Cottbus Mittwoch, 22 Januar 2020 von Redaktion

Sana-Herzzentrum Cottbus trainiert Notfallsituationen unter professioneller Anleitung

Sana-Herzzentrum Cottbus trainiert Notfallsituationen unter professioneller Anleitung

Die Sicherheit der Patienten steht im Cottbuser Herzzentrum an oberster Stelle. Sie bedarf des täglichen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung. Um auch im plötzlich auftretenden Notfall einen kühlen Kopf zu bewahren und routiniert vorzugehen, trainieren in dieser Woche die Ärzte- und Pflegeteams unter professioneller Anleitung des Instituts für Patientensicherheit und Teamtraining (InPASS).

außergewöhnlichen Situationen, beispielsweise bei Notfällen oder unter Zeitdruck, muss die Kommunikation sowie die Aufgabenverteilung im Team reibungslos funktionieren. Eben diese Notfälle werden im Simulationstraining mit Teams verschiedener Fachbereiche des Krankenhauses durchgespielt. „In dieser praktischen Übung simulieren wir lebensnah verschiedene Notfallsituationen und legen dabei einen besonderen Fokus auf die Interaktion disziplinübergreifender Teams. Das Training, das mit einer moderierten Teamreflexion abschließt, führen wir in Teams der Intensivstation, des OP-Bereiches und der Peripheriestationen durch“, erklärt Prof. Dr. Dirk Fritzsche, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Herzchirurgie.

„Professionelle Leistungen auf höchstem Niveau können von Teams nur dann erwartet werden, wenn regelmäßig kritische Situationen trainiert werden. Eine erfolgreiche Trainingsstrategie ist die regelmäßige Durchführung von modernen Simulations-Teamtrainings“, sagt Michael Braun, der als Trainer in dieser Woche im Sana-Herzzentrum Cottbus zu Gast ist. „Wir simulieren Situationen für die Teilnehmer direkt in einer realitätsnahen Arbeitsumgebung auf der Intensivstation“, so Braun weiter. Gearbeitet wird jeweils ins Teams von zwei Ärzten und zwei Pflegekräften, während ein InPASS-Instrukteur das Vorgehen am Patientenbett beobachtet. „Alle Aktionen und Reaktionen werden auf Video aufgezeichnet und gleichzeitig in einen Konferenzraum übertragen, in dem die übrigen Ärzte und Pflegekräfte jeden Schritt verfolgen können“, erklärt der Trainer. Oft beurteilen sich die Situationen aus der zweiten Reihe mit dem entsprechenden Abstand und der Ruhe einfacher und es lernen alle Teilnehmer gleichzeitig. „Die Erlebnisse und Erkenntnisse aus der Notfallsituation werden am Ende mit einem videobasierten Debriefing im Plenum mit allen Teammitgliedern unter Anwendung differenzierter Fragetechniken zur Erzielung tiefer Lerneffekte in den Nachbesprechungen ausgewertet. Ziel ist neben der Erhöhung der Patienten- und Systemsicherheit auch die Verbesserung der Zusammenarbeit und Interaktion im Team. „Bessere Planung, bessere Absprachen, früheres Holen von Hilfe, Einbindung aller Teammitglieder und deren Wissen, Reduktion von Missverständnissen und Verwechslungen sowie präzisere Kommunikation sind oft die Ergebnisse aus unseren Trainings“, berichtet Michael Braun.

Bild: Hochkonzentriert in der Simulationsanwendung: Assistenzarzt der Anästhesie Bair Ezhinov (l.) intubiert die Phantom-Puppe, an der die Teilnehmer des Simulationstrainings die Notfallbilder trainieren. Pfleger Marc Johannsen reicht einen Tubus an, der die Atemwege freihalten soll, während Dr. Sören Schenk, Oberarzt der Herzchirurgie (2.v.l) die Herzdruckmassage übernimmt und Fachkrankenpflegerin Sabine Kühn Medikamente anreicht.; Foto: Sana-Herzzentrum Cottbus | Benjamin Seidemann

pm/red

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