Förderzusage 

Ostdeutsche Sparkassenstiftung

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Über 2.300 Projekte wurden zusammen mit den heute 43 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen über 100 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. Davon wurde allein im Land Brandenburg für 576 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 22 Millionen Euro bereitgestellt. Die Sparkassenorganisation ist einer der größten nichtstaatlichen Kulturförderer in Deutschland.

Red. / Presseinfo 

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