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Cottbus Mittwoch, 21 Oktober 2020 von Redaktion / Presseinfo

Cottbuserin gebärt Baby im Auto: "Ich habe gerufen, der Kopf kommt"

Cottbuserin gebärt Baby im Auto: "Ich habe gerufen, der Kopf kommt"

Eine außergewöhnliche und hoch aufregende Geburt in Cottbus hat ein glückliches Ende genommen. Ein kleiner Cottbuser erblickte im Auto das Licht der Welt, noch bevor medizinische Unterstützung vor Ort war. Die 22-jährige Mutter Lisa-Marie-K. plagten den ganzen Tag über Schmerzen. Als sie es gerade noch rechtzeitig ins Auto schaffte, platze plötzlich die Fruchtblase und nach nur einer Presswehe war der Kopf da. Mit Unterstützung ihres Partners und ihrer Schwiegermutter konnte der kleine Noah im Auto geboren werden. Mitarbeiter des Rettungsdienstes durchtrennten im Anschluß die Nabelschnur und legten den Säugling in eine spezielle Wärmeschutzhülle.

Das CTK Cottbus teilte dazu mit: 

Eine Geburt ist immer ein einzigartiges, unvergessliches Ereignis. Die Geburt des kleinen Noah allerdings ist etwas ganz Besonderes. Der kleine Mann hatte es besonders eilig: am vergangenen Freitag, den 16. Oktober, hat Lisa-Marie-K. aus Cottbus ihr Kind in ihrem Auto zur Welt gebracht. „Ich hatte den ganzen Tag Schmerzen in den Oberschenkeln. Ich hielt sie aber nicht für Wehen, von meiner ersten Entbindung hatte ich da ganz andere Erfahrungen. Auch mein Bauch ist nicht fest geworden“, berichtet die 22 Jährige. 

Auf dem Weg ins Auto: "Der Kopf kommt, ich spüre das"

Sie habe dann noch ihren anderthalb jährigen Sohn in die Kita gebracht und sich danach zur Entspannung in die Badewanne gelegt. Doch dort wurden die Schmerzen nicht besser – im Gegenteil. Beim Aussteigen gingen die ersten Presswehen los. Mit Unterstützung ihres Partners und der Schwiegermutter schafft sie es gerade noch bis zum Auto. „Ich habe gerufen ‚Der Kopf kommt, ich spüre das‘. Ich hatte solche Panik, dass ich zur Beruhigung noch ein paar Runden ums Auto gelaufen bin“ erinnert sich Lisa-Marie. Wieder im Auto geht dann alles ganz schnell, die Fruchtblase platzt und nach nur einer Presswehe ist der Kopf da.

„Da hatte ich mich dann wieder gefasst und habe meiner Schwiegermutter sogar noch Anweisungen gegeben. Durch Zufall hatte ich zwei Tage zuvor ein youtube-Video von genau solch einer Geburt gesehen. Deswegen habe ich zu ihr gesagt, dass sie den Kopf jetzt richtig festhalten muss, da er sehr glitschig und instabil ist“, so die junge Mutter. Nach einer weiteren Presswehe war ihr Sohn dann geboren und schnell in eine Decke eingewickelt, die zum Glück im Kofferraum war. „Ich habe auch überprüft, ob er atmet und wir haben ihn dann schnell auf meine Brust gelegt, damit er meine Körperwärme aufnehmen konnte. Denn im Auto war es kalt, wir konnten ja aus Platzgründen die Tür nicht zumachen.“

Etwa drei bis vier Mal jährlich ohne Hilfe 

Den Mitarbeitern des Rettungsdienstes blieb eigentlich nur noch, die Nabelschnur zu durchtrennen und den Säugling in eine spezielle Wärmeschutzhülle zu legen, da er durch die besondere Geburt etwas unterkühlt war. „Eine solche Entbindung ist auch für uns etwas sehr Seltenes. Vielleicht drei bis vier Mal jährlich kommt es in Cottbus und Umgebung zu solch spontanen Entbindungen ohne Hilfe von medizinischem Personal. Aber an eine Entbindung im Auto? Daran kann ich mich nicht erinnern“, so der Notarzt Dr. Thomas Lembcke.

Im Krankenhaus angekommen, zeigen die ersten Untersuchungen: Mutter und Kind geht es gut. Noah wog bei der Geburt 3280 g und war 50 cm groß. Und dank des aufmerksamen Vaters kann auch die genaue Geburtszeit in der Geburtsurkunde notiert werden: 9:56 Uhr. „Mir wurde ja gesagt, dass das zweite Kind schneller kommt. Aber das es so schnell geht, das hätte ich nicht gedacht. Bei meinem ersten Kind wurde die Geburt zwei Tage lang eingeleitet, ihm musste letztlich mit der Saugglocke auf die Welt geholfen werden.“

Gut drei Tage waren Mutter und Kind im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus. Mama Lisa-Marie im WochenbettHotel und der kleine Noah auf der Perinatalstation, wo er aufgrund der Unterkühlung während der Geburt genau überwacht wurde. Aber inzwischen konnten beide zu Papa und dem kleinen Bruder nach Hause.

Red. / Presseinfo 

Bild: CTK Cottbus 

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